Die Abgeltungssteuer ist gerecht und vereinfacht das Steuerrecht

03.02.2016

 

„Die Abgeltungssteuer ist gerecht und vereinfacht das Steuerrecht“: Mit diesen Worten verteidigt Matthias Leder, Federführer Steuern der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs (ARGE), die Beibehaltung der Abgeltungssteuer.

 

Damit widerspricht Leder der Behauptung von Gewerkschaftsvertretern und manchen Vertretern von Parteien, wonach die Abgeltungssteuer ungerecht sei, weil Arbeit mit bis zu 42 Prozent Einkommensteuer belastet würde, Kapitaleinkünfte über die Abgeltungssteuer aber lediglich mit 25 Prozent besteuert würden. Diese Behauptung sei aus mehreren Gründen falsch.

  1. Die Gewerkschaften würden offenbar übersehen, dass es sich beim Großteil der Kapitaleinkommen um Dividenden, also um ausgeschüttete Unternehmensgewinne, handele. Diese seien aber auf Unternehmensebene bereits mit Ertragsteuern belastet, bei Kapitalgesellschaften mit 15 Prozent Körperschaftsteuer und nochmals rund 15 Prozent Gewerbesteuer. In Summe also rund 30 Prozent. Die Ertragsteuern auf Unternehmensebene in Verbindung mit der Abgeltungssteuer addieren sich auf rund 48 Prozent und liegen damit sogar über dem Spitzensteuersatz von 45 Prozent für die besonders „reichen“ Arbeitseinkommensbezieher, die „Reichensteuer“ zahlen würden. Von einer Bevorzugung der Dividendenbezieher könne somit keine Rede sein. Bei einer Abschaffung der Abgeltungssteuer und Rückkehr der Kapitalerträge in die Einkommensteuer müsste man über eine Unternehmensteuerreform nachdenken. Denn die Belastung der ausgeschütteten Gewinne könne sonst über 60 Prozent ansteigen.

  2. Wie die Wissenschaftler Clemens Fuest und Christoph Spengel darlegen, beträgt die durchschnittliche Steuerbelastung von Arbeitseinkommensbeziehern 17 Prozent. Selbst die Gruppe der Besserverdienenden zahle nur 22 Prozent. Die tatsächliche Belastung der Arbeitnehmer ist also deutlich niedriger als die von Gewerkschaftlern herangezogenen 42 Prozent.

  3. Auch das Argument, dass durch die Abgeltungssteuer Zinseinkünfte begünstigt seien, trage nicht (mehr), meint Leder. Bei 0 Zinsen im Euroraum bringe ein (ermäßigter) Steuersatz von 25 Prozent dem Sparer „nicht richtig viel“.

 

„Eindeutiger Vorteil der Abgeltungssteuer ist, dass sie die Besteuerung vereinfacht. Vielen Steuerpflichtigen bleibt es erspart, Kapitaleinkünfte in der Steuererklärung anzugeben. Wollen wir das deutsche Steuerrecht noch komplizierter machen, als es ohnehin schon ist?“, fragt Leder.

 

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