Umstellung der Busflotten im ÖPNV auf emissionsarme Antriebe ist der richtige Weg

06.09.2017

 

In der aktuellen Diskussion um Diesel-Fahrzeuge ist die Umstellung von ÖPNV-Busflotten auf alternative Antriebstechnologien eine wirksame Maßnahme zur Reduzierung der Luftschadstoffe in den Städten. Die IHK Frankfurt am Main bewertet die Anschaffung von fünf E-Bussen und Ladegeräten für die städtische In-der-City-Bus GmbH in Frankfurt als einen guten Beitrag, um die stadteigenen Fahrzeuge auf emissionsarme Antriebe umzustellen und somit aktiv zur Luftreinhaltung beizutragen. „Wir begrüßen, dass die Stadt schnell umschalten und entsprechende praktische Erfahrungen sammeln will. Wir sehen die Stadt hier aber auch in der Verpflichtung, als gutes Beispiel voranzugehen und zügig ihre Flotten umzurüsten“, sagte Susanne Freifrau von Verschuer, Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammern Frankfurt am Main. Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir übergab der Stadt am Mittwoch einen Zuschuss von rund 760.000 Euro für die Elektrobusse.

 

„Mit solchen Maßnahmen werden Fahrverbote für die verbleibenden Dieselfahrzeuge unwahrscheinlicher“, sagte von Verschuer. Fahrverbote bergen die Gefahr, dass die Erreichbarkeit von zahlreichen Unternehmensstandorten in der Metropolregion leiden würde. „Ein funktionierender Wirtschaftsverkehr ist für alle unerlässlich.“ Auch die Einführung einer blaue Plakette zum jetzigen Zeitpunkt wäre für die Unternehmen sehr teuer, so Verschuer weiter. Im Nutzfahrzeugsegment gibt es bisher nicht genügend Modelle, die als Ersatz für Dieselfahrzeuge dienen könnten.

 

Nach Einschätzung der IHK Frankfurt am Main greifen Fahrverbote viel zu kurz und sind nicht nachhaltig, um die Luft in FrankfurtRheinMain generell sauberer werden zu lassen. Vielmehr sind Maßnahmen erforderlich, die das Verkehrssystem als Ganzes betrachten. „Warum können die betroffenen Städte in FrankfurtRheinMain hierbei nicht zusammenarbeiten und zum Beispiel die Anschaffung von E-Bussen und die Wartungsinfrastrukturen kompatibel gestalten, so dass daraus ein zusammenhängendes regionales Netzwerk entsteht?“

 

Die IHK Frankfurt am Main fordert in diesem Zusammenhang auch, den Ausbau der Schienenverkehrsinfrastruktur in FrankfurtRheinMain voranzutreiben. „Denn um die Schadstoffbelastungen im innerstädtischen Verkehr nachhaltig zu senken, brauchen wir mehr S-, U-, und Regionalbahnangebote in der Stadt und der Region. Da die bestehende Schieneninfrastruktur am Limit ist, müssen vor allem das U- und S-Bahnsystem umfangreich modernisiert und ausgebaut werden. Hier sehen wir die Stadt, das Land und den Bund in der finanziellen Verantwortung.“

 

Die Förderung von Elektrobussen kann nur ein erster Schritt in Richtung einer nachhaltigen Emissionsminderung im städtischen Verkehr sein. Auch andere Antriebstechnologien sollten hierbei im Auge behalten werden. „Das Stickoxid-, Feinstaub- und CO2-Problem bekommen wir in den Städten nur gelöst, wenn die Personenmobilität mehr und mehr über umweltfreundliche Verkehrsträger wie den ÖPNV oder das Fahrrad stattfindet. Die Unternehmen dagegen werden aufgrund der Prozessabläufe in der Logistik auch in Zukunft ihren Wirtschaftsverkehr überwiegend auf der Straße erbringen müssen, auch wenn dies dann mit emissionsarmen Antrieben passiert“, so von Verschuer weiter.

Neben dem Ausbau des ÖPNV hat die Optimierung des Waren- und Lieferverkehrs großes Potential, Schadstoffemissionen einzusparen. Vor diesem Hintergrund weist die IHK Frankfurt am Main auf zahlreiche Optimierungsvorschläge hin. Dazu zählen Konzepte wie Betriebliches Mobilitätsmanagement, Jobtickets, Mikrodepots, Systeme zur Verstetigung des Verkehrsflusses, Stellplätze für Lastenfahrräder und die Förderung von Carsharing.

 

Um die Unternehmen nicht substanziell zu belasten, spricht sich die IHK Frankfurt am Main weiterhin für eine politische Agenda der maßvollen Schritte zur besseren Luftqualität aus, mit realistischen Zeithorizonten für deren Umsetzung. „Nur leistungsfähige Unternehmen sind in der Lage, Investitionen in moderne Fahrzeugflotten mit alternativen Antriebstechnologien zu tätigen.“

 

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