Besonnenheit beim Fahrverbot für ältere Dieselfahrzeuge

07.08.2018

 

Im Zusammenhang mit dem näher rückenden Termin für die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Wiesbaden über den Luftreinhalteplan für die Stadt Frankfurt am 5. September 2018 mehren sich die Stimmen, die davon ausgehen, dass es zu einem Fahrverbot wegen der Stickstoffdioxid-Grenzwertüberschreitung in Frankfurt kommt. „Wir sind beunruhigt über Äußerungen aus der Politik, denen zufolge ausschließlich über flächendeckende Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge für die gesamte Umweltzone und damit den größten Teil der Stadt gesprochen wird“, sagt Matthias Gräßle, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. „Angesichts der im Vergleich zu anderen Großstädten wesentlich geringeren Grenzwertüberschreitung (letzter veröffentlichter Messwert 47 µg/m³ NO2 gegenüber 40 µg/m³ als zulässigem  Grenzwert) sollte in Frankfurt mit Augenmaß agiert werden.“ Hamburg, mit einer deutlich höheren Grenzwertüberschreitung (58 µg/m³ NO2), hat auf das Problem mit der Sperrung eines Straßenabschnittes für ältere Dieselfahrzeuge reagiert und auf ein flächenbezogenes Einfahrtverbot verzichtet. Diese Maßnahme ermöglicht dort für Berufstätige und andere Betroffene, ihren Arbeitsplatz und andere Ziele zu erreichen.

 

Die Auswirkungen der Sperrung der gesamten Umweltzone wären gravierend. Nach Angaben des Straßenverkehrsdezernates nutzen etwa 79 Prozent der rund 470.000 Pendler, die nach Frankfurt oder aus Frankfurt heraus zu ihrem Arbeitsplatz fahren, häufig einen PKW. Knapp 22 Prozent dieser Fahrzeuge sind ältere Dieselfahrzeuge und wären damit vom Fahrverbot erfasst. Ebenso sind viele Fahrzeuge von Unternehmen sowie Kunden des Einzelhandels und zahlreicher anderer Branchen betroffen, die solche Fahrzeuge nutzen. Würde ein umfassendes Fahrverbot verhängt, wären sie von der Einfahrt in die Stadt komplett abgeschnitten.

 

Die grundsätzlich wünschenswerte stärkere Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ist aus Sicht der IHK kurzfristig keine befriedigende Lösung. „Schon jetzt operieren die öffentlichen Verkehrsmittel in Spitzenzeiten am Rande ihrer Kapazität und fahren wegen Störungen im Betriebsablauf nicht immer zuverlässig“, sagt Gräßle.
In der Metropolregion FrankfurtRheinMain sind von den 1,12 Millionen Dieselfahrzeugen 782.000 Fahrzeuge unter der aktuellen Euro-VI-Norm. Dies sind knapp 70 Prozent aller Diesel-PKWs. „Die IHK Frankfurt appelliert daher mit Nachdruck an die Verantwortlichen, die gravierenden Folgen eines eventuellen flächendeckenden Fahrverbotes zu berücksichtigen“, so Gräßle.

 

Ansprechpartner

Anne Stephanie Waldeck Unternehmenskommunikation stellvertretende Pressesprecherin
Telefon: 069 2197-1584 Fax: 069 2197-1488

Ansprechpartner

Pressestelle IHK Frankfurt am Main Unternehmenskommunikation
Telefon: 069 2197-1201 Fax: 069 2197-1488