Industrie 4.0 versachlichen – was für Unterneh-men jetzt wichtig ist

04.04.2016

 

„Wir schaffen uns alle ab!“ prophezeien die einen. „Keine Panik, bislang ist noch immer alles gut gegangen.“ beschwichtigen die anderen. Wenn es um den Megatrend Industrie 4.0 geht, könnten die Meinungen kaum gegensätzlicher sein. Wer hat nun Recht? Der 6. Kongress des Demografienetzwerks am 14.04. in der IHK Frankfurt will dazu ein ausgewogenes Gesamtbild liefern. Den Startschuss liefert eine Pro-Kontra-Debatte von gleich zwei Keynotes. Wenn es nach den Berechnungen der ING-DiBA geht, könnten Roboter bald 50 Prozent aller Arbeitsplätze in Deutschland überflüssig machen: „Unterm Strich werden sich Tätigkeiten und ganze Berufsbilder verändern. Als Industrienation wird es höchste Zeit, dass wir uns auf die Anforderungen der Digitalisierung einstellen.“ gibt   Chef-Volkswirt Carsten Brzeski zu bedenken und wird die möglichen Szenarien in seiner Keynote genauer erläutern.
Den Gegenentwurf wird Josephine Hofmann vom Fraunhofer-Institut liefern. In ihrer Keynote geht es um die Chancen, die 4.0 für Wirtschaft und Gesellschaft bieten. Denn: „Die Voraussetzungen für eine chancenorientierte Nutzung von Industrie 4.0 sind gerade in FrankfurtRheinMain sehr gut: Ob Logistik, Infrastruktur, Bildung oder die große Wirtschaftskraft allgemein – all das bietet tolle Gestaltungschancen, die genutzt werden sollten!“

 

In drei Foren geht es anschließend an die praktische Umsetzung. Unternehmen nicht nur aus der Region zeigen, wie sie mit den Herausforderungen der Digitalisierung umgehen. Etwa wenn es um Akzeptanzbarrieren unter den Mitarbeitern geht. Firmen wie Continental, Crytek oder EnBw geben Einblicke, wie sie ihre heterogene Belegschaft fit für die Digitalisierung machen – mit Rücksicht auf die verschiedenen Altersstufen und Bedürfnisse. Apropos  Bedürfnisse: Wie steht es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wenn Eltern jetzt von überall aus arbeiten können – vielleicht müssen? Und riskieren Unternehmen nicht auch eine innerbetriebliche Entgrenzung, wenn ihre Mitarbeiter vermehrt virtuell am Arbeitsplatz sind? Nicht selten prallen Welten aufeinander, wenn es um alternative Arbeitsformen geht. Vodafone, die ING-DiBa und die Deutsche Bahn geben hierzu wertvolle Anregungen, wie Führungskräfte Vereinbarkeitsfragen und Organisationsentwicklung im Sinne eines agilen Unternehmens meistern können.

 

Aber auch für Kommunen bedeutet Industrie 4.0 eine Menge Hausaufgaben. Der Think Tank Wissensregion stellt zusammen mit der Frankfurt University of Applied Sciences vor, wie durch die Digitalisierung der Industriesektor gestärkt werden kann und sich neue Produktionsbetriebe wieder im städtischen Raum ansiedeln können. Vorausgesetzt, die Region versteht es, auf die Bedürfnisse von Betrieben und Anwohnern einzugehen. Welche genau das sind, hat der Think Tank zuvor über mehrere Monate ermittelt und wird die Ergebnisse auf dem Demografiekongress  vorstellen.  Besucher dürfen sich auch auf Karl-Christian Schelzke, Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes freuen. Er weitet den Blick über die Metropole hinaus und stellt Konzepte vor, wie strukturstarke und strukturschwache Regionen in Fragen von Wohnen, Verkehr und Arbeiten  voneinander profitieren können.

 

Für IHK-Präsident Prof. Dr. Mathias Müller ist klar: "Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung kommen zahlreiche neue Herausforderungen auf die Unternehmen und ihre Mitarbeiter zu. Beispielsweise gehen 55 Prozent der Unternehmen im Bezirk der IHK Frankfurt am Main davon aus, dass ihre Mitarbeiter zukünftig höhere Qualifikationsanforderungen mitbringen müssen. Quer durch die Berufsbilder kommt es in zunehmendem Maße also auf die „Digitalkompetenzen“ der Mitarbeiter an. Deshalb ist es dringend erforderlich, dass Digitalisierungsthemen eine wesentlich größere Rolle als bisher spielen - dies gilt sowohl für die schulische und berufliche Bildung als auch für die berufsbegleitende Weiterbildung und die Hochschulen. Von dem Kongress erwarte ich mir mehr Klarheit darüber, wie die Marschroute für Unternehmen und Politik aussehen könnte.“

 

Über das Demografienetzwerk FrankfurtRheinMain

 

Das Demografienetzwerk FrankfurtRheinMain besteht zurzeit aus 13 Partnern. Die Initiatoren sind: die IHK Frankfurt am Main, die Stadt Eschborn, die Stadt Frankfurt am Main, der Regionalverband FrankfurtRheinMain, das Europabüro der Metropolregion FrankfurtRheinMain, die ING-DiBa, das Demographie Netzwerk (ddn) , die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, das IHK-Forum Rhein-Main, die Carl Duisberg Gesellschaft e.V. (CDG), die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, der Verein zur Förderung der Standortentwicklung e.V. und die Frankfurt University of Applied Sciences. Die Initiatoren bündeln viele ihrer Aktivitäten zur Fachkräftesicherung in dem Netzwerk. Wichtigste Instrumente sind der Kongress, Fachveranstaltungen, Arbeitskreise, Broschüren und die Website: www.demografienetzwerk-frm.de

 

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