Frühe Sperrstunde für die Frankfurter Gastronomie überdenken

7. Oktober 2020

 

Die Ankündigung der Stadt Frankfurt am Main, ab Freitag, dem 9. Oktober 2020, unter anderem eine Sperrstunde in der Gastronomie von 22 bis 6 Uhr einzuführen, stößt bei der IHK Frankfurt am Main auf ein geteiltes Echo. „Auf Grund der steigenden Fallzahlen in Frankfurt ist es klar, dass die Stadt Frankfurt zur Vorkehrung gegen einen weiteren Lockdown und dessen Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionsentwicklung trifft“, sagt Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt. Um die nachteiligen Effekte für die Gewerbetreibenden möglichst gering zu halten, sollte die Wirkungsweise der Maßnahmen genau betrachtet werden. Während die Pflicht des Tragens einer Mund-Nasen-Bedeckung im ÖPNV, in Transportbussen und in Innenräumen und deren Durchsetzung offenkundig effektiv sind und den Wirtschaftsstandort wenig beeinträchtigen, erscheint eine flächendeckende Sperrstunde ab 22 Uhr mit mehr Problemen behaftet. Die  finanziellen Auswirkungen auf die Gastronomie dürften bei einer Sperrstunde ab 22 Uhr erheblich sein, denn einen Großteil des Umsatzes erwirtschaften viele Betriebe in den späteren Abendstunden. „Daher bitten wir um eine genaue Begründung der Verhältnismäßigkeit dieser Maßnahme“, so Caspar. Möglicherweise wäre schon eine Angleichung an die Berliner Sperrstunden-Regelung von 23 Uhr hilfreich.

 

Die Gastronomen haben in den letzten Monaten große Anstrengungen unternommen, um den Gästen einen sicheren Aufenthalt in ihren Räumen zu ermöglichen. Der Lockdown im Frühjahr, die anschließenden Sitzplatzbeschränkungen und die anhaltende Zurückhaltung der Bevölkerung im Ausgehverhalten haben viele Betriebe an den Rand der Insolvenz gebracht. Erst in den letzten Wochen hat sich die Lage für die Branche ein wenig erholt.

 

 

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