Erbschaftssteuer: Fortführung von Familienunternehmen sichern!

02.11.2015

 

Nachbesserungen am Gesetzentwurf zur Erbschaftssteuer hat die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main gefordert. Auf dem Mittelstandstag FrankfurtRheinMain sagte Matthias Gräßle, IHK-Hauptgeschäftsführer, die Reform der Erbschaftssteuer habe weitreichende Konsequenzen für die deutschen Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Deutschland. „Familienunternehmen laufen dagegen Sturm – zu Recht! Die vorgesehene Einbeziehung von Privatvermögen zur Begleichung der Steuerschuld beim Betriebsübergang entspricht der Einführung einer Vermögenssteuer durch die Hintertür.“ Abwegig sei insbesondere, dass ein zu übertragendes Unternehmen für den Fiskus das 18-fache des durchschnittlichen Gewinns nach Steuern der letzten drei Jahre wert sein soll. „So wird ein kleiner Einzelhändler auf dem Papier schnell zum Millionenunternehmen.“

 

Zudem muss die Erbschaftssteuer aus der Substanz eines Unternehmens bezahlt werden – ob die Gewinnsituation das hergibt oder nicht. „Unternehmen, die für die Steuerzahlung keine Mittel verfügbar haben, müssen Investitionen zurückstellen und Arbeitsplätze streichen. Schlimmstenfalls muss der Betrieb verkauft werden, nur um die Steuerschuld zu begleichen“, so Gräßle weiter. Ohne eine realistische Berücksichtigung der typischen Verfügungsbeschränkungen der Familienbetriebe bei deren Bewertung und ohne eine praxisgerechte Definition des begünstigten Vermögens werde es bei der Übertragung von Betrieben an die nächste Generation zu einer erheblichen Schwächung der Unternehmenssubstanz kommen.

 

Ansprechpartner

Pressestelle IHK Frankfurt am Main Unternehmenskommunikation
Telefon: 069 2197-1201 Fax: 069 2197-1488