Beschäftigungs- und Konjunkturprognose FrankfurtRheinMain 2016 Wirtschaft in FrankfurtRheinMain hält Kurs – Stellenaufbau setzt sich weiter fort

09.11.2015

 

„Die Wirtschaft in der Metropolregion FrankfurtRheinMain bleibt auf Wachstumskurs. 91 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. In blendender Verfassung zeigt sich auch der regionale Arbeitsmarkt: Die Beschäftigungszahlen in der Metropolregion haben im vergangenen Jahr so stark zugelegt wie zuletzt vor sieben Jahren. Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen ist weiter ungebrochen und deutet darauf hin, dass der Arbeitsmarkt weiter boomt. Für 2015 rechnen wir mit 28.000 weiteren sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region, für 2016 mit weiteren 32.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen“, sagte Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main, bei der Präsentation der regionalen Beschäftigungs- und Konjunkturprognose für 2016. Für diese Untersuchung wurden knapp 9.000 Unternehmen der Region vom IHK-Forum Rhein-Main, einer Gemeinschaftsinitiative der IHKs im Rhein-Main-Gebiet, befragt.

 

Mit Blick auf die anhaltende Flüchtlingsmigration sagte Prof. Dr. Müller: „Vor dem Hintergrund der anhaltenden Zuwanderung muss es jetzt darum gehen, die Flüchtlinge mit Bleibeperspektive schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Voraussetzung hierfür sind frühe Qualifikationsfeststellungen und ein Ausbau der berufsbezogenen Deutschkurse für Migranten. Daneben sind auch klare und nachvollziehbare Arbeitsmarktregelungen notwendig. Beispielsweise ist auch nach der aktuellen Asylgesetzgebung Zeitarbeit für Flüchtlinge erst nach dem 15. Monat möglich – im Gegensatz zu anderen Beschäftigungen, wo die Arbeitsaufnahme inzwischen nach drei Monaten erlaubt ist. Auch die Vorrangprüfung behindert vielfach unnötig die Arbeitsaufnahme von Flüchtlingen. Hier wäre ein befristetes Aussetzen eine Option, um zumindest kurzfristig für Entlastung zu sorgen. Ich bin mir sicher: Wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen, wird der Arbeitsmarkt nicht nur Beschäftigungsmotor sein, sondern auch Integrationsmotor!“

 

Dr. Gunther Quidde, Geschäftsführer des IHK-Forums Rhein-Main, ergänzte mit Blick auf die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung: „Die hohe Konsumbereitschaft, niedrige Zinsen, niedrige Rohstoffpreise und ein verhältnismäßig schwacher Euro tragen dazu bei, dass die Wirtschaft auch in den aktuell schwierigen Zeiten Kurs hält. Getragen vom stabilen Binnenkonsum sind die Unternehmen auch für das kommende Jahr überwiegend optimistisch gestimmt. Dies spiegelt sich auch in steigenden Investitionsplänen wider. Auf Basis dieser Rückmeldungen rechnen wir mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in der Metropolregion Frankfurt-RheinMain von 2,0 Prozent im aktuellen Jahr und von 2,1 Prozent im Jahr 2016.“

 

Zur Lage und den Aussichten in den einzelnen Branchen sagte Dr. Quidde: „Die Dienstleister in FrankfurtRheinMain bleiben Beschäftigungsmotor. 22 Prozent der Unternehmen wollen neue Stellen schaffen, lediglich zehn Prozent planen, ihren Beschäftigtenstand zu verringern. Ähnlich positiv sind die Aussichten für das Baugewerbe. Neben dem anhaltend niedrigen Zinsniveau schafft auch der ungebrochene Zuzug in die Metropolregion ideale Rahmenbedingungen vor allem für im Wohnungsbau tätige Unternehmen der Region. In etwas geringerem Ausmaß profitiert auch der Handel, wo auch im kommenden Jahr eine wachsende Konsumnachfrage Treiber der positiven Entwicklung sein dürfte. Die Industrieunternehmen schätzen ihre derzeitige Lage als gut ein, allerdings trübt sich die Stimmung auch wegen der nachlassenden Dynamik in einigen Schwellenländern leicht ein. Nach wie vor planen jedoch mehr Industrieunternehmen, neue Beschäftigte einzustellen als ihren Beschäftigtenstand zu verringern, sodass wir auch in der Industrie mit steigenden Beschäftigtenzahlen rechnen.“

 

Beschäftigungsentwicklung in einzelnen Sektoren:

 

Nach Hochrechnungen des IHK-Forums Rhein-Main werden die Dienstleistungsunternehmen in diesem Jahr rund 1,8 Prozent bzw. 24.000 zusätzliche Stellen schaffen. Im kommenden Jahr wird die Beschäftigung voraussichtlich nochmals um 2,0 Prozent bzw. etwa 27.000 Jobs steigen.

 

Der Stellenaufbau bei den Industrieunternehmen in FrankfurtRheinMain setzt sich voraussichtlich weiter fort – wenn auch leicht abgeschwächt. Nach Berechnungen des IHK-Forums Rhein-Main wird die Beschäftigung in diesem Jahr und im kommenden Jahr jeweils um 1.000 Stellen wachsen.

 

Wie in den vergangenen Jahren plant das Baugewerbe auch aktuell mit mehr Personal. Das IHK-Forum Rhein-Main rechnet sowohl für 2015 als auch für 2016 mit 2.000 zusätzlichen Stellen.

 

Auch der Handel dürfte weiterhin von den positiven Faktoren profitieren. In diesem Jahr werden die Handelsunternehmen voraussichtlich rund 0,4 Prozent bzw. etwa 1.000 neue Stellen schaffen. Für 2016 erwartet das IHK-Forum Rhein-Main hier weiteres Beschäftigungswachstum in Höhe von 2.000 zusätzlichen Stellen.

 

Die vollständige Beschäftigungs- und Konjunkturprognose FrankfurtRheinMain 2016 steht im Internet unter www.frankfurt-main.ihk.de/prognose zum Download zur Verfügung.

 

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