Sanierungsstau in Angriff nehmen –
Belastungen für Gewerbetreibende minimieren

08.09.2017

 

Die Baustellendichte in der Region FrankfurtRheinMain nimmt weiter zu. Mit dem Beginn des Ersatzneubaus Wiesbadener Kreuz im Herbst 2017 werden sich Unternehmer und Pendler zwischen Frankfurt und Wiesbaden bis voraussichtlich 2020 auf Behinderungen einstellen müssen. Auf dem Gebiet von Hochheim am Main sind zwei der meistbefahrenen Autobahnen Hessens (A3 und A66) mit rund 180.000 Fahrzeugen täglich betroffen. Während auf der A 3 alle Fahrstreifen während der Hauptverkehrszeiten aufrechterhalten werden sollen, wird es auf der A 66 zu Einschränkungen während der Hauptverkehrszeit und an 30 Wochenenden zu Teil- und Vollsperrungen kommen.

Die Industrie- und Handelskammern Frankfurt und Wiesbaden werten den Beginn der Bauarbeiten am Wiesbadener Kreuz einerseits als Signal, dass der Sanierungsstau in Angriff genommen wird. Andererseits weisen sie auf die erheblichen Belastungen hin, die damit auf die Unternehmen ihrer Region zukommen – nicht zuletzt aufgrund der Mehrkosten, die durch Staus und Umwegfahrten entstehen. Sie drängen darauf, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Pendler und Gewerbetreibende entlasten. So sollten etwa die Arbeiten, bei denen die Hauptrichtungsfahrbahnen gesperrt werden, am Wochenende oder nachts erfolgen.

 

„Für die Baumaßnahme gibt es einen guten Grund“, sagt Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main. Das bestehende Hauptkreuzungsbauwerk des Wiesbadener Kreuzes wurde 1952 errichtet. „Für das seither rasant gestiegene Verkehrsaufkommen ist das Bauwerk nicht ausgelegt.“ Mehr als jedes siebte Fahrzeug sei ein Lkw, was immense Lasten bedeute. „In Fachkreisen sagt man: Ein Lastwagen wirkt auf die Autobahn wie 20.000 bis 40.000 Pkw.“ Insgesamt seien diese Baumaßnahmen notwendig, um die Funktionsfähigkeit der Bauwerke und das hohe Niveau der Verkehrssicherheit zu erhalten. „Unsere Metropolregion lebt von funktionierenden Verkehrsadern. Die Autobahnen gehören wesentlich dazu.“

 

„Dass derzeit so viele Arbeiten an den Autobahnen in der Region gleichzeitig angegangen werden müssen, ist das Ergebnis unterfinanzierter Verkehrshaushalte – auf allen Ebenen bei Bund, Land und Kommunen“, stellt Dr. Christian Gastl, Präsident der IHK Wiesbaden, fest. „Wir appellieren daher an die politisch Verantwortlichen, nachhaltig die erforderlichen Etats für Erhalt, Sanierung und Bau von Verkehrsinfrastruktur bereitzustellen, um den Sanierungsstau zügig aufzulösen und künftig nicht wieder in solch eine Situation zu geraten.“ Dabei sei es auch entscheidend, ausreichend Planungskapazitäten sicherzustellen, um vorhandene Investitionsmittel fristgerecht abrufen zu können. „Außerdem ist es wichtig, dass die Wirtschaft so früh wie möglich über baustellenbedingte Verkehrsbehinderungen informiert wird.“


Für Unternehmer sind die Belastungen durch solche Großprojekte kaum kalkulierbar, betont IHK-Präsident Gastl und weist auf die neuerliche Verzögerung der Bauarbeiten an der Schiersteiner Brücke um zwei Monate hin, die sich inzwischen auf eineinhalb Jahre über den Planungszeitraum addiert. Als weiteres Beispiel nennt er den im Juli gestarteten Neubau der Salzbachtalbrücke (A 66), wo nur drei – statt wie ursprünglich geplant vier – Fahrstreifen zur Verfügung stehen.

 

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