Klimaschutz-Wettbewerb in der Metropolregion
147 Projekte aus der Region FrankfurtRheinMain eingereicht

27.07.2015

 

Zum ersten Mal hat der Regionalverband FrankfurtRheinMain gemeinsam mit der IHK-Innovationsberatung Hessen sowie der Hochschule Fresenius in diesem Jahr einen Wettbewerb für die besten Klima- und Energieprojekte in der Region ausgelobt. In der Kategorie „kommunale Projekte“ hat die Stadt Rüsselsheim mit ihrem Projekt „Aufsuchende Energieberatung für Migranten und andere Interessengemeinschaften“ gewonnen. In der Sparte „Unternehmensprojekte“ ging der erste Platz an die Rhein-Main Deponie GmbH mit dem Projekt „Von der Müllkippe zum Energie- und Recyclingpark“.

Die drei Kommunen Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach haben gemeinsam die kostenlose Bau- und Energieberatung »Drei gewinnt.« in ihren Kommunen etabliert. Etwa 30 Prozent der Rüsselsheimer haben eine Zuwanderungsgeschichte. Ziel des aktuellen Pilotprojektes »Aufsuchende Energieberatung für Migranten und andere Interessengemeinschaften« in Rüsselsheim ist es, möglichst alle Bevölkerungsgruppen für den Klimaschutz zu gewinnen. In dem Projekt wurden beispielsweise gezielt zwischen den Gebetszeiten in zwei Moscheen Vorträge zur Energieeinsparung im Haushalt gehalten. Darüber hinaus wird durch Präsenz auf kulturellen Festen und durch weitere direkte Ansprachen über den Ausländerbeirat das Projekt auf weitere Organisationen ausgedehnt. Gefördert wird das Projekt durch das Städtebauförderungsprogramm Stadtumbau West, organisiert durch die NH Projektstadt.

Die Jury sagt dazu: „Wir haben uns für dieses Projekt als Sieger entschieden, da es einen äußerst kultursensiblen Ansatz verfolgt. Mit dem Projekt gelingt es, Migranten in den persönlichen Umweltschutz und die Einsparung von Energie miteinzubeziehen. Das Projekt ist innovativ und ein auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnittenes Konzept, das eine Vorbildfunktion für andere Kommunen ausübt.“

Die Rhein-Main Deponie GmbH geht der Frage nach, ob Altdeponien als Gewerbestandorte für die Abfallwirtschaft und Energieerzeugung geeignet sind. Die Deponien verfügen in den meisten Fällen über eine herausragende Infrastruktur wie die Versorgung mit Strom, Wasser und Wärme oder auch Abwasserentsorgung. Kosteneinsparungen für potenzielle Unternehmen ergeben sich auch beim Brandschutz, beim Umweltmonitoring, bei der innerbetrieblichen Verkehrsinfrastruktur und der gemeinsamen Nutzung der sonstigen deponieeigenen Einrichtungen. Die Rhein-Main Deponie GmbH und ihre Tochtergesellschaft Main-Taunus-Recycling GmbH mit ihren Deponiestandorten in Usingen-Brandholz (Hochtaunuskreis) und Flörsheim-Wicker (Main-Taunus-Kreis) haben zusammen mit privaten Partnerunternehmen in den vergangenen Jahren Anlagen zur Schlacke-, Bauschutt- und Altholzaufbereitung, Bodenreinigung, Stabilisierung, Altholzverbrennung und Gewinnung von Ersatzbrennstoffen errichtet. Im Bereich der Energieerzeugung sind neben einem Deponiegaskraftwerk, ein Biomassekraftwerk sowie mehrere Fotovoltaikanlagen entstanden. Die Rhein-Main Deponie GmbH gehört zu den größten Produzenten an erneuerbaren Energien in der Rhein-Main-Region. Bei der energetischen Gesamtbetrachtung ergibt sich eine CO2-Einsparung von mehr als 100.000 Tonnen pro Jahr.

Die Jury sagt dazu: „Dies ist ein gelungenes und umfassendes Projekt mit vielfältigen Anwendungen aus unterschiedlichsten Bereichen der erneuerbaren Energien. Es hat eine beeindruckende Erzeugungskapazität, weist eine hohe CO2-Einsparung auf und bietet eine hohe Zahl von Arbeitsplätzen an. Zudem heben wir die Aufwertung der Fläche, den Technologiemix und den ganzheitlichen Ansatz hervor.“

Der Wettbewerbszeitraum betrug drei Monate und begann Mitte Februar. 147 Projekte wurden eingereicht, davon kamen 126 von Kommunen und 21 von Unternehmen. Die meisten Klimaschutzprojekte waren in der Kategorie „Energieeffizienz“ angesiedelt, auf Platz zwei lagen „Netzwerke“, Rang drei wurde von Solarprojekten belegt. Den Gewinnern winkt neben einer Urkunde und einem Videoclip über ihr Projekt ein wertvolles Faltrad, die von der Firma „LeihDeinerUmweltGeld“ gesponsert wurden. In der Jury saßen Detlev Osterloh von der IHK Frankfurt am Main, Michael Rothkegel vom BUND Hessen, Professor Jens Strüker von der Hochschule Fresenius, Regionalverbandsdirektor Ludger Stüve sowie Dr. Alexandra von Winning von „Good Growth“.

Zitate:

Ludger Stüve, Direktor des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain:

„Um die gesetzten Klimaziele zu erreichen, wollen und müssen wir Kommunen wie Unternehmen dazu animieren, innovative Klima- und Energieprojekte aufzulegen. Dazu werden wir in Zukunft auch ein Monitoring aufsetzen, um immer wieder den Zielerreichungsgrad zu messen. Der Wettbewerb soll schließlich gute Beispiele hervorbringen, die zur Nachahmung einladen.“

Professor Jens Strüker, Hochschule Fresenius:

„Innovation entsteht dort, wo Ideen in den Wettbewerb treten und ein Austausch über die gesammelten Erfahrungen erfolgt. Der Klimaprojekt-Wettbewerb ist daher vorbildlich für die Rhein-Main-Region."

Marlene Haas, Vizepräsidentin der IHK Frankfurt:

„Die IHK Frankfurt hat diesen Wettbewerb mitinitiiert, weil die Steigerung der Energieeffizienz einer der wichtigsten Innovationstreiber bei den Unternehmen geworden ist. Für die IHK stehen die Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit der Industrie häufig im Vordergrund. Wir sehen darin aber überhaupt keinen Gegensatz zum Klimaschutz, denn Energieeffizienz bedeutet ja vor allem einen wirtschaftlichen Umgang mit den gegebenen Ressourcen.“

 

Deponiepark: https://drive.google.com/open?id=0B5N0Ds5YMM8oTDBFRl9XcHE2Zms
Energieberatung: https://drive.google.com/open?id=0B5N0Ds5YMM8oa3EzZ25ibVVvc00
 

 

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