Verunsicherung der Reisenden durch politische Krisen und Konflikte - Tunesien und Türkei derzeit am stärksten betroffen

07.09.2016

 

Die Krisen und Konflikte in wichtigen Urlaubsregionen haben sich auch in den Buchungszahlen der Reisebüros im Kammerbezirk der IHK Frankfurt am Main niedergeschlagen. „In den Ländern rund ums Mittelmeer waren in diesem Sommer vor allem für Tunesien und Türkei sehr starke Rückgänge zu verzeichnen“, sagte Thomas Reichert, Vizepräsident der IHK Frankfurt am Main und Vorsitzender des IHK-Ausschusses für Tourismus. Die IHK hat mit einer Online-Umfrage in den letzten Wochen ein Stimmungsbild bei den Reiseunternehmen eingeholt.

 

Unter den Haupt-Destinationen sind demnach deutliche Unterschiede zu erkennen. Mit der Buchungsentwicklung in den Destinationen Ägypten, Tunesien und Türkei zeigen sich die meisten Befragten “gar nicht zufrieden“. In der Destination Tunesien sprechen ein Drittel der Befragten von einem Buchungsrückgang von über fünfzig Prozent, bei Reisen in die Türkei sehen zwei Drittel der Veranstalter und Vermittler einen Rückgang von über vierzig Prozent. In Ägypten wird der Rückgang deutlich gemäßigter gewertet.

 

Vergleichsweise besser scheint die Lage in Marokko zu sein, das nicht unmittelbar von den übrigen Krisen betroffen ist: Die Unternehmen sind zwar mit den Buchungen unzufrieden, die Hälfte der Befragten verzeichnet jedoch keinen spürbaren Buchungsrückgang bei Reisen nach Marokko.

 

Der Griechenland-Tourismus scheint sich von den Auswirkungen der Flüchtlingskrise zu erholen. Drei Viertel der befragten Reiseunternehmen gibt an, “zufrieden“ oder gar “sehr zufrieden“ mit der Buchungssituation zu sein, eine überwältigende Mehrheit vermeldet keinen spürbaren Rückgang.

 

Mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht einen Hauptgrund für die negative Entwicklung in der Berichterstattung der Medien. Sie fordern aber auch einen besseren politischen Dialog zwischen Bundesregierung und den Regierungen der Krisendestinationen mit dem Ziel, auch die Sicherheitslage in den Destinationen selbst zu verbessern und das verlorengegangene Vertrauen der Reisenden zurückzugewinnen.

 

Für Reichert liegen die Zusammenhänge auf der Hand: „Durch die politischen Krisen und Konflikte der letzten Jahre, im Falle der Türkei insbesondere in den letzten Monaten, hat die Reisebranche größere Umsatzeinbußen zu verzeichnen, da viele Reisende enorm verunsichert sind. Die Reisebranche kann ihre Kunden zwar durch ihre neutralen Kontakte über die jeweilige Lage in den Zielgebieten aufklären, letztlich kann aber nur ein offener Dialog der Bundesregierung mit den Krisendestinationen nachhaltige Verbesserungen bringen. Der durch die Medien aufgeklärte Tourist reist nicht in Länder, in denen internationale Standards zu den Themen Sicherheit, Bürgerrechte und Menschenwürde nicht eingehalten werden. Nur so können, unterstützt durch geeignete Marketingaktivitäten, Stammgäste zurückgeholt und neue Gäste gewonnen werden. Ägypten, Tunesien und vor allem die Türkei sind für die Reisebranche unverzichtbar.“

 

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