Tourismusabgabe zur Stärkung des Tourismus- und Stadtmarketings einsetzen: IHK und DEHOGA veröffentlichen gemeinsame Position

22.09.2016

Die IHK Frankfurt am Main und der DEHOGA Frankfurt haben ein gemeinsames Positionspapier zur geplanten Einführung einer Tourismusabgabe veröffentlicht. Damit reagieren Kammer und Verband auf das im Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen vorgesehene Zusammenwirken von Politik und Wirtschaft im Umsetzungsprozess der geplanten Tourismusabgabe.

Demnach fordern die IHK Frankfurt und der DEHOGA Frankfurt mit Nachdruck, dass die aus der Tourismusabgabe erwarteten Mittel zweckgebunden für die Tourismusförderung und das Stadtmarketing eingesetzt werden. „Ein Hauptziel muss es sein, Frankfurts Tourismus- und Stadtmarketing im nationalen und internationalen Wettbewerb zu stärken und die finanzielle Ausstattung der Tourismus + Congress GmbH Frankfurt dauerhaft und spürbar zu verbessern“, erklärt Thomas Reichert, Vizepräsident der IHK Frankfurt. Reichert befürchtet, dass andere Städte, deren Marketinggesellschaften finanziell wesentlich besser ausgestattet sind, Frankfurt beim Werben um Touristen zunehmend den Rang ablaufen.

Da die Betriebe der Tourismuswirtschaft die Hauptlast zu tragen haben, fordern die IHK Frankfurt und der DEHOGA Frankfurt die Einrichtung eines Beirates unter Beteiligung von IHK und DEHOGA. Der Beirat sollte bei Fragen der Mittelverwendung und Mittelverteilung mit einbezogen werden und bei der Satzung Mitspracherecht haben.

Bei der konkreten Ausgestaltung der Satzung fordern IHK Frankfurt und DEHOGA Frankfurt, dass der bürokratische Aufwand für die betroffenen Unternehmen gering gehalten wird. Die Meldungen der abgabepflichtigen Unternehmen sollten möglichst als Ergänzung zum bisher bereits eingesetzten Meldeschein erfolgen.

Selbst unter Berücksichtigung dieses einfachen Meldeverfahrens werden nach Berechnungen der IHK Frankfurt und der DEHOGA Frankfurt für die betroffenen Unternehmen Verwaltungskosten von bis zu 4,3 Mio. Euro anfallen. Grundlage dieser Berechnung ist das vom Statistischen Bundesamt anerkannte Standardkostenmodell zur Messung von Bürokratiekosten. Es rechnet die benötigte Zeit für Arbeitsabläufe je nach Gästetyp in Kosten um. Die Basis der Kosten bilden die durchschnittlichen Lohnkosten eines Rezeptionisten in Frankfurt.

Nach Ansicht der IHK Frankfurt und der DEHOGA Frankfurt sollten Tagestouristen von der Abgabe ausgenommen sein. Der damit verbundene Aufwand an den Verkaufsstellen der betroffenen Einrichtungen wie Museen, Kinos oder Sportveranstaltungen rechtfertigt die Erhebung nicht.

„Auch Geschäftsreisende, die von der Tourismusabgabe ausgenommen sind, verursachen durch die Einholung des Nachweises der Geschäftsreise Dokumentationspflichten und dies wiederum führt zu weiteren Verwaltungskosten. Wir fordern eine klare und unbürokratische Erfassung“, erklärt Eduard Singer, Vorsitzender der DEHOGA Frankfurt und stellvertretender Präsident DEHOGA Hessen.

Die Höhe der Tourismusabgabe ist noch nicht festgelegt, weshalb auch die Höhe der erwarteten Einnahmen daraus noch offen ist. Die Berechnung der Abgabe sollte als gleicher Abgabebetrag pro Person und pro Übernachtung erfolgen. Sie ist im Gegensatz zu einer prozentualen Abgabe die praktikablere und transparentere Lösung.

Die IHK und der DEHOGA weisen auf den Informationsbedarf aller Beteiligten hin und fordern die Bereitstellung eines elektronischen Fragen- und Antwortkatalogs. „Wir haben aufmerksam beobachtet, wie die Einführung vergleichbarer Abgaben in anderen Städten abgelaufen ist. Teilweise ist die Einführung sehr chaotisch verlaufen. Das können wir uns in Frankfurt nicht leisten. Eine frühzeitige Aufklärung aller Beteiligten ist daher zwingend notwendig“ erklärt Thomas Reichert.

Die IHK Frankfurt und der DEHOGA Frankfurt fordern die Einbeziehung von Privatunterkünften, insbesondere auch solche, die über digitale Vermittlungsplattformen vermittelt werden.

Die vollständige Position zur Tourismusabgabe von IHK Frankfurt und DEHOGA Frankfurt finden Sie unter:

http://www.frankfurt-main.ihk.de/positionspapier_tourismusabgabe

 

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