FrankfurtRheinMain braucht die Regionaltangente West

24.03.2017

 

Die Wirtschaft in FrankfurtRheinMain braucht die Regionaltangente West (RTW). Die Vorteile für die Beschäftigten und Betriebe in den Standorten entlang der geplanten neuen Schienenverbindung in der Region westlich von Frankfurt unterstrichen IHK-Hauptgeschäftsführer Matthias Gräßle, Verkehrsdezernent Stadtrat Klaus Oesterling, Frank Metlicar, Direktor des Mövenpick Hotels Oberursel, Ernst Fritzemeier, Prokurist und Geschäftsleiter Technik, Produktion & Beschaffung der Firma Ringspann aus Bad Homburg, Thomas Busch, Leiter des Geschäftsbereichs Verkehrs- und Mobilitätsplanung beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), sowie Rolf Valussi, Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main zur Unterstützung der RTW.

 

„Mit der 44 Kilometer langen Schienenverbindung von Bad Homburg über den Flughafen bis nach Neu-Isenburg werden zigtausende Arbeitsplätze schneller erreichbar. Die Wirtschaftsstandorte entlang der Linie werden für Unternehmen attraktiver, die Region rückt näher zusammen, so dass sich auch die Wohnsituation für Fachkräfte ein Stück mehr entspannen dürfte“, sagte Matthias Gräßle, Hauptgeschäftsführer der IHK Frankfurt am Main, vor Vertretern von Kommunen und Kreisen. „Die Unternehmen und ihre Mitarbeiter in FrankfurtRheinMain haben ein hohes Interesse an der Realisierung.“

 

Die RTW verbindet den Hochtaunuskreis im Norden mit dem Westen Frankfurts einschließlich des Main-Taunus-Kreises, dem Flughafen und den südlich gelegenen Städten Neu-Isenburg und Dreieich. „Diese Strecke ist ein neues Angebot, denn bisher gibt es nur entweder die Autobahn oder die überlasteten Gleise durch die Innenstadt mit Umsteigen im Frankfurter Hauptbahnhof“, sagte Gräßle.

 

Für die Unternehmen und die Fachkräfte ist die RTW ein verkehrsstrategisch bedeutendes Projekt. Fast 70 Prozent der Beschäftigten im IHK-Bezirk pendeln zu ihren Arbeitsplätzen; nur ein kleinerer Teil der Beschäftigten wohnt in der Stadt bzw. Gemeinde, in der er arbeitet.

 

Viele Arbeitnehmer schätzen Mobilität. „Wer heute gut qualifiziert ist, der ist häufig bereit, für den Job bei seinem Wunsch-Arbeitgeber zu pendeln“, so Gräßle. „Wenn Firmen Kräfte mit besonderen Qualifikationen suchen, dann tun sie dies keinesfalls nur in der Stadt, in der sie ihren Sitz haben, sondern stets im weiteren Umkreis, je spezieller die Anforderungen sind, desto weiter geht die Suche.“

 

Für den RMV sagte Thomas Busch, Leiter des Geschäftsbereichs Verkehrs- und Mobilitätsplanung: „Der Verkehr in der Metropolregion nimmt stetig zu, doch die bestehenden Kapazitäten des ÖPNV – insbesondere der S-Bahn – sind so gut wie ausgereizt. Die RTW ist daher dringend erforderlich zur Sicherung der Mobilität der Metropolregion. Sie wird als neue Linie die anderen Verkehrsträger entlasten und hat das Potenzial, mehr Pendler als bisher zum Umstieg vom Auto auf die Schiene zu bewegen. Der RMV setzt sich dafür ein, dass der Planungsprozess der RTW in einem transparenten Verfahren schnellstmöglich zum Abschluss gebracht wird.“

 

„Die Regionaltangente West soll nach heutigen Planungen ein wichtiger Bestandteil für eine insgesamt bessere Mobilität im Rhein-Main-Gebiet sein. Der westliche Zulauf für den City-Tunnel in Frankfurt soll damit entlastet werden“, ergänzte Stadtrat Oesterling. „Vor dem Hintergrund stetig wachsender Einwohnerzahlen – Frankfurt ist in den letzten Jahren um etwa die Größe von Gießen gewachsen – ist es nötig, insbesondere die Infrastruktur für den Öffentlichen Nahverkehr auszubauen“, sagte    Oesterling. Besonders wichtige Verkehrsprojekte sind hier der Ausbau der S-Bahn-Strecke von Frankfurt nach Bad Vilbel und die nordmainische S-Bahn von Frankfurt-Ost über Maintal nach Hanau. Weitere Schritte sind die Verlängerung der U2 vom Bad Homburger Stadtteil Gonzenheim bis in den Bahnhof Bad Homburg sowie die Elektrifizierung der Taunusbahn.

 

„Wie wichtig das Projekt ist, zeigt sich auch daran, dass die Europäische Union die Planung mit 7,68 Mio. Euro fördert. Damit ist genug Geld da, um die Planfeststellung auch zu Ende zu bringen“, erläuterte der Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, Rolf Valussi.

 

Frank Metlicar, Direktor des Mövenpick Hotels Oberursel, ergänzte: „Mit unserem Standort im Gewerbegebiet Süd lebt unser Haus vom schnellen ÖPNV-Anschluss an die Messe, die Frankfurter Innenstadt und den Frankfurter Flughafen. Hier sind gerade in Anbetracht der starken Konkurrenz auf dem Frankfurter Hotelmarkt die Belastbarkeit und der Komfort des Anschlusses sowie natürlich die Fahrtzeiten für unsere Business-Gäste von großer Bedeutung. Von meinen international agierenden großen Nachbarn Thomas Cook und Outotec im Gebiet weiß ich aus vielen persönlichen Gesprächen, dass die schnelle Anbindung an den Frankfurter Flughafen und die Innenstadt von zentraler Bedeutung auch für deren Geschäftsbetrieb ist.“

 

„Etwa 25.000 Beschäftigte pendeln täglich zu ihrem Arbeitsplatz nach Bad Homburg, viele von ihnen nutzen die Bahn und es könnten noch mehr sein, die sich für die klimafreundliche Alternative entscheiden“, pflichtete Ernst Fritzemeier, Prokurist und Geschäftsleiter Technik, Produktion & Beschaffung der Firma Ringspann aus Bad Homburg, ihm bei. „Für viele dieser Arbeitnehmer würde der Weg zur Arbeit deutlich verkürzt oder die Möglichkeit eröffnet, von der Straße auf die Schiene zu wechseln.“ Außerdem erwarten Bad Homburger Unternehmen aufgrund des Baus der RTW einen schnelleren Anschluss an den Flughafen.

 

Die Firma Ringspann kennt die Pendlerfrage aus ihrem Alltag. „Bad Homburger Unternehmen hätten als Arbeitgeber einen erheblichen Vorteil durch den Bau der RTW. Sehr viele der Beschäftigten kommen oftmals aus dem Gebiet westlich von Frankfurt nach Bad Homburg. Bisher stehen für Fahrten zwischen den beiden Kreisen nur der Pkw oder der umständliche und langwierige Weg über die Frankfurter Innenstadt zur Verfügung. Für Viele wird sich dann der Umstieg auf den ÖPNV lohnen, da die RTW uns eine ernstzunehmende Alternative für die Fahrten zum und vom Flughafen gegenüber Pkw und Taxi bringen würde. Zudem wird es durch die RTW eine verbesserte Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln für unsere gewerblichen Auszubildenden geben, die einen Teil ihrer Ausbildungszeit im Industriepark Höchst verbringen“, erläuterte Fritzemeier weiter.

 

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der RTW GmbH, Frankfurts Verkehrsdezernent Oesterling, wies darauf hin, dass mit dem Bau der RTW erstmals die zu Kaisers Zeiten festgelegte Struktur der Schienenwege im Rhein-Main-Gebiet, die auf den Frankfurter Hauptbahnhof ausgerichtet sei, verlassen werde, und neue Schienenstrecken tatsächlich gebaut und nicht nur erweitert oder ertüchtigt würden.

 

Die Regionaltangente West soll rund 180.000 Arbeitsplätze in Bad Homburg, Oberursel, Neu-Isenburg, im Industriepark Höchst und am Flughafen über eine neue Schienenstrecke untereinander und mit den Wohnorten in der Rhein-Main-Region verbinden. Den Planungen zufolge könnten täglich rund 46.000 Menschen die Züge nutzen, darunter 15.000, die zuvor mit dem Auto zur Arbeit gefahren sind. Der Hauptbahnhof wird entlastet. Gesellschafter der RTW-Planungsgesellschaft mbH sind der RMV, Bad Homburg v. d. H., Frankfurt am Main, Schwalbach am Taunus, Eschborn, Neu-Isenburg, der Hochtaunuskreis, der Main-Taunus-Kreis sowie der Kreis Offenbach und das Land Hessen.

 

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