Masterplan Mobilität und Verkehrsinfrastruktur gefordert

26. Juni 2020

 

Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt (IHK) und die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main (HWK) wünschen sich eine zukunftsweisende, verkehrsmittelübergreifende Verkehrs- und Mobilitätsplanung für Unternehmen, deren Mitarbeiter und Kunden, die durch einen Masterplan „Verkehrsinfrastruktur und Mobilität“ nachhaltig gesichert wird. „Verkehrsinfrastruktur ist ein wesentlicher Standortfaktor. Ohne vernünftige Infrastruktur leidet der Wirtschaftsstandort Frankfurt“, betonte Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main. Handwerkskammer-Präsident Bernd Ehinger fügte an: „Unsere Unternehmen gestalten Wachstum, Versorgungssicherheit und Prosperität in Frankfurt und FrankfurtRheinMain durch ihre Produkte und Services. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die Verkehrsinfrastruktur für Anlieferung, Kunden- und Arbeitnehmererreichbarkeit stimmen.“
 
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der beiden Kammern setzten sich die beiden Präsidenten für einen Masterplan „Verkehrsinfrastruktur und Mobilität“ ein, der alle Verkehrsströme analysiert, berücksichtigt und verzahnt. Bei der Pressekonferenz wurden die sieben Forderungen der Wirtschaft an die Verkehrsplanung vorgestellt. Ein gemeinsames Positionspapier mit dem Titel „Anforderungen der Wirtschaft an eine moderne Verkehrs- und Mobilitätspolitik“ war jeweils durch die beiden Vollversammlungen der IHK Frankfurt am Main und die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main verabschiedet worden.
 
„Wir brauchen insgesamt eine bessere Verkehrsinfrastruktur in allen Bereichen, wollen wir unseren wichtigsten Standortvorteil in Frankfurt erhalten – die gute Erreichbarkeit. Schon heute sind alle Verkehrswege überlastet, gleichzeitig wachsen die Verkehrsbewegungen immer weiter an. Basis für Verkehrspolitik sollten die tatsächlichen Bedarfe von Unternehmen, Kunden und den Mitarbeitern unserer Mitgliedsunternehmen sein. In Frankfurt wird auf Basis einer veralteten Verkehrsplanungsgrundlage gearbeitet“, so Ehinger.
 
„Die Datenbasis des aktuell gültigen Generalverkehrsplans stammt noch aus den späten 1990er Jahren, also einer Zeit, in der man bestenfalls von Stagnation ausgegangen ist. Ohne einen aktuellen Masterplan „Verkehrsinfrastruktur und Mobilität“ kommen wir nicht weiter“, so Caspar.
 
 

Die sieben Forderungen im Einzelnen

 

 

  1. Ein durchdachtes Konzept für den Kunden- und Lieferverkehr, das Unternehmen, Betrieben und deren Mitarbeitern ermöglicht, ihre Tätigkeiten reibungslos zu gestalten. Liefer- und Handwerksverkehre sollten dabei als Wirtschaftsverkehr mit besonderen Belangen wahrgenommen werden. 

  2. Entschlossene Schritte auf den Hauptstraßen, den Auto- und den Radverkehr weiter zu entzerren, um den Verkehrsfluss schneller und zugleich sicherer zu machen.

  3. Quantifizierung der Probleme im Bereich der Parkraumbewirtschaftung und die Entwicklung kluger Konzepte, um bestehenden Mängeln an Parkplätzen und möglichen Ineffizienzen in der Bewirtschaftung lokal entgegen zu wirken.

  4. Ein koordiniertes Baustellenmanagement und eine gesamtheitliche Steuerung der Baustellen inklusive einer frühzeitigen Baustellenkommunikation und -information für die Unternehmen in der Region.

  5. Ein konsequenter und beschleunigter Ausbau der Schienennetze und -kapazitäten sowie die Erweiterung und Schaffung neuer P+R-Plätze, um Pendlern Alternativen zum innerstädtischen Individualverkehr zu bieten.

  6. Zeitnahes Sanieren und regelmäßiges Instandhalten von Industriestraßen, um die Verkehrsanbindung von Unternehmen und Betrieben in den Gewerbegebieten zu sichern und störungsfreie Transporte zu ermöglichen. 

  7. Eine hinreichende Förderung von Innovationen im Verkehrsbereich, um mit digitalen Lösungen unterschiedliche Prozesse zu vereinfachen.



Die Pressekonferenz am Freitag war eine Auftaktveranstaltung beider Kammern zu einer Reihe von Terminen zum Thema Wirtschaftsverkehre.

 

 

Das vollständige Positionspapier Anforderungen der Wirtschaft an eine moderne Verkehrs- und Mobilitätspolitik finden sie hier.

 

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