1. Hessischer Innenstadtgipfel
Wirtschaft und Land wollen gemeinsam Hessens Innenstädte stärken

22.08.2018

Der Einzelhandel ist bisher die Leitbranche der hessischen Innenstädte. Doch seit Jahren vollzieht sich ein tiefgehender Strukturwandel im Einzelhandel, der auch die Zukunft vieler Innenstädte gefährdet. Wie dieser Entwicklung begegnet werden kann, war Thema des ersten Innenstadtgipfels Hessen, gemeinsam veranstaltet vom Hessischen Industrie- und Handelskammertag (HIHK), dem hessischen Handelsverband sowie dem DEHOGA Hessen.

„Der Strukturwandel im Einzelhandel führt dazu, dass inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte aufgeben müssen“, erläutert Tatjana Steinbrenner, Präsidentin des Handelsverbandes Hessen-Süd e. V. „Maßgeblich dafür ist die Konkurrenz durch den Online-Handel, der mit Wachstumsraten von rund 10 Prozent jährlich dem stationären Handel den Umsatz abgräbt.“
Verschärft werde dieses Problem durch Fachkräftemangel und Nachfolgeproblematiken sowie zu hohe Mieteinnahmeerwartungen der Immobilieneigentümer.

Robert Mangold, Vorsitzender des Fachbereichs Gastronomie im DEHOGA Hessen zeigt die Folgen auf: „Das Bild der Innenstädte ist zunehmend geprägt von Ketten und Attraktivitätsverlust, häufig auch von Leerständen, Verödung und Verfall. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf das gesamtstädtische Gefüge, auch das Gastgewerbe spürt die Effekte sinkender Passantenzahlen und steigender Mieten für die Gastronomie, die fast immer nur von Ketten erfüllt werden können.“

„Hessen braucht über das ganze Land starke und lebendige Innenstädte. Sie sind ein wesentlicher Beitrag dazu, Fachkräfte vor Ort zu halten und tragfähige kommunale Strukturen zu sichern“, ergänzt Robert Lippmann, Geschäftsführer des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK) e. V. „Um zielgerichtet an der Stärkung der Innenstädte zu arbeiten, braucht es aber ein schlüssiges Gesamtkonzept. Das wollen die IHKs, der Handelsverband und der DEHOGA gemeinsam mit dem Land Hessen in Form einer Innenstadtstudie auf den Weg bringen.“ Der Schwerpunkt der Studie solle dabei auf Perspektiven und Handlungskonzepten für die hessischen Groß-, Mittel- und Kleinstädten liegen.

Dr. Joachim Stoll, Vorsitzender des Einzelhandelsausschusses der IHK Frankfurt ergänzt: „Das Land Hessen hat viele gute Programme, die die Innenstädte stärken. Diese müssen aber in ihrem Zusammenwirken in den Blick genommen werden. Und die Folgen der Digitalisierung brauchen generell mehr Beachtung, gerade auch bei den Förderansätzen.“
Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir begrüßt die Initiative: „Um den Herausforderungen der hessischen Innenstädte begegnen zu können, brauchen wir alle Akteure an einem Tisch. Mit dem Innenstadtgipfel hat die Wirtschaft den wichtigen ersten Schritt getan.“

Stadtentwicklungsministerin Priska Hinz betont: „Wir brauchen lebendige Innenstädte mit einem starken Einzelhandel. Dazu leisten wir mit unseren Programmen der nachhaltigen Stadtentwicklung einen wichtigen Beitrag. Denn neben dem Angebot an Waren und Dienstleistungen trägt auch der städtebauliche Rahmen zum Erfolg einer Innenstadt bei. Kundinnen und Kunden kaufen da ein, wo sie sich auch wohl fühlen.“

Das Land Nordrhein-Westfalen macht derzeit vor, wie eine gemeinsamer Prozess zur Stärkung der Innenstädte aussehen kann: im Juli startete es die Landesinitiative „Zukunft. Innenstadt. Nordrhein-Westfalen“ um Stadt- und Ortskerne zu stärken. Die hessischen Industrie- und Handelskammern, der Handelsverband Hessen und der DEHOGA Hessen hoffen, dass sich auch die neue Landesregierung in Hessen mit Engagement der Stärkung der hessischen Innenstädte widmen wird.

 

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