Mehr kommunaler Gestaltungswille in der Region

16.10.2015

 

Mehr kommunalen Gestaltungswillen in der Region FrankfurtRheinMain haben Vertreter von Wirtschaft und Politik gefordert. Bei einer Podiumsdiskussion in der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main sagte Frankfurts Bürgermeister und Stadtplanungsdezernent Olaf Cunitz, „Frankfurt hat zwar gut 35 Bebauungspläne für Wohngebiete in Arbeit, aber wir allein werden das Wachstum, das wir in der Metropolregion erleben, nicht alleine lösen können!“ Dies könne nur gelingen, wenn alle Städte und Gemeinden in der Region an dieser großen Aufgabe mitarbeiten.

 

Die Stadt Frankfurt hat ihre Wohnbauleistung in den vergangenen Jahren kräftig verstärkt. Thomas Horn, Beigeordneter des Regionalverbands FrankfurtRheinMain, berichtete, dass nach den Erhebungen des Verbands Frankfurt mittlerweile fast genauso viele Wohnungen baue wie die anderen 75 Kommunen des Regionalverbands zusammengenommen. Vor einigen Jahren hätten die Kommunen in der Region noch zwei Drittel der neuen Wohnungen geschaffen und Frankfurt ein Drittel. Horn unterstütze Cunitz in der Forderung, dass die Kommunen in der Region ihre Potenziale stärker mobilisieren müssten. „Ich wünsche mir vor Ort mehr Gestaltungswillen.“ Von dem im Flächennutzungsplan im Jahr 2011 ausgewiesenen Flächenpotenzial von 2300 ha seien bis heute erst 10 Prozent bebaut worden. „Im Umland tut sich auf vielen Flächen nichts", sagte Horn. "Wir brauchen also nicht mehr Konzepte, sondern die Städte und Gemeinden müssen endlich anfangen, die erforderlichen Bebauungspläne aufzustellen.“

 

Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main, lobte die Signale von der Stadt Frankfurt und des Regionalverbands, dass gemeinsame Lösungen gesucht werden sollten. „Wir müssen den Druck auf dem Kessel halten und zugleich vom Land weiterhin Unterstützung für die Bewältigung dieser Aufgabe einfordern.“

 

Zum Bedarf an Gewerbeflächen wies der IHK-Präsident auf den Masterplan Industrie für die Stadt Frankfurt hin, in dem die verschiedenartigen Bedarfe der Industrie ermittelt wurden. „Der Masterplan zeigt uns, wo wir mindergenutzte Gewerbeflächen haben und welche wir aktivieren sollten.“ Die Wirtschaft brauche grundsätzlich an ihren Standorten langfristige Planungssicherheit und Entfaltungsmöglichkeiten. Die Infrastruktur müsse an vielen Stellen ausgebaut werden, um das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum zu bewältigen. Die Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern in der Metropolregion beraten daher, welche Impulse auf den Handlungsfeldern Infrastruktur-Bauen-Arbeiten (IBA) in den nächsten Jahren besonders wirkungsvoll sind.

 

Zugleich stehe die Industrie im Umbruch, u.a. in Richtung digitaler Geschäftsmodelle, und daher fordere die IHK für die Stadt Frankfurt die Ausstattung eines Gewerbegebietes mit schnellen Datenleitungen (1 Gigabit/sec). „Es ist gut, dass Frankfurt den größten Internet-Knoten der Welt hat, aber das reicht nicht aus, um andere interessante Firmen hier anzusiedeln“, sagte Prof. Dr. Müller. Mit einem neuen Pilot-Gebiet für schnellen Datenverkehr solle Frankfurt attraktiver werden für Unternehmen der digitalen Welt.

 

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