Positive Zwischenbilanz zu Wirtschaft integriert auf allen drei Regionalforen

04.07.2017

 

Seit über einem Jahr ermöglicht das Landesprojekt Wirtschaft integriert jungen Geflüchteten, Zugewanderten und Migranten eine durchgehende Förderkette von der Berufsorientierung über die Einstiegsqualifizierung bis zum Ausbildungsabschluss. Zeit für eine Zwischenbilanz und einen intensiven Austausch mit den regionalen Netzwerkpartnern auch auf dem letzten von insgesamt drei Regionalforen.

 

In den Räumlichkeiten der IHK Frankfurt trafen sich zu diesem Anlass heute Institutionen und Akteure aus der Rhein-Main-Region und Südhessen, die sich für die berufliche Integration von jungen Flüchtlingen und Menschen mit Sprachförderbedarf

engagieren sowie Unternehmen, die sich für die Ausbildung von Zugewanderten

interessieren oder bereits damit begonnen haben.

 

 „Wirtschaft integriert lebt von einem großen Netzwerk, das sich über ganz Hessen verteilt. Die Bandbreite der Netzwerkpartner und Unterstützer ist vielfältig, wie wir heute sehr gut sehen können. Die Arbeit, die jede und jeder von Ihnen gemeinsam in diesem Netzwerk leistet, trägt entscheidend zum Erfolg von Wirtschaft integriert bei“, so Gudrun Reinhart, die zuständige Referentin für Berufliche Bildung vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung. Überdies betonte sie die Relevanz der drei Netzwerktreffen für die weitere Zusammenarbeit im Projekt: „Die Foren sind ein wichtiger Treffpunkt für die Netzwerkpartner des Projekts für die Weiterentwicklung von Wirtschaft integriert und bieten Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, zur Reflexion und zur Erweiterung der regionalen Netzwerke.“

 

Wirtschaft integriert ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung und wird gefördert aus Mitteln des Landes Hessen, des Europäischen Sozialfonds, der Agenturen für Arbeit sowie der Jobcenter. Kooperationspartner sind zudem die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, der Hessische Handwerkstag und die Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern.

 

Durchgeführt wird das Projekt von den Bildungseinrichtungen, vorwiegend des Handwerks, in Kooperation mit dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. Zielgruppe sind junge Frauen und Männer, die das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, einen erhöhten Sprachförderbedarf aufweisen und Unterstützung bei der beruflichen Orientierung und Ausbildung benötigen. Die Berufsorientierungen werden an 21 Standorten in ganz Hessen durchgeführt.

 

Über 1000 junge Menschen konnten bereits an Wirtschaft integriert teilnehmen und befinden sich nach erfolgreich absolvierter Berufsorientierung in einer für sie passenden Einstiegsqualifizierung oder schon in Ausbildung. „Aktuell laufen in der Region Rhein-Main und Südhessen 12 Berufsorientierungen in Bensheim, Frankfurt, Hanau, Weiterstadt und Wiesbaden. Bis Frühjahr 2018 sind noch 12 weitere Berufsorientierungen in der Region geplant“, berichtet Dogan Yilmaz, Regionalkoordinator im Projekt Wirtschaft integriert. Außerdem würden in den nächsten Wochen und Monaten die Teilnehmenden der Einstiegsqualifizierung ihre Langzeitpraktika beenden und zahlreiche von den Unternehmen direkt in ein Ausbildungsverhältnis übernommen. Die regionalen Betriebe haben eine besondere Bedeutung als Chancengeber für die Neuankömmlinge. „Es ist sehr erfreulich, dass so viele Betriebe aus der Region bereit sind, einen Beitrag zur beruflichen und sozialen Integration dieser jungen Menschen zu leisten“, hob Herr Yilmaz am Vormittag hervor.

 

Auch Thomas Reichert, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, hob in seinem Grußwort die Bedeutung der Betriebe und Netzwerkpartner für den Projekterfolg hervor: „Arbeit und Ausbildung sind unverzichtbar für die berufliche Integration und gesellschaftliche Teilhabe in unserem Land. Ich freue mich außerordentlich, dass bei dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe alle Akteure Hand in Hand zusammenarbeiten. Denn nur so lassen sich Hürden beim Integrations-prozess abbauen. Gleichzeitig sehen die Unternehmen in der Zuwanderung von Flüchtlingen auch eine Chance für den Fachkräftebedarf der Region.“

 

Wie die erfolgreiche berufliche Integration von Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund gelingen kann, erfuhren die Forumsteilnehmer u. a. in einer Interviewrunde von Nicole von Alvensleben, Sozialunternehmerin und Mitgründerin der Firma Stich by Stitch aus Frankfurt und Abate Abebe Sheferawe, Koch und Mitbegründer des Vereins „Köche ohne Grenzen“ aus Mühltal. Beide berichteten sowohl von ihren eigenen Migrationserfahrungen als auch von ihrem Engagement in der aktiven Integrationsarbeit mit Geflüchteten. Ein Filmclip über das Projekt ermöglichte den Anwesenden Einblicke in die verschiedenen Projektphasen und besonderen Schwerpunkte von Wirtschaft integriert. Am Nachmittag wurde in Workshops lebhaft über die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit im zweiten Projektjahr diskutiert, unterstützt von Impulsbeiträgen von Akteuren aus dem Rhein-Main-Gebiet und Südhessen.

 

„Der heutige Austausch brachte wertvolle Ideen und Anregungen und das Interesse an Wirtschaft integriert ist nach wie vor sehr hoch“, hält Nicole Hannemann, Referatsleiterin für berufliche Bildung im Hessischen Wirtschaftsministerium, zum Abschluss des Regionalforums fest. „Insgesamt waren alle drei Wirtschaft integriert-Regionalforem ein voller Erfolg. Wir erreichen die Zielgruppe dank des Engagements aller am Projekt Beteiligten und geben den teilnehmenden jungen Menschen eine echte Perspektive.“

 

Weitere Informationen über Wirtschaft integriert sind auf der Homepage www.wirtschaftintegriert.de oder über die Hotline unter 06421/3044728 erhältlich.

                         

 

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