Vogel-Strauß-Taktik beenden - Politik muss endlich reagieren

12.09.2016

"Angesichts der Einkaufszentren auf der grünen Wiese und wachsendem Online-Handel sind verkaufsoffene Sonntage, gerade für kleinere Kommunen und Stadtteile, ein wichtiges Instrument des Stadtmarketings, um die Vitalität der Innenstädte aufrecht zu erhalten“, erklärt Dr. Joachim Stoll, Vorsitzender des Einzelhandels-ausschusses der IHK Frankfurt am Main. Die Passantenfrequenzen in Städten sind weltweit rückläufig, wodurch die Situation des Handels zunehmend verschärft wird. Städte leben aber von ihren Innenstädten und Stadtteilzentren, die sie erst attraktiv machen.

 

"Alleine mit der gezielten Klage-Drohung von Verdi, wurden die betroffenen Gewerbevereine und kleinen Einzelhändler unter Druck gesetzt" so Stoll. Droht doch erheblicher Schaden bei kurzfristiger Absage - wie in der Vergangenheit erfolgt. Über Wochen und Monate wurden die verkaufsoffenen Sonntage  mit viel ehrenamtlichem Engagement in den Stadtteilen organisiert. Diese Situation führt dazu, dass die Bereitschaft, sich in den Stadtteilen zu engagieren, abnimmt. Den Schaden haben nicht zuletzt die Bürger vor Ort.

 

"Ich unterstelle unseren Landtagsabgeordneten, dass sie mit dem Hessischen Ladenöffnungsgesetz die Grundlage schaffen wollten, dem Handel vier verkaufs-offene Sonntage pro Jahr zu ermöglichen. Heute haben wir es aber mit einem Verhinderungsgesetz zu tun. Dies kann und darf für die Verantwortlichen nicht zufriedenstellend sein. Eine Änderung des Hessischen Ladenöffnungsgesetzes ist mehr als überfällig" so Stoll.

 

In Hessen sind durch die Regelungen im Hessischen Ladenöffnungsgesetz vier verkaufsoffene Sonntage zu bestimmten Anlässen möglich. Die Bestimmung, dass verkaufsoffene Sonntage nur in Verbindung mit örtlichen Großveranstaltungen erlaubt sind, stammt aus der Zeit, als der Einzelhandel eine Versorgungsfunktion bei Groß-veranstaltungen hatte. Diese Funktion hat inzwischen abgenommen, heute gehe es um die Förderung lebendiger Innenstädte. Die Stadt Frankfurt hat bei den vergangenen beiden Verkaufsoffenen Sonntagen bereits mit starken räumlichen Einschränkungen reagiert.

 

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