Wohnen wird zum Engpass-Faktor für Fachkräfte

3.11.2017

 

Die IHK Frankfurt am Main begrüßt den Vorstoß des Magistrats der Stadt Frankfurt, vorbereitende Untersuchungen für die Entwicklung eines neuen Stadtteils in Angriff zu nehmen. „Wohnen für Fachkräfte wird zu einem Engpass-Faktor, der bei vielen Gewerbetreibenden in der Metropolregion FrankfurtRheinMain immer stärker das unternehmerische Wachstum behindert“, sagt IHK-Präsident Prof. Dr. Mathias Müller. Kommunen in der Region müssten sich daher der Ausweitung der Wohngebiete mit großem Nachdruck widmen. Das Vorhaben, ein neues Wohngebiet in Frankfurt zu prüfen, sei ein richtiger Weg.

 

Gleichermaßen müssten die anderen Kommunen prüfen, in welchem Maß sie zusätzlichen Wohnraum schaffen können. In nahezu allen Kreisen und kreisfreien Städten der Region hat die Zahl der Beschäftigten in den zurückliegenden Jahren zugenommen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist in ganz FrankfurtRheinMain in den zurückliegenden fünf Jahren um durchschnittlich 40.000 Personen pro Jahr auf ca. 2,3 Millionen Gestiegen. „Der Druck aufgrund der rapide steigenden Wohnungsnachfrage lastet auf allen Teilen der Metropolregion. Die Herausforderung überschreitet die kommunalen Grenzen. Jede Kommune muss ihren Beitrag zur Lösung der Gesamtsituation leisten, der sie sich ohnehin nicht entziehen kann.“

Auf der Stadt Frankfurt laste ein besonders starker Druck. In den zurückliegenden zehn Jahren ist die Bevölkerung Frankfurts um ca. 80.000 Einwohner auf nunmehr 730.000 gewachsen. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Frankfurt um 90.000 auf ca. 560.000 Personen gestiegen – das entspricht einem Wachstum von über 20 Prozent. Die Grenze von 800.000 Einwohnern wird voraussichtlich vor dem Jahr 2030 überschritten werden. „Wenn Frankfurt nicht zu ausreichenden Lösungen kommt, würde der Zuzug in die umliegenden Gemeinden noch schneller noch größer werden.“

 

Die Unternehmen im IHK-Bezirk sind auf weiteres Wachstum eingestellt. „Um diese Möglichkeiten zu nutzen, brauchen wir aber deutlich mehr Wohnraum in Frankfurt und in den anderen Kommunen.“ Die politischen Gremien der Stadt Frankfurt werden sich in den nächsten Wochen mit der Beauftragung von vorbereitenden Untersuchungen für einen neuen Stadtteil im Nordwesten von Frankfurt befassen. Bevölkerungswachstum, demographischer Wandel, sinkende Haushaltsgrößen, Digitalisierung, Klimawandel, veränderte Anforderungen an Mobilität und Verkehr sowie Flächenkonflikte und -konkurrenzen formen Anforderungen an die Stadtentwicklung. „Umso wichtiger ist es, alle Belange in vorbereitenden Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme aufzunehmen und abzuwägen.“

Dass durch den neuen Landesentwicklungsplan die Entwicklungsmöglichkeiten deutlich eingeschränkt werden sollen, wäre aus Sicht der IHK bedauerlich. Die Landesregierung sollte die Erfordernisse der wachsenden Metropolregion in der Landesplanung angemessen berücksichtigen.

 

Mit Blick auf die Stadt Frankfurt adressiert die IHK die Botschaft, sich im gleichen Maß wie der Schaffung von Wohnraum auch für die Entwicklung von Gewerbe- und Industrieflächen zu widmen. Das gelte insbesondere, da auf dem Gebiet des zur Debatte stehenden neuen Stadtteils im Nordwesten ein Gewerbegebiet (Bebauungsplan Nummer 696) vorgesehen gewesen sei, das durch eine Wohnbebauung dort obsolet werden würde. Mit dem Ziel, die Entwicklung des Gewerbestandorts zu unterstützen, müsse der „Masterplan Industrie“ weiter umgesetzt werden. „Ein Gewerbegebiet im Außenbereich ist notwendig, um das dringend benötigte Angebot für Unternehmen zu schaffen“, so Prof. Dr. Müller. Im „Masterplan Industrie “ wird bis 2030 ein Bedarf an Industrie- und Gewerbeflächen von 128 ha bis 178 ha außerhalb der Industrieparks prognostiziert. Diesem Bedarf steht jedoch nur ein Angebot von 85 ha gegenüber.

 

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