Nachfrage nach Ausbildungsplätzen weiter rückläufig

3.11.2017

 

Die Nachfrage nach betrieblichen Ausbildungsstellen bei jungen Menschen ist weiter rückläufig. 4.887 junge Menschen haben in diesem Herbst ihre Berufsausbildung bei Unternehmen der IHK Frankfurt am Main begonnen, das sind 186 weniger als im Vorjahr. In der Stadt Frankfurt werden davon 3.632 ausgebildet, im Hochtaunuskreis 663 und im Main-Taunus-Kreis 590. Die Gründe für den Rückgang sind zum einen die demografische Entwicklung, zum anderen die Zunahme der Studienanfänger. „Die Wirtschaft wird sich gemeinsam mit allen Beteiligten weiter dafür engagieren, diesem Trend entgegenzuwirken, denn schon jetzt ist der Fachkräftemangel für mehr als jeden zweiten Betrieb ein Geschäftsrisiko. Drei Viertel aller Stellen, die aktuell in hessischen Betrieben nicht besetzt werden können, richten sich an beruflich qualifizierte Fachkräfte“, sagt Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main. Derzeit gibt es allein im Bezirk der Arbeitsagentur Frankfurt, 520 unbesetzte Stellen und 396 unversorgte Bewerber.

„Berufsorientierung fängt an den Schulen an. Vor allen Dingen in der gymnasialen Oberstufe findet eine breite Information unter gleichberechtigter Darstellung der Möglichkeiten vielerorts noch nicht statt. Hier sind die Länder aufgefordert, auf die Umsetzung der von ihnen formulierten Vorgaben zu einer breiten Berufsorientierung zu drängen“, sagt Dr. Brigitte Scheuerle, Geschäftsführerin, Aus- und Weiterbildung, IHK Frankfurt.

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Situation nicht in allen Ausbildungsberufen gleichermaßen gravierend ist. Einen deutlichen Rückgang an Verträgen in den technischen Berufen gab es beim Industriemechaniker (2016: 96 zu 2017: 87), beim Chemikant (89 zu 68) und beim Pharmakant (24 zu 12). Hingegen schlossen deutlich mehr Mechatroniker einen Ausbildungsvertrag (2016: 95 zu 2017: 108), Fachinformatiker in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung (96 zu 104) und Mediengestalter Bild und Ton (12 zu 20) ab. 

Auch bei den kaufmännischen Berufen zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Einen Rückgang verzeichnen die Verträge im Einzelhandel: den dreijährigen Beruf Kaufmann im Einzelhandel begannen 407 junge Menschen (2016: 424), den zweijährigen Beruf Verkäufer 208 (2016: 235) junge Menschen. Der Bankkaufmann ging von 216 auf 161 Verträge deutlich zurück. Auch in den sechs Hotel-und Gastronomieberufen wurden weniger Verträge abgeschlossen, nämlich 599 statt 681 im Vorjahr. Weitere Rückgänge wurden bei der Fachkraft Lagerlogistik registriert, nämlich 88 statt 106 Verträge. Auch der Querschnittsberuf für alle Branchen, der Kaufmann für Büromanagement, verzeichnete einen Rückgang von 573 Verträgen im Jahr 2016 auf 546 in diesem Jahr. 

Hingegen gab es beim Kaufmann für Versicherungen und Finanzdienstleistungen einen Zuwachs von 122 auf 148 Verträge sowie beim Automobilkaufmann von 87 auf 103 Verträge. Ebenso ist der Speditionsberuf, der Kaufmann für Spedition und Logistik von 131 auf 147 Verträge angewachsen. Es gibt zudem mehr Veranstaltungskaufleute (2016: 73 zu 2017: 84) und auch mehr Werkfeuerwehrleute 
(2016: 9 zu 2017: 21).

Die IHK Frankfurt hat 168 Verträge mit jungen Menschen registriert, die aus den Hauptherkunftsländern der Flüchtlinge stammen. Im vergangenen Jahr waren es erst 72 Verträge. Rund die Hälfte davon (81) sind Verträge mit Personen mit afghanischem Pass. 40 Weitere sind Syrer, 17 Eritreer.

„Um wieder mehr Interessenten an dualer Berufsausbildung zu gewinnen, wird es im nächstes Jahr ein neues Format der Ansprache und Berufsorientierung von Schülerinnen und Schülern in Frankfurt geben“, so Dr. Scheuerle. Nach 24 Jahren richtet sich die bisher vor der IHK Frankfurt auf dem Börsenplatz organisierte Messe zu Berufsorientierung, Berufsfindung und Nachwuchsgewinnung neu aus. Das Veranstalter-Netzwerk aus IHK Frankfurt am Main, Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main, Arbeitsagentur Frankfurt und Stadt Frankfurt am Main konnte dafür das Unternehmen Einstieg GmbH aus Köln gewinnen. Die Einstieg GmbH ist bundesweiter Veranstalter der Einstieg Messen und mit diesem Messeformat zur Studien- und Berufswahl bereits seit 2010 jährlich in der Messe Frankfurt tätig. Im Zusammenhang mit dem neuen Konzept wurden das Staatliche Schulamt, der OLOV-Steuerungskreis, die OLOV-Koordinatoren an Schulen sowie der Stadtelternbeirat in das Netzwerk aufgenommen, um gemeinsam eine starke Leitmesse für Ausbildung und Studium in Frankfurt Rhein-Main anzubieten. Die Berufswahlmesse „Einstieg Frankfurt“ findet am 4. und 5. Mai 2018 in der Messe Frankfurt statt.

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Elisa Pohland Leiterin Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit
Telefon: 069 2197-1442Fax: 069 2197-1304

Ansprechpartner

Pressestelle IHK Frankfurt am Main Unternehmenskommunikation
Telefon: 069 2197-1201 Fax: 069 2197-1488