Beschäftigungs- und Konjunkturprognose FrankfurtRheinMain 2019

22.11.2018

 

„Die Liste der politischen Unsicherheiten, die auch die deutsche Wirtschaft maßgeblich beeinflusst, ist im letzten Jahr nicht kürzer geworden. Die Unternehmen in der Metropolregion FrankfurtRheinMain trotzen dennoch allen Widrigkeiten: 49 Prozent berichten von guten Geschäften, weitere 42 Prozent sind mit ihrer aktuellen Situation zufrieden. Durch die anhaltende hohe Einstellungsbereitschaft wächst auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter“, kommentierte Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, die Ergebnisse der aktuellen Beschäftigungs- und Konjunkturprognose von PERFORM, der Initiative der Wirtschaftskammern der Metropolregion.

„Für das laufende Jahr 2018 rechnen die regionalen Wirtschaftskammern mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in der Metropolregion FrankfurtRheinMain von 1,7 Prozent“, sagte Prof. Müller. „Im kommenden Jahr könnten die Turbulenzen an den Weltmärkten die deutsche Wirtschaft stärker treffen. Für das Jahr 2019 wird deshalb ein geringfügig schwächeres, aber solides Wachstum von 1,6 Prozent erwartet.“

Auch der Boom auf dem Arbeitsmarkt hält an: Im Jahr 2017 sind in der gesamten Metropolregion FrankfurtRheinMain mehr als 61.000 sozialversicherungspflichtige Stellen hinzugekommen. Die Zahl der Beschäftigten steigt im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent und verzeichnet somit im achten Jahr in Folge einen Anstieg. „Das Wachstum der Beschäftigung wird sich nach Einschätzung der regionalen Wirtschaftskammern fortsetzen, wenngleich langsamer als bisher. Für das Jahr 2018 wird ein Anstieg um 49.000 Stellen (plus 2,1 Prozent) und für das Jahr 2019 um 40.000 Stellen (plus 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) erwartet“, kommentierte Prof. Müller.

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich von allen Widrigkeiten recht unbeeindruckt, auch in der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr in nahezu allen Kreisen und kreisfreien Städten der Metropolregion gesunken. In den Landkreisen Aschaffenburg, Miltenberg und Fulda kann man mit einer Quote von unter drei Prozent sogar von Vollbeschäftigung sprechen. „Die Suche nach geeigneten Fachkräften wird daher immer schwieriger. Aktuell geben 56 Prozent der Unternehmen in FrankfurtRheinMain an, dass der Fachkräftemangel zum Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung wird,“ so Prof. Müller. 

Er verwies darauf, dass der Wettbewerb der Regionen um die klügsten Köpfe immer härter werde. „Wir müssen daher dringend in die Rahmenbedingungen investieren, um weiterhin attraktiv für die dringend benötigten Fachkräfte zu bleiben. Besonders die Flächenverfügbarkeit ist hierbei entscheidend. Wir benötigen sowohl Gewerbeflächen für Unternehmen als auch bezahlbaren Wohnraum für die zuziehenden Fachkräfte“, so Müller weiter. Darüber hinaus sei der Ausbau der zusehends überlasteten Verkehrsinfrastruktur zu nennen. Betroffen seien nicht nur die 1,1 Millionen Einpendler in der Region, sondern zunehmend auch der Wirtschaftsverkehr. Eine Entlastung könne insbesondere eine baldige Realisierung der geplanten Schienenausbauprojekte im Knoten Frankfurt bringen. Der Vorschlag des Bundes zur Engpassauflösung durch einen Fernbahntunnel könnte dabei ein wichtiger Baustein für die Schieneninfrastruktur in der Metropolregion sein.. 

Die Themen Verkehr und Fläche können dabei nur gemeinsam und abgestimmt in interkommunaler und länderübergreifender Zusammenarbeit gelöst werden. Im länderübergreifenden Strategieforum, das von den regionalen Wirtschaftskammern initiiert wurde, tauschen sich daher Vertreter aus Politik und Wirtschaft aus vier Bundesländern über die Themen aus, die prioritär für die Entwicklung der Region angegangen werden müssen. „Mit dem Strategieforum können die Interessen der Metropolregion mit größerer Schlagkraft in Berlin positioniert werden, als es einzelne Länder oder Regionen könnten“, fasst Müller zusammen. 

 

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