Ergebnisse der Passantenbefragung zur Frankfurter Innenstadt: Potentiale noch nicht ausgeschöpft

23.01.2019

 

Die Frankfurter Innenstadt rund um die Zeil hat Magnetwirkung auf die Menschen von außerhalb, aber auch die Frankfurter Einwohner schätzen sie sehr. Dennoch verbleibt viel Potential, die Innenstadt noch attraktiver und lebendiger zu gestalten. Dies ergab eine Umfrage des Instituts für Handelsforschung in Köln (IFH), initiiert durch die IHK Frankfurt am Main in Kooperation mit der Stadt Frankfurt am Main und der Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main. 

 

Rund 64 Prozent der Besucher der Frankfurter Innenstadt stammen aus Frankfurt, fast 36 Prozent kommen von außerhalb. Hauptattraktionspunkt für die Besucher ist mit knapp 51 Prozent ein Einkaufsbummel, gefolgt von der Gastronomie mit fast 28 Prozent. Aber auch Freizeit- und Kulturangebote (rund 11 Prozent) und Sightseeing (knapp 15 Prozent) ziehen die Menschen an. Etwa 77 Prozent der Befragten geben an, dass Veranstaltungen, wie Stadtfeste, für sie ein Grund sind, häufiger in die Innenstadt zu fahren. Etwa 86 Prozent verbinden einen Besuch der Innenstadt gerne mit der Nutzung des gastronomischen Angebots. Fast 80 Prozent finden, die Innenstadt habe einen hohen Erlebnis- und Unterhaltungswert. 50 Prozent der Befragten geben an, mehr als zwei Stunden in der Innenstadt zu verbringen, fast 18 Prozent sind zeitlich offen. 

 

„Insgesamt haben die Befragten die Frankfurter Innenstadt mit der Schulnote 2,2 bewertet – ein gutes Ergebnis. Im Jahr 2014 lag die Bewertung bei 2,5. Neu bei der Passantenbefragung 2018 waren umfangreiche Fragen zur Gastronomie und Events. Diese Angebote wurden sehr gut bewertet, was zu der Verbesserung der Gesamtnote geführt hat. Schlechter bewertete Aspekte wie Sicherheit und Sauberkeit sowie Parken in der Innenstadt, haben sich in der Beurteilung kaum verändert. Die Innenstadt hat aber großes Potential, noch attraktiver zu werden“, sagte Dr. Alexander Theiss, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Frankfurt am Main. „Die Menschen zieht es in die Städte, weil sie etwas erleben wollen. Dass fast ein Fünftel der Menschen noch nicht wissen, wie viel Zeit sie in der Innenstadt verbringen werden, zeigt, dass sie sich vielleicht überraschen lassen wollen und auf Entdeckungstour sind.“

 

Dr. Joachim Stoll, Vorsitzender des Einzelhandelsausschusses der IHK Frankfurt am Main, sagte: „Fast 80 Prozent der Befragten geben an, anlässlich von Ereignissen, wie zum Beispiel dem Museumsuferfest, in die Innenstadt zu kommen. Auch das spricht dafür, dass die Menschen Einkaufen, Restaurantbesuche und Unterhaltung verbinden. Urbane Erlebnis- und Abenteuerlust sind hier die zutreffenden Schlagworte. Auch die Frankfurter nutzen verstärkt ihre Innenstadt – ein großes Potential angesichts des immensen Zuzugs. Wir müssen die daraus resultierenden Chancen nutzen und in der Innenstadt noch mehr Möglichkeiten der Begegnung und der ungewöhnlichen Erlebnisse schaffen.“ 

 

Neben dem Trend hin zur Innenstadt ergibt sich aus der Umfrage auch, dass fast fünf Prozent der Befragten täglich online einkaufen und rund 25 Prozent dies wöchentlich tun. In der Umfrage 2014 waren es in diesen beiden Kategorien (täglich und wöchentlich) nur 8,1 Prozent. „Die Digitalisierung des Einzelhandels ist rasant, mit Wachstumsraten des Onlinehandels von rund zehn Prozent im Jahr. Hierauf müssen nicht nur wir als Händler reagieren. Es bedarf dringend der intensiven Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen, der Stadtpolitik und der Verwaltung zur Stärkung der Innenstadt und der Einkaufsbereiche in den Stadtteilen“, so Dr. Stoll. 

 

Hier stehe im Vordergrund, die Aufenthaltsqualität weiter zu verbessern. Die IHK hat gemeinsam mit weiteren Wirtschaftsorganisationen zur Stärkung dieser Kooperation einen City- und Stadtteilmarketingprozess initiiert, der einen Runden Tisch vorsieht unter Leitung des Oberbürgermeisters und Mitwirkung weiterer Magistratsmitglieder sowie den Spitzen der Wirtschaftsorganisationen in Frankfurt. 

 

Dr. Stoll sagte: „Für das City- und Stadtteilmarketing in Frankfurt, aber auch in allen hessischen Kommunen, ist es wichtig, dass verkaufsoffene Sonntage wieder möglich werden. Es bedarf jetzt, nach der Konstituierung der Landesregierung, zügig eines Diskussionsprozesses über die Neuformulierung praktikabler Regeln für die Sonntagsöffnung im hessischen Ladenöffnungsgesetz.“

 

Für die Vitalität der Innenstadt sei die gute Erreichbarkeit elementar. Fahrverbote wären hier ein gravierendes Problem für den Einzelhandel. Ebenfalls kritisch zu bewerten sei die Erhöhung der Parkgebühren, die sich derzeit in der Diskussion befinde. Eine noch größere Bedeutung als die Erreichbarkeit mit dem Auto habe die mit dem öffentlichen Nahverkehr. Beim ÖPNV bestehe auch noch Potential, eine Attraktivitätssteigerung durch eine größere Beförderungskapazität, eine größere Zuverlässigkeit und die Verbesserung des Sicherheitsgefühls der Fahrgäste, zu erreichen.

 

Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main, ist begeistert von dem hohen Stellenwert der Events und des Freizeit- und Kulturangebots bei den Befragten. „Dies zeigt, wie sich auch auf diesem Gebiet die Stadt hervorragend entwickelt hat. Um den Service, gerade auch für die Touristen in der Stadt zu verbessern, wäre ein freies WLAN und ein digitales Hinweis- und Wegeleitsystem hilfreich. Ein solches System böte die Möglichkeit, sehr flexibel sowohl zur Information von Passanten, als auch zur Leitung von Besucherströmen bei Veranstaltungen eingesetzt zu werden.“

Dr. Theiss ergänzte: „Digitale Werbeanlagen wären hilfreich. Solche Werbeanlagen sind sehr flexibel zu nutzen und perfekt für die Information der Passanten seitens der Stadt und die Bewerbung von Events in Frankfurt.“. Dr. Theiss sieht zudem Verbesserungspotential bei der Aufenthaltsqualität hinsichtlich des Erscheinungsbildes der Hauptwache inklusiv ihrer B-Ebene sowie bei den Themen Sicherheit und Sauberkeit.

 

Tarkan Akman, Amtsleiter Hauptamt und Stadtmarketing der Stadt Frankfurt am Main, positioniert sich folgendermaßen: „Die Frankfurter City muss den Vergleich mit anderen Orten in Deutschland nicht scheuen. Ganz im Gegenteil. Unsere Innenstadt bekommt gute Noten. Wie immer gibt es Luft nach oben. Offen sind zum Beispiel die Fragen: „Wie integrieren wir digitale Angebote in den Stadtraum?“ Und „Wie gestalten wir unsere Innenstadt als wahrnehmbaren, als attraktiven Teil Frankfurts?"

 

Die Passantenbefragungen in den Innenstädten Deutschlands werden vom Institut für Handelsforschung (IFH) in Köln erstellt. Die Befragung von 2000 Passanten wurde an einem Donnerstag und einem Samstag im September 2018 in der Innenstadt durchgeführt. Zeitlich fand die gleiche Umfrage in 116 Kommunen aller Größen in ganz Deutschland statt. Frankfurt am Main gehört nach der Studien-Clusterung zu der Ortsgrößenklasse > 500.000 Einwohner. 

 

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