Folgen des Brexit für die Metropolregion

05.04.2017

 

Eine Woche nach Unterzeichnung des Antrags zum Austritt aus der Europäischen Union durch die britische Premierministerin Theresa May haben sich Vertreter der Europäischen Wirtschaftskammern in London getroffen, um über die wirtschaftlichen Folgen des Brexit zu beraten. Themen sind unter anderem der freie Verkehr von Waren und Arbeitskräften sowie mögliche Handelsabkommen. An der Tagung, zu der die Londoner Industrie- und Handelskammer eingeladen hatte, nahmen der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, der britische Minister für den EU-Austritt, Lord Bridges, Vertreter der britischen Industrie sowie Präsidenten der größten europäischen Industrie- und Handelskammern teil.

 

Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, sagte: „Für die hessische Wirtschaft ist die Entscheidung Großbritanniens, die EU zu verlassen, sehr bedauerlich. Die negativen wirtschaftlichen Folgen werden Großbritannien und die anderen Mitgliedsländer des EU-Binnenmarktes zu tragen haben. Politik und Wirtschaft in den EU-Ländern sind nun aufgerufen, die Auswirkungen dieses europapolitischen Rückschlags zu begrenzen und den Zusammenhalt der Union ohne Großbritannien zu sichern. Durch zielführende Vereinbarungen mit Großbritannien muss gewährleistet werden, dass der europäische Binnenmarkt seine Erfolgsgeschichte fortsetzen kann und der Außenhandel mit Großbritannien so wenig wie möglich in Mitleidenschaft gerät.“

 

Für Hessen hat die Entscheidung in Großbritannien eine wesentliche wirtschaftliche Bedeutung. Die hessischen Exporte nach Großbritannien machen etwas 7,5 Prozent aller hessischen Exporte aus. Damit ist das Königreich nach den USA und knapp hinter Frankreich der drittwichtigste Auslandsmarkt für Hessen. Hessische Unternehmen sind stark mit Direktinvestitionen in Großbritannien präsent. Beides verdeutlicht die enge wirtschaftliche Vernetzung zwischen Deutschland bzw. Hessen und dem Königreich, die sich auch in ausgeprägten grenzüberschreitenden Wertschöpfungsketten widerspiegelt.

 

Die Vertreter der Europäischen Wirtschaftskammern, unter anderem aus Frankfurt am Main, Paris, Luxemburg, Madrid, Turin, Brüssel, Berlin, Manchester, Dublin und Athen, ließen verlauten, Großbritannien verlasse zwar die EU, nicht aber Europa. Dennoch werde der Brexit die gesamte europäische Wirtschaft vor Herausforderungen stellen, die dem Handel nicht förderlich seien.

 

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