Corona-Virus: Lösen der Wirtschaftsbremse und staatliche Ausgleichsmaßnahmen zeigen Wirkung

7. Mai 2020

 

Für das laufende Jahr 2020 erwarten etwa Dreiviertel der Unternehmen (77 Prozent) im IHK-Bezirk Frankfurt am Main einen Rückgang ihres Umsatzes als Folge des Corona-Virus. In der letzten Umfrage Ende März 2020 waren es noch 85 Prozent. „Das geringfügige Lösen der Wirtschaftsbremse und die staatlichen Ausgleichsmaßnahmen zeigen eine positive Wirkung auf die regionale Wirtschaft“, sagt Ulrich Caspar, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main.

 

In der aktuellen Umfrage, die in der Zeit vom 4. bis 6. Mai 2020 unter den Mitgliedern der IHK-Vollversammlung und den IHK-Ausschüssen im IHK-Bezirk Frankfurt am Main (Stadt Frankfurt, Main-Taunus-Kreis und Hochtaunuskreis) stattfand, meldeten 16 Prozent der befragten Unternehmen für das Gesamtjahr 2020 einen erwarteten Umsatzrückgang von mehr als 50 Prozent im Vergleich zu 2019. In der Vorumfrage klagte noch jedes dritte Unternehmen über solch stark negativen Umsatzerwartungen. Unter dem Eindruck der derzeitigen Lockerungen rechnet ein Drittel der Unternehmen mit einer Rückkehr zum normalen Geschäftsbetrieb in der zweiten Jahreshälfte 2020, jedes vierte Unternehmen allerdings erst im Jahr 2021.

 

Am deutlichsten wirkt sich nach wie vor die ausbleibende oder stark reduzierte Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen aus. Etwas mehr als jedes zweite Unternehmen weist darauf hin. Bei fast jedem dritten Unternehmen führt die Corona-Krise zur kompletten oder in großen Teilen Stilllegung der Produktion oder des Geschäfts. Weitere oft genannte Auswirkungen sind Auftragsstornierungen und Investitionskürzungen. Personalabbau planen derzeit 30 Prozent der Unternehmen. Der Großteil (66 Prozent) möchte das derzeitige Personal halten und vier Prozent mehr Mitarbeiter einstellen.

 

Von einer unmittelbar drohenden Insolvenz berichten hingegen nur vier Prozent der Unternehmen. „Diese niedrige Zahl erklärt sich vor allem durch teilweises Lösen der Wirtschaftsbremse und der staatlichen Ausgleichsmaßnahmen. Die finanziellen Ausgleichsmaßnahmen sind eine wichtige Stütze bei der Überbrückung der ersten Liquiditätsengpässe“, so Caspar. Beinahe jedes zweite Unternehmen berichtet von einem Eigenkapitalrückgang, jedes vierte Unternehmen ist in Liquiditätsengpässe gerutscht. Bei einem längerfristigen Herunterfahren in der Breite hätte sich das Insolvenzgeschehen deutlich schlechter dargestellt.

 

„Die Wirtschaftsbremse wegen des Infektionsschutzes hat unsere Mitgliedsunternehmen in ihrer Liquidität und in ihren Rücklagen massiv beeinträchtigt. Nach den staatlichen Ausgleichsmaßnahmen für die massive Wirtschaftsbeschränkung entfalten nun vor allem die ersten Lockerungen ihre Wirkung. Umso wichtiger ist es, dass die Regierung Vertrauen in die Eigenverantwortung der Unternehmen hat und das weitere schrittweise Lösen der Wirtschaftsbremse bald erfolgt.“ Alle Belastungen abseits des Gesundheitsschutzes bedürften zudem einer Überprüfung. „Für eine nachhaltige Genesung und zur Forcierung der wirtschaftlichen Erholung sollte Überregulierung abgebaut und Unternehmenssteuern gesenkt werden“, so Caspar abschließend.

 

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