Konjunkturumfrage im IHK-Bezirk Frankfurt am Main zum Jahresbeginn 2016: Rekordgeschäftslage bei sinkenden Erwartungen

03.02.2016

 

„Der Wirtschaftsmotor im IHK-Bezirk Frankfurt am Main läuft auf Hochtouren. Über alle Branchen hinweg berichtet jeder zweite Betrieb von aktuell guten Geschäften. Im Gastgewerbe sind es sogar 61 Prozent, bei den Dienstleistern 55 Prozent der Unternehmen. Das sind neue Rekordwerte“, so fasst Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage zusammen. „Dabei wird der Konjunkturmotor vor allem aus dem Inland befeuert. Der niedrige Ölpreis, das geringe Zinsniveau und die Rekordbeschäftigung sorgen für hohe Konsumausgaben. Am Horizont ziehen allerdings erste Wolken auf: Leicht nachlassende Erwartungen für die kommenden Monate zeigen, dass zahlreiche Krisenherde und die schwache Weltwirtschaft auch Unternehmen in Frankfurt und Umgebung Sorgen bereiten. Statt 31 Prozent im vergangenen Herbst erwarten im Moment nur noch 26 Prozent der Exporteure steigende Ausfuhren in den kommenden Monaten“, so Prof. Dr. Müller weiter.

 

Zum Hintergrund: Die IHK Frankfurt am Main befragt dreimal jährlich rund 3.000 Mitgliedsunternehmen im Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis sowie in der Stadt Frankfurt am Main zur aktuellen Lage und ihren Erwartungen.

 

Weitere Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage im Detail:

 

Der Arbeitsmarkt bleibt in hervorragender Verfassung. Auch in den nächsten Monaten wird die Beschäftigung – vor allem im Dienstleistungsbereich – weiter wachsen. Über alle Branchen hinweg plant jedes fünfte Unternehmen mit mehr Personal, nur zwölf Prozent wollen ihre Belegschaft verkleinern.

 

Der Investitionssaldo im IHK-Bezirk sinkt. Lediglich 21 Prozent der Unternehmen gehen von einem höheren Investitionsvolumen aus (minus vier Prozentpunkte), während jedes siebte Unternehmen eine geringere Investitionstätigkeit plant.

 

Die Situation in einzelnen Branchen: Die Industrie des IHK-Bezirks profitiert von der starken Binnennachfrage, die nochmals für leicht steigende Auftragseingänge aus dem Inland sorgt. Die Auftragslage aus dem Ausland ist trotz weltwirtschaftlicher konjunktureller Schwierigkeiten noch stabil. Entsprechend schätzen 94 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“ oder „befriedigend“ ein. Die Betriebe blicken auch weiterhin zuversichtlich in die Zukunft: Lediglich sechs Prozent rechnen mit nachlassenden Geschäften. Ebenfalls positiv bewertet das Baugewerbe die derzeitige Auftragslage. Insbesondere der starke Zuzug in die Metropolregion belebt den Immobilienmarkt, sodass 93 Prozent der Bauunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“ oder „befriedigend“ einschätzen. Trotz dieser positiven Ausgangslage rechnet lediglich jedes zehnte Unternehmen mit besseren Geschäften in den kommenden Monaten, während 81 Prozent von einer konstanten Entwicklung ausgehen. Sorgen bereitet der Branche vor allem der Fachkräftemangel, denn 55 Prozent der Betriebe sehen darin ein wesentliches Entwicklungsrisiko.

 

Trotz der massiven Regulierung ist die Stimmung am Finanzplatz Frankfurt gut. Drei von vier Finanzdienstleistern schätzen die derzeitige Geschäftslage als „gut“ ein. Obwohl das Zinsniveau aktuell sehr niedrig ist, fällt auch die Lagebeurteilung des Kredit- und Versicherungsgewerbes positiv aus. 64 Prozent der Branche beurteilen die aktuelle Lage als „gut“ und lediglich vier Prozent als „schlecht“.

 

Die Auftragslage der unternehmensbezogenen Dienstleister nimmt weiter Fahrt auf. 56 Prozent berichten von guten, nur sieben Prozent von schlechten Geschäften. Die personenbezogenen Dienstleister profitieren von steigenden verfügbaren Einkommen. 92 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“ oder „befriedigend“. Der Einzelhandel kann dank der guten Kauflaune ebenfalls seine Umsätze steigern. 89 Prozent der Händler schätzen ihre derzeitige Geschäftslage als „gut“ oder „befriedigend“ ein. Die Zuversicht für die kommenden Monate lässt zwar nach, doch der Investitionssaldo kann sich im Vergleich zum Vorjahr um satte 19 Punkte auf plus eins verbessern.

 

Beschäftigungsimpulse sind aus der Verkehrsbranche zu erwarten. Jedes vierte Unternehmen rechnet mit einem Personalaufbau, während lediglich jeder zehnte Betrieb plant Stellen abzubauen. Der niedrige Ölpreis sorgt für eine Kostenentlastung in der Branche, die sich sowohl auf die Einschätzung der aktuellen als auch der zukünftigen Geschäftslage positiv auswirkt. 27 Prozent der Betriebe erwarten eine günstigere und nur noch 13 Prozent eine schlechtere Entwicklung der Geschäfte. Der Investitionssaldo steigt von minus zwei auf satte plus 19 Punkte.

 

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