Frankfurter Industrieabend im Römer
Masterplan Industrie im Mittelpunkt

14.12.2015

Am Donnerstag, 10. Dezember, haben Oberbürgermeister Peter Feldmann und IHK-Präsident Mathias Müller 200 Gäste aus unterschiedlichen Industriebranchen, darunter auch produzierende Handwerksbetriebe sowie Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, zur zentralen jährlichen Dialogveranstaltung mit der Stadt Frankfurt und der IHK Frankfurt begrüßt.

Ein wichtiges Thema auf dem Frankfurter Industrieabend war der Masterplan Industrie, der in diesem Jahr vorgelegt wurde. Dieser hebt die neuen Möglichkeiten und Entwicklungschancen hervor, die sich für Frankfurt am Main im Zuge der Digitalisierung eröffnen. „Frankfurt wird sich als Standort für eine 'Neue Industrie' positionieren, wenn es seine gute Ausgangsposition als diversifizierter Wirtschaftsstandort und Digital Hub nutzt“, so Oberbürgermeister Feldmann.

In seiner Festrede zum Thema „Industrie 4.0 – wie produzieren wir morgen?“ machte Detlef Zühlke, Direktor Innovative Fabriksysteme des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz und Vorstandsvorsitzender des smartfactoryKL Kaiserslautern, die Entwicklungschancen noch einmal sehr deutlich. Zühlke hält Industrie 4.0 für die richtige Vision zur rechten Zeit. „Industrie 4.0 wird der deutschen Industrie den Weg in die produktionstechnische Zukunft bereiten. Wenn wir es nicht schaffen, unsere Produktionsanlagen deutlich schneller an die veränderten Marktanforderungen anzupassen, so werden wir einen vergleichbaren Weg gehen wie die Mobiltelefonproduktion im vergangenen Jahrzehnt: Es wird produziert – aber nicht mehr bei uns", so Zühlke.

Oberbürgermeister Feldmann betont die hohe Bedeutung der Digitalisierung und der Industrie 4.0: „Frankfurt ist nicht nur ein internationaler Finanzplatz und Logistikstandort, sondern wird auch seine Position als internationaler Industriestandort ausbauen. Die Industrie ist Stabilitätsanker und schafft Innovationen. Ohne die Gewerbesteuereinnahmen der vielen Industriebetriebe könnten wir weder die Daseinsgrundfunktionen erfüllen, noch das Wachstum der Stadt finanzieren. Darüber hinaus leistet die Industrie einen wichtigen Beitrag zur sozialen Integration in unserer Stadt und ihren Stadtteilen“, so der Oberbürgermeister.

IHK-Präsident Müller stellte die Vorteile Frankfurts in der digitalen Infrastruktur heraus. „Hier, am größten europäischen Internet-Knoten, liegen bald so viele Kilometer an Glasfaserkabeln wie an Stromleitungen. Keine andere Stadt in Deutschland hat so viele Rechenzentren. Die Cloud, in die die riesigen Datenmengen der Industrie 4.0 einlaufen, steht – soweit es um eine deutsche Cloud geht - physikalisch meist in Frankfurt.“ Vor diesem Hintergrund stellte er die Frage, ob sich aus diesen hervorragenden Voraussetzungen nicht mehr machen ließe. „Vielleicht wäre es schon ein erster Schritt, an einem Gewerbegebiet ein Schild aufzustellen mit dem Hinweis: „Dieses Gewerbegebiet ist komplett mit Gigabit-Glasfaser-Anschlüssen ausgerüstet. Ein solches Gebiet auszubauen, bedeute einen überschaubaren Aufwand und wäre vielleicht doch ein großes Signal“, sagte der IHK-Präsident.

Eine Erkenntnis aus dem Masterplan Industrie ist nach den Worten des IHK-Präsidenten: „Die Industrie wird weiter wachsen. Expansions- und ansiedlungswilligen Unternehmen müssen also passende Flächen angeboten werden können. Wie der Masterplan zeigt, kommen dafür im Prinzip auch ungenutzte oder mindergenutzte Gewerbe- und Industrieflächen außerhalb der Industrieparks in Frage. Das politische Postulat lautet daher: Als erstes müssen die Flächen aktiviert werden, die dafür geeignet sind.“

In der anschließenden Podiumsdiskussion unterstrich Wirtschaftsdezernent Markus Frank, dass der Masterplan einen Prozess darstelle, der in diesem Jahr einen wichtigen Meilenstein erreicht habe. Dieser Prozess werde mit dem Kompetenzzentrum Industrie der Wirtschaftsförderung Frankfurt und der aktiven Mitwirkung des Beirats Industrie fortgesetzt: „Wir setzen die zahlreichen Projektvorschläge sukzessive auf allen industriepolitischen Handlungsfeldern um. Den Industriestandort Frankfurt voranzubringen, erfordert nicht nur die technischen digitalen Infrastrukturen, den Ausbau der Logistikinfrastruktur und Energieeffizienzmaßnahmen, sondern auch Investitionen in den Bereichen Arbeit und Qualifizierung, Kommunikation und Dialog sowie Innovation.“

Der Frankfurter Industrieabend stellt die zentrale Veranstaltung in Frankfurt am Main dar, um der Industrie die Wertschätzung entgegenzubringen, die ihrer weitreichenden und vielfältigen Bedeutung entspricht. In jedem Jahr laden die Stadt Frankfurt und die IHK Frankfurt gemeinsam hochrangige Vertreter aus der Frankfurter Wirtschaft, aus Industrie und Politik ein. Der Frankfurter Industrieabend findet abwechselnd im Römer und in der IHK Frankfurt statt.

 

 

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