Wegzug der Großmetzgerei Wilhelm Brandenburg ist bittere Pille für den Industriestandort Frankfurt

18.08.2017

 

Die Entscheidung der Großmetzgerei Wilhelm Brandenburg ist ein bitterer Verlust für den Industriestandort Frankfurt. Sie zeigt erneut deutlich den Bedarf an zusätzlichen Gewerbeflächen in Frankfurt am Main auf. Die IHK Frankfurt am Main sieht es als zwingend notwendig an, das Thema von Seiten der Stadt konsequent anzugehen und den „Masterplan Industrie“ ernsthaft umzusetzen.

 

Die IHK Frankfurt am Main erinnert daran, dass gerade großflächige Gewerbeansiedlungen außerhalb der Industrieparks kaum noch zu realisieren sind. „Daher ist das Vorhaben eines neuen interkommunalen Gewerbegebiets zwischen Frankfurt und Maintal sehr zu begrüßen. Was wir aber brauchen, ist eine Angebotsplanung für Unternehmen, die sich vergrößern oder nach Frankfurt ziehen wollen“, sagt Matthias Gräßle, Hauptgeschäftsführer der IHK Frankfurt am Main.

 

Der berechtigte Flächenanspruch von Industrie- und Gewerbeflächen im Stadtgebiet darf neben der Notwendigkeit von Wohnbaufläche keinesfalls vernachlässigt werden. „Aus Sicht der Wirtschaft ist es angesichts der bereits bestehenden Nutzungskonflikte um die zur Verfügung stehenden Flächen zwingend erforderlich, dass sich die politischen Verantwortungsträger auf die Notwendigkeit einer Außenentwicklung verständigen, die noch zur Verfügung stehenden Flächen prüfen und die Planung weiterer Stadtteile und Gewerbegebiete im Außenbereich vorantreiben“, so Gräßle. Ein Gewerbegebiet im Außenbereich ist notwendig, um das dringend benötigte Angebot für Unternehmen zu schaffen. Im „Räumlich-funktionalen Entwicklungskonzept Gewerbe Frankfurt am Main im Rahmen des Masterplans Industrie (RfEk)“ wird bis 2030 ein Bedarf an Industrie- und Gewerbeflächen von 128 ha bis 178 ha außerhalb der Industrieparks prognostiziert. Diesem Bedarf steht jedoch nur ein Angebot von 85 ha gegenüber. Der Fehlbedarf beträgt somit 43 ha bis 93 ha außerhalb der Industrieparks. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht jede Fläche, die zur Verfügung gestellt werden könnte, automatisch zum nachgefragten Bedarf passt, weil beispielsweise raumordnerische Restriktionen der nachgefragten Nutzung entgegenstehen.

 

Die IHK Frankfurt am Main hält zudem eine aktive Ankaufpolitik von Flächen durch die Stadt Frankfurt, die der gegenwärtigen und zukünftigen Bevölkerungsentwicklung und den Flächenbedarfen des Gewerbes Rechnung trägt, als Bestandteil der aktiven Stadtentwicklung für unabdingbar.

 

Die Kammer bezieht sich mit dieser Positionierung auf die Leitsätze und Handlungsfelder aus den IHK-Positionspapieren „Anforderungen der Wirtschaft an eine integrierte Stadtentwicklung der Stadt Frankfurt für eine zukunftsorientierte Metropolregion FrankfurtRheinMain“ und „Frankfurt braucht Flächen“. Die Positionen stehen unter folgendem Link zum Download bereit: www.frankfurt-main.ihk.de/stadtentwicklung.

 

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