Im Statusbericht zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept der Stadt Frankfurt fehlt der regionale Ansatz

04.07.2016

 

Grundsätzlich begrüßt die IHK Frankfurt am Main den Prozess der Stadt Frankfurt ein integriertes Stadtentwicklungskonzept zu erstellen. Nur so können strategisch die Herausforderungen der Stadtentwicklung bei einer wachsenden Stadt bewältigt werden. Jedoch zeigt der jetzt zur Kommentierung vorgelegte Statusbericht noch deutliche Lücken und offene Fragen.

 

So fehlt im Statusbericht insbesondere der regionale Ansatz, d. h. die Einbindung der Frankfurter Stadtentwicklung in den regionalen Kontext. Zielführend wäre es aus Sicht der IHK, eine enge regionale Kooperation zu verfolgen; denn eine integrierte Stadtentwicklung muss die Belange der Region berücksichtigen, stellt aber auch Anforderungen an diese. Im Planungsprozess müssen daher auch die Akteure aus der Region und deren Wissen einbezogen werden.

 

Die Ziele, die dem Statusbericht zufolge verfolgt werden, beziehen sich ausschließlich auf die sektoral erarbeiteten Bausteine – z. B. Wohnbaulandentwicklung, Klimaschutz, Flächenbedarf an Betreuungs- und Bildungseinrichtungen, stadtverträgliche Mobilität sowie künftige Raumansprüche von Industrie und Gewerbe. Diese sektoralen Konzepte müssen in einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept einer ganzheitlichen, fachübergreifenden Lösung zugeführt werden.

 

Außerdem werden Prognosen auf Basis veralteter Daten vorgenommen, was die Annahmen über die Bevölkerungsentwicklung, und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Stadtentwicklung, verfälscht.


Im Einzelnen sollten folgende wesentliche Aspekte deutlicher herausgestellt werden:

  •  Die Chancen, die sich aus einer Außenentwicklung ergeben: Die     Annahme, dass alle Nutzungen im Innenbereich der Stadt dargestellt werden können, geht fehl und erhöht den Druck auf bestehende Strukturen.
  • Der Zusammenhang von Baulandkostensteigerungen in Folge der Flächenknappheit und den daraus resultierenden höheren Wohnkosten. Erforderlich ist es, Flächenverfügbarkeiten vorausschauend zu planen.
  • Die Bedürfnisse der klassischen Industrie. Sie bleiben weitgehend unberücksichtigt, sind aber auch in Zeiten von Industrie 4.0 enorm wichtig für eine gesunde Wirtschaftsstruktur in Stadt und Region. Bezüglich des prognostizierten Flächenbedarfs, sind die Ergebnisse des räumlich-funktionalen Entwicklungskonzepts im Rahmen des Masterplans Industrie in den Statusberichts einzuarbeiten.

 

Abschließend weist die IHK darauf hin, dass zwar eine gute Kommunikation möglichst viele öffentliche, zivilgesellschaftliche und private Akteure teilhaben lässt, die sich auf Augenhöhe begegnen und einander zuhören, aber eine Fokussierung auf eine reine Bürgerbeteiligung nicht funktionieren wird. Neben Partizipation, Transparenz, Offenheit, Kommunikation sowie Kooperation müssen den Beteiligten von vornherein die Grenzen und Möglichkeiten dieses Beteiligungsprozesses aufgezeigt werden. Nur so kann Enttäuschungen und Missverständnissen vorgebeugt werden.

 

Die Stadt Frankfurt erarbeitete derzeit ein Integriertes Stadtentwicklungsprozess.


Das Positionspapier „Anforderungen der Wirtschaft an eine integrierte Stadtentwicklung der Stadt Frankfurt für eine zukunftsorientierte Metropolregion FrankfurtRheinMain“ finden Sie unter:
www.frankfurt-main.ihk.de/position_stadtentwicklung

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Anne Stephanie Waldeck Unternehmenskommunikation stellvertretende Pressesprecherin
Telefon: 069 2197-1584Fax: 069 2197-1488

Ansprechpartner

Pressestelle IHK Frankfurt am Main Unternehmenskommunikation
Telefon: 069 2197-1201 Fax: 069 2197-1488