Nachhaltiges Lieferkonzept: Stadt Frankfurt am Main und UPS testen gemeinsam mit IHK Mikrodepot in der Innenstadt

29.09.2017

 

Mit dem Onlinehandel steigt auch der Lieferverkehr. Um Verkehrsaufkommen und die Abgas-Emissionen durch Paketzustellungen in der Innenstadt zu verringern, testen die Stadt Frankfurt am Main und UPS gemeinsam mit den Partnern IHK Frankfurt am Main und der House of Logistics und Mobility (HOLM) GmbH ab dem 01.10.2017 in einem zweijährigen Modellprojekt eine neue Form der City-Logistik. UPS wird dafür ein sogenanntes Mikrodepot als Zwischenlager in der Meisengasse zentral in der Frankfurter Innenstadt aufstellen. Von dort aus erfolgt die Zustellung mit elektrisch unterstützten „Cargo Cruisern“, konventionellen Lastenrädern sowie Sackkarren.

 

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling betont die Bedeutung des Wirtschaftsverkehrs für die Funktionsfähigkeit von Unternehmen und Einzelhandel in der Stadt. „Zugleich ruft der zunehmende Lieferverkehr angesichts knapper Flächen im öffentlichen Straßenraum jedoch immer wieder Nutzungskonflikte hervor, die zu Gefährdungen der Verkehrssicherheit führen, etwa aufgrund zugeparkter Rad- und Gehwege oder nicht einsehbarer Kreuzungen.“ Auch Bürgerinnen und Bürger nehmen in Zeiten des Onlinehandels immer mehr Lieferungen in Anspruch, beklagen sich jedoch gleichzeitig über die dadurch hervorgerufenen Verkehrsprobleme. „Ich freue mich daher, dass wir nun durch die Kooperation mit UPS ein sogenanntes Mikrodepot testen können, von dem aus im Nahbereich vor allem mit Lastenfahrrädern stadtverträglich ausgeliefert wird“, so der Stadtrat.

 

„Unsere nachhaltigen City-Logistik-Projekte zeigen, dass wir die Fahrten mit konventionellem Antrieb reduzieren können und so Kraftstoff einsparen und Emissionen senken. Mit dem Start in Frankfurt werden wir in Zukunft auch hier im hoch frequentierten Großstadtverkehr flächensparend und emissionsfrei zustellen“, sagt Frank Sportolari, UPS Deutschlandchef.

 

Das Modellprojekt geht zurück auf eine Initiative von HOLM GmbH und IHK, die im Jahr 2012 mit einer Zukunftsklausur zum Thema Wirtschaftsverkehr begann. Im August 2013 wurde dann der Arbeitskreis Wirtschaftsverkehr gegründet, aus dem die Initiative zum Modellprojekt Mikrodepots stammt. Zur Reduzierung von Nutzungskonflikten im öffentlichen Raum und zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wurde 2016 eine Kooperationsvereinbarung mit der Stadt Frankfurt unterzeichnet. Mikrodepots dienen als Umschlagstellen, von denen aus im Nahbereich mit Lastenfahrrädern oder zu Fuß ausgeliefert wird.

 

Dr. Alexander Theiss führt aus: „Die IHK Frankfurt freut sich sehr, dass das Modellprojekt von IHK, HOLM und Stadt Frankfurt nun erste Früchte trägt, denn wir brauchen innovative Lösungsansätze auf der letzten Meile der Anlieferung. Auch zur Reduzierung von Lärmemissionen und zur Verbesserung der Luftqualität trägt dieses Projekt bei. Freiwillige Ansätze wie dieser führen dazu, Fahrverbote vermeiden zu können. So können dann auch ohne Blaue Plakette die Grenzwerte eingehalten werden. Als nächsten Schritt wünschen wir uns, dass über Andienungszonen in Wohngebieten nachgedacht wird, um Parken in zweiter Reihe zu verhindern. Diese sollten auch bei neuen Projekten – wie dem neuen Stadtteil im Frankfurter Norden – mitgeplant werden. Die Stadt braucht neue Ideen und Impulse für die Organisation der Belieferung.“

 

Michael Kadow, Geschäftsführer der HOLM GmbH: „Die Inbetriebnahme des Mikrodepots erhöht die Qualität der Logistik auf der letzten Meile und macht die Paketzustellung zukunftssicher angesichts der Debatten über Fahrverbote in Innenstädten. Das Mikrodepot ist aber auch ein Beispiel für die Arbeitsweise und Funktionsfähigkeit der House of Logistics and Mobility GmbH, an der die Stadt Frankfurt beteiligt ist: Eine Idee zu entwickeln, die Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auf unserer neutralen Plattform zusammenzuführen und ergebnisorientiert in einem Projekt zu kooperieren.“

 

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