Berufsbezogene Sprachkenntnisse:
Mehr Angebote und eine bessere Verzahnung von Förderprogrammen notwendig

01.09.2016

 

Um Unternehmen zukünftige potenzielle Fachkräfte zu erschließen, sind berufsbezogene Sprachkenntnisse notwendig. Dieser Aspekt ist in der bisherigen Arbeitsmarktpolitik zu wenig berücksichtigt worden. Dies ist ein Ergebnis der Veranstaltung „Neue Wege in der beruflichen Sprachförderung“. Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main (IHK) und die GFFB gGmbH hatten Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik dazu eingeladen, neue Wege zum Erwerb und zur Vermittlung der Berufssprache Deutsch aufzuzeigen sowie strategische Ziele zu definieren. In sieben Foren stellten Referenten Best-Practice-Beispiele vor und erarbeiteten Forderungen zu politischen und bildungspädagogischen Rahmenbedingungen.

Karen Hoyndorf, Stellvertretende Präsidentin der IHK Frankfurt am Main, nannte in ihrer Begrüßung eine der Hauptforderungen: „Es muss eine berufsbezogene Sprachförderung in Unternehmen und bei Bildungsanbietern geben. Dazu braucht es mehr Angebote bei Bildungsunternehmen, Zugang zu Materialien und eine bessere Verzahnung von Förderprogrammen von Bund, Land und Kommunen.“ Grund ist, dass mangelnde Sprachkompetenz die Entwicklung gerade von Flüchtlingen und Geringqualifizierten zu Fachkräften behindert. Auf diese neuen, jüngeren Fachkräfte sind die Unternehmen jedoch angewiesen, da sie sich nicht mehr allein auf die duale Berufsausbildung und das direkte Rekrutieren am Arbeitsmarkt verlassen können. Aktuell fehlen den Unternehmen im Bezirk der IHK Frankfurt am Main (Stadt Frankfurt, Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis)  rund 42.000 Fachkräfte.

Gerade die aktuelle Politik zur Sprachförderung für Flüchtlinge habe viele Ansätze zu Tage gebracht, an denen Verbesserungspotenzial besteht. Die zwei wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit Zuwanderern sind derzeit, wie sie Deutsch lernen und wie sie in den Arbeitsmarkt integriert werden können. „Denn wer die Fachsprache seines Berufs nicht kennt, wird sich auf Dauer nur schwer in dieser Arbeitswelt zurecht finden“, sagte Hoyndorf. Mit den Forderungen der Veranstaltung will die IHK Frankfurt auch Unternehmen für das Thema sensibilisieren. „Wir möchten den Unternehmen aufzeigen, dass mit beruflicher Sprachförderung ein großes Potenzial an zukünftigen Fachkräften zu finden ist“, so Hoyndorf. Es lohne sich, in diese Art von Weiterbildung zu investieren.

 

Barbara Wagner, geschäftsführende Gesellschafterin der GFFB gGmbH, betonte in ihrem Statement die Notwendigkeit einer Verzahnung beruflicher Kompetenzen mit der Fach- und Bildungssprache im Rahmen von Ausbildungen und Umschulungen. Die Bedeutung des Erwerbs der Bildungssprache werde häufig unterschätzt, sei aber für die Abschlussprüfungen unerlässlich. Zudem fehle es an Sprachförderkräften, die fachsprachliche Inhalte in Verbindung mit der Bildungssprache vermitteln könnten.


Die Brisanz dieses Themas zeigt die hohe Teilnehmerzahl des bundesweit einmaligen Kongresses: rund 400 Führungs- und Fachkräfte im Personal- und Bildungsmanagement sowie Ausbildungsverantwortliche und Arbeitsmarktakteure aus dem gesamten Bundesgebiet waren hierzu nach Frankfurt angereist.

Die in der Veranstaltung beratenen „Frankfurter Forderungen zur beruflichen Sprachförderung“ sind hier einsehbar.

>> Frankfurter Forderungen zur beruflichen Sprachförderung

 

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