Attraktive Innenstädte und mehr internationaler Tourismus im Hochtaunus

15.10.2015

 

Für die Kommunen im Hochtaunus sieht die IHK Frankfurt am Main Wachstumsmöglichkeiten unter anderem durch attraktive Innenstädte und stärkere Impulse vom internationalen Tourismus. Dies sagten Karen Hoyndorf, Stellvertretende Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, und Matthias Gräßle, IHK-Hauptgeschäftsführer, am Donnerstag bei der Vorstellung der „Wirtschaftspolitischen Positionen der IHK Frankfurt zur Kommunalwahl 2016“ in Bad Homburg.

 

„Innenstädte sind nicht nur ein Standort für Handel und Gastronomie, sie sind Ort für Kultur, Unterhaltung und insbesondere der Platz, an dem sich die Bewohner einer Stadt treffen und urbanes Leben stattfindet. Aufgabe der Kommunalpolitik muss es sein, diese Qualität der Innenstädte zu erhalten“, sagte Hoyndorf. Dies sei die richtige Antwort auf die zunehmende Konkurrenz durch den Online-Handel. Eine hohe Aufenthaltsqualität müssten die Kommunen durch Instandhaltung und Aufwertung des öffentlichen Raums sicherstellen.

 

Bad Homburg verfüge mit der Louisenstraße über eine der attraktivsten Fußgängerzonen innerhalb der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Zudem habe die Innenstadt durch die in den letzten Jahren erfolgte Umgestaltung und Revitalisierung des Bahnhof-Areals mit dem Kulturbahnhof als Veranstaltungsort weiter an Anziehungskraft gewonnen. Auch die Innenstadt von Oberursel zeichne sich durch ein vielfältiges Einzelhandels- und Gastronomie-Angebot sowie eine hohe Aufenthaltsqualität aus. Die Stärkung des Einzelhandels in den Innenstädten sei in Kronberg, Königstein, Usingen und Neu-Anspach ein Dauerthema und benötige zusätzliche kommunale Impulse.

 

Im Tourismus besitze der Taunus ein großes wirtschaftliches Potenzial. Im Jahr 2014 wurden in den Hotels und Pensionen des Landkreises rund 1,3 Millionen Übernachtungen gezählt; acht Prozent mehr als 2009. Zugleich stieg die durchschnittliche Bettenauslastung von 40 auf 42,6 Prozent, trotz leicht gestiegener Zahl der Gästebetten. In Bad Homburg betrug die Bettenauslastung zuletzt sogar 55,5 Prozent.

 

Allerdings kommen nur knapp 15 Prozent der Übernachtungsgäste aus dem Ausland, während es in Frankfurt 43 Prozent und im Main-Taunus-Kreis immerhin noch 22 Prozent sind. „Somit bestehen beim internationalen Privat- und Geschäftstourismus sicherlich noch Wachstumspotenziale“, sagte Hoyndorf.

 

Der Hochtaunuskreis ist mit über 87.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und rund 21.000 IHK-zugehörigen Unternehmen ein wichtiger Wirtschaftsstandort in der Region FrankfurtRheinMain.

 

Leistungsfähige Verkehrswege sind dabei von großer Bedeutung. „Grundsätzlich kann man die Verkehrsanbindung des Hochtaunuskreises zwar als gut bewerten, doch um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu anderen Regionen zu bleiben, muss sie weiter ausgebaut werden“, sagte Gräßle.

 

Aus Sicht der IHK sind die wichtigsten verkehrspolitischen Projekte im und für den Hochtaunuskreis einerseits die bessere Einbindung in das überregionale Verkehrsnetz und zum andere die bessere Überwindung der „Taunus-Schranke“. Mit der Regionaltangente West (RTW) solle eine durchgehende Verbindung des Vordertaunus mit dem Flughafen Frankfurt am Main geschaffen und somit eine nachhaltige Verbesserung der Standortbedingungen für Unternehmen gewährleistet werden. Die geplante Verlängerung der U-Bahn-Linie U2 von Bad Homburg-Gonzenheim zum Bad Homburger Bahnhof werde endlich die dringend notwendige alternative ÖPNV-Verbindung in den Frankfurter Nordwesten schaffen.

 

Bei der Beschleunigung des Verkehrs in den nördlichen Teil des Kreises ist auf der Straße die Bad Homburger PPR-Kreuzung der entscheidende Engpass. „Hier erwarten wir ein klares Bekenntnis der kommunalen Politik.“ Mit der Elektrifizierung der Taunusbahn eröffne sich auf der Schiene die Möglichkeit eines dichteren Taktes von Bad Homburg bis Usingen.

 

Zur Verbesserung des Wohnungsangebots müssen die Kommunen im Hochtaunuskreis nach Ansicht der IHK deutlich mehr Flächen für den Wohnungsbau ausweisen als bisher. Eine im August veröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) gibt für den Hochtaunuskreis von 2015 bis 2020 einen jährlichen Baubedarf von 908 Wohnungen an. 2014 wurden hier gerade einmal 649 Wohnungen fertiggestellt (Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt).

 

Laut regionalem Flächennutzungsplan gebe es mit Planstand 31.12.2014 im Hochtaunuskreis 347 Hektar geplante Wohnbauflächen. Die zügige Bebauung dieser bereits geplanten Wohnbauflächen stehe nun an, sagte Gräßle. In diesem Zusammenhang müssten die Anreize für zusätzliche Bautätigkeiten nochmals gesteigert werden, gerade bei Geschosswohnungen.

 

Konjunktur im Hochtaunuskreis

Die gute konjunkturelle Entwicklung im Hochtaunuskreis setzt sich trotz unruhiger Zeiten fort. Rund 93 Prozent der Unternehmen schätzen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend ein, nur rund jedes fünfzehnte Unternehmen berichtet von schlechten Geschäften. Das ist das Kernergebnis der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage im Hochtaunuskreis, die im vergangenen Monat unter rund 150 Unternehmen durchgeführt wurde.

 

Ein Stabilitätsanker bleibt nach wie vor der Arbeitsmarkt. Mit 3,5 Prozent liegt die Arbeitslosenquote im Hochtaunuskreis aktuell nahe der Vollbeschäftigung.

 

Auch für die kommenden Monate wird eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt erwartet: Knapp 21 Prozent der Unternehmen im Hochtaunuskreis geben an, dass sie mit steigenden Beschäftigungszahlen rechnen.

 

Wenn es um Risiken für die zukünftige konjunkturelle Entwicklung geht, nennen 36 Prozent der Unternehmen steigende Arbeitskosten. Die erfolglose Suche nach qualifizierten Fachkräften bereitet 34 Prozent der Betriebe Sorgen.

 

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