Berufsschulen: Sanierungsstau auflösen

26.09.2017

 

Angesichts der heutigen Abschlussveranstaltung zur neuen Berufsschulentwicklungsplanung fordert die IHK Frankfurt am Main einen Modernisierungsschub. „Mit der neuen Planung müssen die sechzehn Schulen fürs nächste Jahrzehnt ausreichend ausgestattet werden, gleichzeitig ist aber der Sanierungsstau aus der derzeitig gültigen Planung akut zu lösen“, sagt Dr. Brigitte Scheuerle, Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung bei der IHK Frankfurt am Main. So müssen die für die Chemie wichtige Paul-Ehrlich-Schule in Höchst neugebaut und die Franz-Böhm-Schule für den Einzelhandel umfassend renoviert werden. Unabhängig von der neuen Schulentwicklungsplanung muss auch die Modernisierung der Julius-Leber-Schule, die in Touristik und Verkehrsberufen unterrichtet, dringend angegangen werden.


Ausbildungsbetriebe, Lehrer, Schüler und weitere Bildungsakteure haben im Beteiligungsprozess der Schulentwicklungsplanung im vergangenen Jahr Maßnahmen und Entwicklungsschritte für die berufliche Bildung formuliert. Die IHK Frankfurt am Main plädiert für eine rasche Genehmigung der Planung, damit die Stadt zügig mit den Maßnahmen beginnen kann. In diesem Zusammenhang begrüßt die Kammer die von der Stadtpolitik beschlossene Schaffung des Amtes für Bau und Immobilien, welches Ressourcen bündeln und effizienter einsetzen soll. So wird hoffentlich bald der Sanierungsstau aufgelöst und die neue Planung schnell umgesetzt werden.


Vom neuen Schulentwicklungsplan erwartet die IHK Frankfurt am Main eine Ausstattung, die den Schulen ermöglicht, die Digitalisierungsprozesse in der Wirtschaft in ihren Lernkonzepten ausreichend zu berücksichtigen. Hierzu gehört nicht nur WLAN, sondern ein intelligentes IT-Konzept, entsprechende Hardware und ausreichende Ressourcen für die Administration dieser IT. Hier gibt es aus Sicht der Kammer derzeit noch Defizite. „Unsere Unternehmen melden uns, dass die Schulen zwar teilweise adäquat ausgestattet sind, es aber an der Wartung und Administration der IT fehlt“, sagt Dr. Scheuerle. Angesichts der Digitalisierung in vielen Branchen ist aus Sicht der IHK ein gemeinsames Vorgehen von Stadt, Land und anderen relevanten Akteuren der regionalen Berufsbildungsszene notwendig.

 

Derzeit gehen 27.000 Schülerinnen und Schüler in Frankfurts Berufsschulen. „Wir wünschen uns, dass der zukünftige Fachkräftenachwuchs sich beim Betreten seiner Berufsschule wohl und willkommen geheißen fühlt“, sagt Dr. Scheuerle. Schließlich spiele der schlechte Zustand von Berufsschulen auch bei der Entscheidung für eine Berufsausbildung eine wichtige Rolle. Wer in Schulen mit bröckelnden Klassenzimmern und dreckigen Sanitäranlagen lernen müsse, verliere den Spaß am Lernen und den Respekt vor der Institution Schule.

 

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