Konjunkturmotor läuft rund

28.10.2015

 

Der Konjunkturmotor im IHK-Bezirk Frankfurt am Main läuft trotz unruhiger Zeiten rund. „Die Stimmung in den Unternehmen des IHK-Bezirks Frankfurt am Main ist im Hessenvergleich überdurchschnittlich gut. Der IHK-Geschäftsklimaindex liegt in Frankfurt am Main, im Hoch-Taunus- und Maintaunuskreis mit 127 Punkten satte sechs Punkte über dem hessischen Durchschnittsniveau“, fasst IHK-Präsident
Prof. Dr. Mathias Müller die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Frankfurt am Main unter 3.000 Mitgliedsunternehmen zusammen. „92 Prozent der Unternehmen bewerten ihre derzeitige Geschäftslage als ‚gut‘ oder ‚befriedigend‘, lediglich acht Prozent als ‚schlecht‘. Auch für die kommenden Monate überwiegt der Optimismus. Lediglich elf Prozent der Unternehmen befürchten eine Verschlechterung ihrer Lage; 27 Prozent der Betriebe gehen hingegen von einer günstigeren Entwicklung aus. Für die kommenden Monate rechnen wir mit einem weiteren Anstieg der Beschäftigtenzahl und der Investitionstätigkeit in der Region“, so Prof. Dr. Müller weiter.


Weitere Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage im Detail:

 

Geschäftslage: Die Lage der Unternehmen im IHK-Bezirk hat sich gegenüber dem Frühsommer nochmals leicht verbessert. 48 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Situation als „gut“. Das sind drei Prozentpunkte mehr als im Frühsommer. Lediglich acht Prozent berichten von „schlechten“ Geschäften.

 

Erwartungen: Die Unternehmen bleiben unverändert überwiegend optimistisch. 27 Prozent der Unternehmen erwarten eine günstigere Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten, lediglich elf Prozent befürchten eine Verschlechterung.

 

Beschäftigung: Die Beschäftigungsdynamik bleibt hoch. 25 Prozent der Unternehmen möchten neue Arbeitsplätze schaffen. Das sind drei Prozentpunkte mehr als zuletzt. Der Anteil derjenigen, die Stellen streichen möchten, liegt bei elf Prozent (plus zwei Prozentpunkte).

 

Investitionen: Das Investitionsvolumen in den Unternehmen des IHK-Bezirks dürfte in den kommenden Monaten leicht zunehmen. Jeder vierte Betrieb plant eine Ausweitung der Investitionstätigkeit, nur 14 Prozent möchten ihre Investitionen zurückfahren.

 

Export: Trotz eines schwierigeren weltwirtschaftlichen Umfeldes erwarten 88 Prozent der Exporteure ein wachsendes oder konstantes Exportvolumen. Allerdings ist der Anteil der Betriebe mit negativen Erwartungen um neun auf zwölf Prozentpunkte gestiegen.

 

Die Situation in den einzelnen Branchen: In der Industrie des IHK-Bezirks sind die Auftragseingänge aus dem Inland zuletzt leicht gestiegen; hingegen hat sich die Auftragssituation aus dem Ausland verschlechtert. Dies dürfte wesentlich auf die konjunkturelle Abschwächung in den Schwellenländern, insbesondere in China, zurückzuführen sein. Dennoch ist die Stimmung in den Industriebetrieben nach wie vor positiv. 93 Prozent der Betriebe beurteilen ihre aktuelle Situation als „gut“ oder zumindest „befriedigend“ und lediglich acht Prozent befürchten eine Verschlechterung der Geschäftslage in den kommenden Monaten. Positiv ist derzeit die Auftragslage im Baugewerbe, insbesondere im Ausbaugewerbe. Jedes zweite Unternehmen der Bauwirtschaft beurteilt derzeit die aktuelle Geschäftslage als „gut“. Sorgen bereitet der Branche aber zunehmend die Höhe der Arbeitskosten. Mehr als jedes zweite Bauunternehmen sieht hierin eines der Hauptrisiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.  

 

Deutlich besser als im hessischen Durchschnitt ist derzeit die Stimmung in der Finanzwirtschaft am Finanzplatz Frankfurt. 69 Prozent der Kreditinstitute und 61 Prozent der Finanzdienstleister beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“. Nicht so günstig, aber doch überwiegend zufriedenstellend, ist die Lagebeurteilung in der Versicherungswirtschaft, wo das Neugeschäft nach wie vor schleppend verläuft.

 

Beschäftigungsimpulse gehen zurzeit insbesondere von unternehmensbezogenen Dienstleistern aus. 30 Prozent der Dienstleister planen neue Arbeitsplätze zu schaffen, während lediglich neun Prozent Stellen abbauen möchten. Auch bei den personenbezogenen Dienstleistern dürfte in den kommenden Monaten die Beschäftigung zunehmen. Hier möchten 27 Prozent der Unternehmen die Zahl der Beschäftigten erhöhen, lediglich vier Prozent Arbeitsplätze streichen. Positiv wirken sich die gestiegenen verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte sowie die gute Arbeitsmarktlage auf die Nachfrage nach personenbezogenen Dienstleistungen aus. Im hessischen Einzelhandel profitieren jedoch nicht alle Unternehmen von der hohen Kauflaune der Konsumenten. Während im Frühsommer noch 46 Prozent der Einzelhändler ihre Lage als „gut“ beurteilten, sind es aktuell nur noch 33 Prozent. Auch dem Gastgewerbe kommt die starke Binnennachfrage nur zu einem Teil zugute. Während in den Beherbergungsbetrieben des IHK-Bezirks die Auslastung in den letzten Monaten zunahm, ging sie in der Gastronomie zurück.

 

Zunehmend skeptisch blicken Großhändler und Handelsvermittler auf die kommenden Monate. Noch beurteilen zwar 88 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als „gut“ oder „befriedigend“. Doch ist der im Frühsommer herrschende Optimismus einer zunehmenden Skepsis gewichen. Der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen zur zukünftigen Geschäftslage liegt mit minus zwei Punkten inzwischen im negativen Bereich. Bei der Vorumfrage im Frühsommer hatte er noch plus zwölf Punkte betragen. Eingetrübt haben sich auch die Erwartungen in der Verkehrswirtschaft, wo sich die Geschäftslage zuletzt deutlich verbessert hatte. Hier sinkt der Saldo zwischen dem Anteil der Unternehmen mit optimistischen und dem mit pessimistischen Erwartungen gegenüber der letzten Umfrage um zwölf auf plus acht Punkte.

 

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