Wissensbilanz FrankfurtRheinMain 2016
Starke Region mit akutem Handlungsbedarf

08.07.2016

Die Dynamik der Wirtschafts- und Wissensregion FrankfurtRheinMain hat sich in den letzten Jahren in einigen Feldern beschleunigt, in anderen aber auch deutlich nachgelassen. Eine starke Region, jedoch mit akutem Handlungsbedarf – das ist das Ergebnis der Wissensbilanz 2016, einer deutschlandweit einzigartigen Benchmark-Studie, die elf Metropolregionen anhand von 30 Indikatoren miteinander vergleicht. Die detaillierten Ergebnisse wurden am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz durch die IHK Frankfurt am Main, den Regionalverband FrankfurtRheinMain und die Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain vorgestellt.

 

Mit der Unterzeichnung der Wissenserklärung 2008 wurde durch über 370 führende Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft der Grundstein für die Arbeit der Initiative Wissensregion gelegt. Seitdem hat sich vieles in der Metropolregion FrankfurtRheinMain positiv entwickelt. Hervorzuheben ist der Anstieg der Betreuungs- und Abiturientenquote sowie der Beschäftigtenzahl mit akademischem Abschluss. Auch die Anzahl der dualen Studiengänge und der internationalen und überregionalen Messen nahm zu. Auf der anderen Seite verzeichnet die Region weniger Promotionen und Beschäftigte in der Kreativ- und Hightechbranche. Am drastischsten ist der Rückgang der Beschäftigten in der Forschung und Entwicklung. Dieser Trend zeigt sich auch bei den Investitionen der Unternehmen in Forschung und Entwicklung, wo FrankfurtRheinMain nur eine Steigerung von knapp 2 Prozent verbuchen kann und somit weit hinter der bundesweiten Steigerungsrate von über 18 Prozent zurück bleibt.

 

Nur Regionen, die international und innovativ, dynamisch und zukunftsorientiert, lebenswert und attraktiv sowie wirtschafts- und forschungsstark sind, werden sich im Wettbewerb der Standorte behaupten können. „Der Produktionsfaktor unserer Region ist ganz klar das Wissen. Deshalb soll die Wissensbilanz 2016 als objektives Bewertungsinstrument Impulse für die Entscheider unserer Region liefern. Wir wünschen uns, dass die Verantwortlichen des Landes, der Kreise und Gemeinden, aber auch der Wirtschaft und Wissenschaft, sich des Handlungsbedarfs bewusst werden und gemeinsam mit den Trägerinstitutionen IHK, Regionalverband und Wirtschaftsinitiative daran arbeiten“, sagt Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main.

 

In der Metropolregion wurden an einigen wichtigen Stellen sinnvolle Schritte eingeleitet. So ist im Hochschulbereich mit dem Hochschulpakt endlich die Planbarkeit für die Hochschulen gegeben; sie verfügen über mehr Autonomie als früher und bewerben sich erfolgreich um die Förderung ihrer Exzellenz-Cluster. „Weiterhin möchte ich die Fintech-Initiative nennen, die die Landesregierung und die Finanzwirtschaft in Frankfurt gestartet haben. Hier wurde der Grundstein für die neue Finanzindustrie der Region gelegt. Am Beispiel der Digitalisierung der Finanzindustrie kann man sehen, dass unsere Region auf neue Entwicklungen geeignete Antworten findet“, sagt Prof. Dr. Wilhelm Bender, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsinitiative Frankfurt-RheinMain.

 

„FrankfurtRheinMain spielt ohne Frage in der Champions League der deutschen und europäischen Wirtschaftsstandorte. In Zukunft soll unsere Wissensregion stärker zur Lösung der wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen, zum Beispiel der Energiewende. Der Wandel von der konventionellen hin zur regenerativen Stromerzeugung muss auch hier in Zukunft gelingen. Die Pluspunkte unserer Region sind hier die vielen innovativen Unternehmen und Forscher, die das Wissen rund um diese Technologie und die damit verbundenen Herausforderungen stetig erweitern. Wissen muss effektiver und umfangreicher eingesetzt und genutzt werden“, sagt Ludger Stüve, Verbandsdirektor, Regionalverband FrankfurtRheinMain.

 

Die Wissensbilanz zeigt Veränderungen in den vergangenen Jahren in 30 Kategorien auf. So hat sich die Zahl der Schulabgänger mit Hochschulreife um 7,4 Prozentpunkte (23,2 Prozent) erhöht, während im Bundesdurchschnitt nur ein Anstieg von 4,5 Prozentpunkten ermittelt wurde, was die Region zu einer starken Wirtschafts- und Wissensregion macht. Im Bereich der Forschung und Entwicklung muss sich die Region einem Beschäftigungs-Rückgang von elf Prozent stellen, während auf Bundesebene sogar ein Aufbau verzeichnet wird. Beim Erwerb von Drittmitteln haben sich die Hochschulen in der Wissensregion mit 21,1 Prozent deutlich verbessert, allerdings liegt der Anstieg noch unter dem Bundesdurchschnitt mit 24,2 Prozent. Jahrelang belegte die Metropolregion FrankfurtRheinMain bei der Studierendenzahl den ersten Platz, bis sie nun von der Region Rhein-Ruhr überholt wurde. Trotz eines sehr guten Anstiegs der absoluten Zahl bei den dualen Studiengängen, kann die Wissensregion mit der Steigerungsrate auf Bundesebene nicht mehr mithalten. Die Metropolregion ist hier von Platz fünf auf sieben gerutscht.

 

Die Gesamtschau aller Indikatoren ergibt folgendes Bild: FrankfurtRheinMain liegt zweimal auf Rang eins, fünf Mal auf Rang zwei und sechsmal auf Rang drei. Dreimal landet die Metropolregion auf Rang neun und einmal sogar auf dem letzten Platz.

 

Alle Ergebnisse der Wissensbilanz 2016 online unter
www.wissensportal-frankfurtrheinmain.de/wissensbilanz

 

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