e-Health-Kongress 2017: Telemedizin voranbringen

 

14.09.2017

 

„Die digitale Transformation kommt trotz ihres hohen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potenzials in der Gesundheitswirtschaft sehr viel langsamer voran als in anderen Wirtschaftszweigen“, sagte Prof. Dr. Wolfram Wrabetz, Stellvertretender Präsident der IHK Frankfurt am Main, zur Eröffnung des 4. e-Health-Kongresses 2017. Die Veranstaltung ist die zentrale Informations- und Kommunikationsplattform für Telemedizin in Hessen und Rhein-Main. Rund 30 Aussteller aus der Gesundheitsbranche informierten über die Möglichkeiten der digital vernetzten Medizin. In mehreren Foren diskutieren die Teilnehmer über neue Lösungen, wie mobile Arzt-Patienten-Kommunikation, digitale Patientenakten und Gesundheits-Apps.

Die IHK Frankfurt am Main plädiert dafür, diese neue Form der Gesundheitsversorgung weiter voranzutreiben. Dafür braucht es einen kontinuierlichen Diskurs mit allen beteiligten Akteuren. Das im Januar 2016 in Kraft getretene E-Health-Gesetz ist noch ausbaufähig. Das Bemühen, die Vergütung telemedizinischer Leistungen voranzubringen, ist mit der Beschränkung auf Röntgenbefunde und Online-Videosprechstunden noch nicht der große Wurf. Auch das Thema Fernbehandlungen ist rechtlich noch immer nicht geklärt. Insgesamt ist der Einsatz telemedizinischer Anwendungen noch zu sehr auf die vertragsärztliche Versorgung ausgerichtet. Apotheken, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen bleiben oft außen vor. Die elektronische Gesundheitskarte soll endlich für echte Mehrwertanwendungen genutzt werden und die Kommunikation zwischen den Leistungserbringern muss digital werden. Dabei soll angesichts der Sensibilität dieser Daten die Datensicherheit und der Datenschutz zu jeder Zeit gewährleistet sein. 

Für Unternehmen mahnte Prof. Dr. Wrabetz schnellen Marktzugang an: „Zulassungsverfahren, die die Sicherheit und Qualität sichern sollen, müssen dem Produktrisiko angemessen sein. Sie dürfen nicht mit unnötig hohen Belastungen für die vornehmlich mittelständische Medizintechnikbranche in Deutschland einhergehen und den Unternehmenserfolg gefährden.“ Damit Unternehmen im Bereich Telemedizin innovativ sein können, brauche es eine  branchenübergreifende Vernetzung von IT und Gesundheitswirtschaft. Diese führe zu neuen Produkten und Dienstleistungen in einer digitalisierten Gesundheitsversorgung.

„Die Telemedizin bietet eine große Chance, die Menschen gesundheitlich noch besser zu versorgen. Die Hessische Landesregierung hat mit ihrer im März 2016 verabschiedeten Strategie ‚Digitales Hessen‘ dafür den Grundstein gelegt. Gemeinsam werden wir den erfolgreichen Weg der Verbesserung der medizinischen Versorgung durch Telemedizin weiter fördern, um diese allen Regionen in Hessen zugänglich zu machen“, sagte Stefan Grüttner, Hessischer Gesundheitsminister und Schirmherr der Veranstaltung. Die Telemedizin in Hessen gewinnt deutlich an Fahrt und der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien in Diagnostik und Therapie steigt. Gründe dafür sind nicht zuletzt Chancen zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung, der demographische Wandel, Herausforderungen in der ländlichen Versorgung und der zunehmende Behandlungsbedarf bei chronischen Erkrankungen.

Über die Veranstalter
Die Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v. vernetzt seit 2006 die Akteure der Gesundheitswirtschaft. Zu den rund 200 Mitgliedern der Initiative gehören Krankenhäuser, Ärzte, Unternehmen der Branchen Pharma, Medizintechnik und Biotechnologie, Versicherungen, Beratungsunternehmen, Verbände, Kammern, Kommunen, Forschungseinrichtungen und Politiker. Vorsitzender: Florian Gerster, Staatsminister a.D., Unternehmensberater. www.gesundheitswirtschaft-rhein-main.de

IHK Hessen innovativ bereitet den Weg zu innovativen Produkten und Dienstleistungen: Die Einrichtung der hessischen IHKs vermittelt hessenweit Technologiepartner aus Wissenschaft und Wirtschaft, unterstützt bei der Suche nach Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten und berät in allen Fragen zu Schutzrechten und Produktsicherheit. www.ihk-hessen-innovativ.de

Die Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) ist die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Landes Hessen. Ihre zentrale Aufgabe ist die nachhaltige Sicherung und Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Technologiestandortes Hessen im innovativen, internationalen Wettbewerb. HTAI ist zentraler Ansprechpartner für Unternehmen aus Hessen und solche, die nach Hessen kommen, sowie für wissenschaftliche, politische und gesellschaftliche Institutionen. www.htai.de

 

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