Netzausbau: Achillesferse der Energiewende?
8. EnergieEffizienz-Messe in der IHK Frankfurt

01.09.2015

 

Netzengpässe sind derzeit die größte Hürde für eine möglichst kostengünstige Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem. Die vorhandenen Stromnetze sind veraltet und ihre Kapazität reicht zunehmend nicht mehr aus, da die vorhandenen Leitungen auf einen höheren Transportbedarf bisher nicht ausgelegt sind. Die Netzbetreiber müssen deshalb immer öfter in den Netzbetrieb eingreifen, um Leistungsüberlastungen und Engpässe zu vermeiden. Nach Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur sind in den nächsten Jahren   3.800 km neue Stromleitungen erforderlich. Mehr als 5.300 km Stromnetze müssen saniert und verstärkt werden.


Diese Netzengpässe sind, insbesondere für die Wirtschaft, eine große Herausforderung. Gerade in der Industrie wird die Forderung nach Versorgungssicherheit immer lauter. Der Fortgang des Netzausbaus und die Suche nach realisierbaren und intelligenten Lösungen für ein sicheres Stromnetz der Zukunft waren Themen, die bei der Abendveranstaltung der EnergieEffizienz-Messe 2015: „Netzausbau: Achillesferse der Energiewende?“ diskutiert wurden.


„Die Anforderungen an Infrastrukturen jeglicher Art haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert, eben auch an die Strom-Übertragungsnetze. Nun sind wir an einem Punkt, an dem Ergänzungen nicht mehr ausreichen und wir aktiv nach neuen Wegen suchen müssen, alle Bedürfnisse zu befriedigen,“ sagte Rainer Zies, Geschäftsführender Gesellschafter MKV GmbH Kunststoffgranulate und Mitglieder der Vollversammlung der IHK Frankfurt in seiner Begrüßung.
Neben der Gewährleistung der Versorgungssicherheit müssen auch erneuerbare Energien stärker berücksichtigt werden. Staatssekretär Mathias Samson vom Hessischen Wirtschafts- und Energieministerium äußerte Zuversicht, dass eine weitgehende Erdverkabelung den Gleichstromtrassen mehr Akzeptanz verschaffen und den Netzausbau damit letztlich beschleunigen wird: „Die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Quellen betrifft jedoch nicht nur die Frage der Erzeugung und der Verteilung. Ebenso wichtig ist es, dass wir unsere Energie effizienter nutzen und marktfähige Speichertechnologien entwickeln. Denn die günstigste und sauberste Energie ist die, die gar nicht erst erzeugt und transportiert werden muss. Deshalb hat die Hessische Landesregierung die Energieeffizienz zum Kern ihrer Energie-Agenda 2015 gemacht.“

 

Dr. Werner Neumann, ehemaliger Leiter des Energiereferats der Stadt Frankfurt und ehrenamtlicher Sprecher des Arbeitskreis Energie des BUND e.V., stellte in seinem Vortrag Intelligenz und Effizienz statt Leitung die These auf: „Je mehr wir effizienter mit Strom umgehen in Gewerbe und Industrie, je mehr wir dezentral Strom erzeugen und in regionalen Netzen den Strommarkt intelligenter organisieren, desto mehr reduzieren wir den überregionalen Transportbedarf. In der Industrie liegen nicht nur Probleme der Stromversorgung, sondern gerade dort sind die künftigen Lösungen zu finden, mit Energieeffizienz, Kraft-Wärme-Kopplung und Power to Gas.“

 

Die EnergieEffizienz-Messe 2015 wurde in Zusammenarbeit mit der beewell Business Events GmbH ausgerichtet.

 

 

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