Tourismuspolitische Positionen der IHK Frankfurt: Tourismusmarketing stärken

13.01.2016

 

Der Tourismus in Frankfurt am Main hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor und konstanten Wachstumsmotor entwickelt. Das belegen Zahlen wie 75 Mio. touristische Aufenthaltstage für die Stadt Frankfurt allein im Jahr 2013. Die Branche gehört mit einem tourismusinduzierten Beschäftigungsvolumen in der Stadt von rund 68.000 Personen zu den größten Arbeitgebern. Dennoch sieht die IHK Frankfurt noch Verbesserungsmöglichkeiten, vor allem für das Tourismus- und Stadtmarketing. „Frankfurt hat großes Potenzial im Tourismus, konkurriert aber auf nationaler und internationaler Ebene mit anderen Metropolen. Deshalb ist es notwendig, Maßnahmen in Angriff zu nehmen, um die touristische Position Frankfurts weiter zu stärken“, sagte Thomas Reichert, IHK-Vizepräsident, anlässlich der Veröffentlichung der Broschüre ‚Tourismuspolitische Positionen der IHK Frankfurt am Main – Impulse und Perspektiven für den Wirtschaftsfaktor Tourismus‘. Darin schlägt die IHK Frankfurt konkrete Maßnahmen vor, die den Tourismusstandort befördern können.

 

„Die Einführung einer Tourismus-Abgabe halten wir für nicht zielführend für die Branche, da bereits heute viele Steuermittel aus dem Tourismus kommen. Alleine in Frankfurt sind dies 100 Millionen Euro pro Jahr“, sagte Reichert. Anlass der Kritik ist eine Änderung des Kommunalen Abgabengesetzes durch die Hessische Landesregierung, die eine Möglichkeit für Kommunen schafft, eine Tourismusabgabe in noch zu definierenden Tourismusorten einzuführen. Die IHK fordert einen möglichst geringen bürokratischen Aufwand für betroffene Unternehmen, die die Abgabe erheben müssten. Sollte eine solche Abgabe für Frankfurt kommen, sei deren Ausgestaltung maßgebend für den Nutzen. Auch dürften die öffentlichen Zuschüsse an die Tourismusorganisationen, etwa der Tourismus+Congress Frankfurt GmbH (TCF), dann nicht einfach durch Einnahmen aus der Abgabe ersetzt, sondern sollten vielmehr aufgestockt werden. Wenn eine Tourismus-Abgabe eingeführt wird, müssen zudem die Mittel zweckgebunden für die Tourismusförderung eingesetzt werden, um  Frankfurts Stadt- und Tourismusmarketing im internationalen Wettbewerb zu stärken.

 

Dafür wünscht sich die IHK Frankfurt vor allem ein Bekenntnis der Stadt zur Tourismusbranche. „Wir suchen den Dialog mit der Stadt und erhoffen uns von Seiten der Verantwortlichen größere Aufmerksamkeit für das Thema“, sagte Reichert. Dies ist eine der Forderungen der Broschüre.

 

Hauptforderungen der IHK Frankfurt

 

  1. Politisches Bekenntnis zum Wirtschaftsfaktor Tourismus, Tourismusentwicklung finanziell sichern.
  2. Durch professionelle Markenpolitik Identität stiften und das Markenprofil schärfen. In der Kommunikation eine positive Emotionalität der Marke erreichen.
  3. Die Tourismusarbeit auf regionaler Ebene politisch und finanziell stärken.
  4. Gastgeber sein. Touristen Zugang zu Informationen ermöglichen, die Aufenthaltsqualität erhöhen und eine Willkommenskultur leben.
  5. Erreichbarkeit verbessern. Nutzerfreundlichkeit der Infrastruktur ausbauen und sich auf das Wachstum einstellen.

 

Neben den Hauptforderungen wird z.B. ganz konkret angeregt, die Aufenthaltsqualität in den S-Bahn-Stationen, insbesondere am Regionalbahnhof des Frankfurter Flughafens, zu verbessern und die Stationen zu sanieren. An Orten mit “Visitenkartenfunktion“ wie den zentralen Ankunfts- und Umsteigebahnhöfen, kann die Aufenthaltsqualität noch deutlich verbessert werden. Es wird dringend empfohlen die Handhabung der RMV-Fahrscheinautomaten, vor allem für ausländische Gäste, zu erleichtern. Bargeldlose Bezahlmöglichkeiten an Ticket-Automaten des ÖPNV sowie an Parkuhren und in Parkhäusern und in allen Taxen müssen zum Standard werden. Außerdem wäre eine regional ausgestaltete Tourismus-Card analog zur Frankfurt Card eine Möglichkeit, ein ansprechendes Angebot für Wochenendtouristen anzubieten und dieses Segment zu stärken.

 

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