Ausbildungsinitiative der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main: Sprachsensibilisierung und berufsintegriertes Sprachlernen für die Ausbildung von Flüchtlingen in Ausbilderworkshops

25.10.2017

 

Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt will mit einer Ausbildungsinitiative im kommenden Jahr die Attraktivität der dualen Berufsausbildung steigern, die Zahl der unbesetzten Lehrstellen reduzieren und insgesamt die Ausbildungsqualität in den Betrieben sichern.

 

Im Rahmen dieser Initiative bietet die Kammer Workshops für betriebliche Ausbilder zur Sprachsensibilisierung und berufsintegriertes Sprachlernen für die Ausbildung von Flüchtlingen an. „Generell ist berufsbezogene Sprachförderung das größte Problem in der Ausbildung von Geflüchteten. Während die Alltagskommunikation in der Regel funktioniert, gibt es leider immer noch zu wenig Angebote, berufsbezogenes Deutsch zu lernen“, sagt Frank Ziemer, stellvertretender Geschäftsführer der Abteilung Aus- und Weiterbildung der IHK Frankfurt am Main. „Das führt vor allem in der Berufsschule und in Prüfungen zu Problemen. Wir unterstützen deshalb unsere Betriebe und deren Ausbilder zusätzlich durch dieses Angebot. Die Vermittlung der Sprache Deutsch durch berufsintegriertes Sprachlernen soll die Azubis noch stärker fördern.“

 

Drei Viertel aller Stellen, die aktuell in hessischen Betrieben nicht besetzt werden können, richten sich an beruflich qualifizierte Fachkräfte. Von allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hessen haben 57 Prozent einen anerkannten Berufsabschluss und nur 18 Prozent einen akademischen Abschluss. Dennoch streben mehr als 50 Prozent der Schulabgänger eines Jahrgangs auf die Universitäten. „Die Mehrzahl der Beschäftigten jedoch sind dual ausgebildete Fachkräfte und die Betriebe suchen händeringend nach Mitarbeitern mit einer guten dualen Berufsausbildung“, so Ziemer. „Die duale Berufsausbildung bietet somit gute Chancen für einen beruflichen Aufstieg. Das haben auch viele nach Deutschland Geflüchtete erkannt und eine Ausbildung aufgenommen. Wir unterstützen mit unserem Workshops Ausbildungsunternehmen und Geflüchtete dabei, die Ausbildung ist ja auch der Schlüssel zur beruflichen und gesellschaftlichen Integration von Geflüchteten.“

 

Die Inhalte des eintägigen Ausbilderworkshops im Überblick:
·    Sprachsensibilität: Wie wirkt Sprache?
·    Das eigene Sprachverhalten reflektieren
·    Rolle und Funktionen der Sprache am Arbeitsplatz: Alltags-, Fach- und Bildungssprache
·    Grundlegende Methoden der Sprachförderung: Schwierige Sprachstrukturen entlasten / Verständlich kommunizieren / Verständnis sichern
·    Elemente einer sprachlernförderlichen und kultursensiblen Atmosphäre am Arbeitsplatz und Wege der Umsetzung

 

Ausbildungsbetriebe, deren Ausbilder an einem Workshop teilnehmen wollen, melden sich unter:
www.frankfurt-main.ihk.de/berufsbildung/ausbildung/beratung/seminare/sprachsensibilisierung

 

Ansprechpartner

Anne Stephanie Waldeck Unternehmenskommunikation stellvertretende Pressesprecherin
Telefon: 069 2197-1584 Fax: 069 2197-1488

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Pressestelle IHK Frankfurt am Main Unternehmenskommunikation
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