Konjunkturumfrage im IHK-Bezirk Frankfurt am Main zum Frühsommer 2017

22.05.2017

 

Die Wirtschaft im IHK-Bezirk Frankfurt am Main fährt mit Volldampf und kann den guten Jahresstart weiter ausbauen. „Die Stimmung der Unternehmen ist so gut wie seit sechs Jahren nicht mehr: 48 Prozent der Betriebe bezeichnen die aktuelle Geschäftslage als gut, weitere 45 Prozent sind zufrieden mit der derzeitigen Entwicklung und lediglich sieben Prozent beurteilen die Lage als schlecht. Wichtiger Grund hierfür ist die nach wie vor die stabile Binnenwirtschaft, aber auch der Export läuft besser als erwartet. Die zunehmenden Handelsrestriktionen und die politischen Umwälzungen in einigen Regionen der Welt erhöhen für die Unternehmen zwar die Unsicherheit, schlagen sich unter dem Strich aber noch nicht in einer schlechteren Bewertung ihrer Geschäftslage nieder“, äußert sich Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, zu den Ergebnissen der IHK-Konjunkturumfrage zum Frühsommer 2017.

 

„Unsicherheiten etwa mit Blick auf den Brexit und den weiteren Kurs der neuen US-Regierung scheinen die hiesigen Exporteure derzeit nicht vom Weg abbringen zu können“, fährt der IHK-Präsident fort. Während 59 Prozent der Exporteure gleichbleibende Ausfuhren erwarten, planen 31 Prozent die Exporttätigkeit sogar weiter hochzuschrauben. Die Befürchtung, dass eine rückläufige Auslandsnachfrage die Auftragslage negativ beeinflussen könnte, äußern nur noch zwölf Prozent aller Unternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt am Main. Von der gestiegenen Auslandsnachfrage profitiert allen voran die Industrie. 54 Prozent gehen von konstanten Exporterlösen aus und 44 Prozent der exportorientierten Industriebetriebe erwarten sogar einen weiteren Anstieg der Auslandsaufträge. „Die Gefahr einer Stagnation der Exporte ist dank der exzellenten Positionierung unserer Unternehmen auf den internationalen Märkten zum aktuellen Zeitpunkt also nicht gegeben. Dennoch bleiben die außenpolitischen Risiken bestehen“, konstatiert Prof. Dr. Müller.

 

Eine andere Sorge, die die hiesige Wirtschaft zunehmend umtreibt, ist der sich zuspitzende Fachkräftemangel. „46 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie aufgrund der erfolglosen Suche nach Fachkräften Geschäftseinbußen befürchten – ein neuer trauriger Rekordwert! Insbesondere das Bau- und das Gastgewerbe sehen sich mit dieser Herausforderung konfrontiert“, stellt Prof. Dr. Müller fest. 63 Prozent der Bauunternehmen sowie 61 Prozent der Hoteliers und Gastronomen sehen im Fachkräftemangel das Hauptrisiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Dennoch sind die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen im IHK-Bezirk weiter expansiv. Mehr als jeder vierte Betrieb möchte den Personalstand weiter aufstocken, lediglich elf Prozent planen, diesen zu reduzieren. Vor allem von den unternehmensbezogenen Dienstleistern und der Verkehrsbranche gehen positive Beschäftigungsimpulse aus, sodass insbesondere in diesen Branchen mit einem spürbaren Personalzuwachs zu rechnen ist.

 

Auch die Investitionsneigung der Betriebe verbessert sich weiter und liegt inzwischen auf einem Sechs-Jahres-Hoch. 29 Prozent der Betriebe planen, ihre Investitionsbudgets aufzustocken, weitere 58 Prozent möchten diese konstant halten und lediglich 13 Prozent möchten ihre Investitionsvolumina verringern. „Die größten Investitionsimpulse dürften von den Industrieunternehmen sowie den Dienstleistern ausgehen. Angeschoben werden die Planungen der Unternehmen dabei vom weiter günstigen Finanzierungsumfeld, der guten Konsumentwicklung und den aufgehellten Exporterwartungen“, berichtet Prof. Dr. Müller. Dass gute Chancen auf eine Fortsetzung des aktuellen Trends bestehen, zeigen zudem die Geschäftserwartungen der Unternehmen: 64 Prozent gehen davon aus, dass sie die aktuelle Geschäftsperformance für die kommenden Monate aufrecht erhalten können. 28 Prozent stellen sich sogar auf noch bessere Lageurteile ein und nur acht Prozent blicken pessimistisch in die Zukunft.

 

Zum Hintergrund: Die IHK Frankfurt am Main befragt dreimal jährlich rund 3.000 Mitgliedsunternehmen im Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis sowie in der Stadt Frankfurt am Main zur aktuellen Lage und ihren Erwartungen. Weitere Ergebnisse, auch aus den einzelnen Branchen, sind im Konjunkturbericht der IHK Frankfurt am Main erläutert. Er steht unter folgendem Link zum Download bereit: www.frankfurt-main.ihk.de/konjunkturbericht.

 

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