Beschäftigungs- und Konjunkturprognose FrankfurtRheinMain 2021- Corona-Pandemie bleibt größter Unsicherheitsfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung

23. November 2020

 

„Nachdem sich bereits im vergangenen Jahr aufgrund der zunehmenden internationalen Handelskonflikte und des Brexits negative Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft abzeichneten, ist die Liste der Herausforderungen in diesem Jahr nicht kürzer geworden. Die enormen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie kommen nun noch erschwerend hinzu und sorgen für einen dramatischen konjunkturellen Einbruch in der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Entsprechend bewerten die Unternehmen der Region ihre Geschäftslage deutlich schlechter als noch im Vorjahr. 29 Prozent der Unternehmen sprechen von schlechten Geschäften (Vorjahr: 12 Prozent). 26 Prozent berichten noch von guten Geschäften (Vorjahr: 37 Prozent), weitere 45 Prozent sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage zumindest zufrieden (Vorjahr: 51 Prozent), kommentiert

Ulrich Caspar, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, die Ergebnisse der aktuellen Beschäftigungs- und Konjunkturprognose von PERFORM, der Initiative der Wirtschaftskammern der Metropolregion FrankfurtRheinMain.

 

Für das laufende Jahr 2020 rechnen die regionalen Wirtschaftskammern mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in der Metropolregion von 6,2 Prozent. „Das bedeutet nach vielen Jahren des Wachstums einen drastischen Einbruch und auch im kommenden Jahr dürften die Rahmenbedingungen aufgrund der anhaltenden Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Pandemie herausfordernd bleiben. Für das Jahr 2021 erwarten wir zwar ein Wachstum von 2,8 Prozent, das Niveau der Zeit vor Corona werden wir im kommenden Jahr aber noch nicht wieder erreichen. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist abhängig von vielen Faktoren, unter anderem von der Verfügbarkeit eines Impfstoffes“, so Caspar weiter.

 

 

Auch am Arbeitsmarkt in der Metropolregion FrankfurtRheinMain geht die Corona-Pandemie nicht spurlos vorbei. Zwar konnte im Jahr 2019 in der Metropolregion mit einem Plus von ca. 38.500 Stellen (plus 1,6 Prozent) das zehnte Jahr in Folge ein Beschäftigungswachstum verzeichnet werden. „Jedoch wird sich dieses Beschäftigungswachstum in Folge der Pandemie nach Einschätzung der regionalen Wirtschaftskammern im Jahr 2020 merklich abschwächen. Für das Jahr 2020 wird ein deutlich geringerer Anstieg um ca. 15.000 Stellen (plus 0,6 Prozent) erwartet. Für das Jahr 2021 rechnen die Wirtschaftskammern sogar mit einem Rückgang von etwa 12.400 Stellen (minus 0,5 Prozent). Mit dem Ende der Corona-Pandemie wird sich dies jedoch wieder schnell ändern. Es wird daher voraussichtlich zu einem weiteren Anstieg der Beschäftigungsverhältnisse in der Metropolregion FrankfurtRheinMain kommen“, kommentiert Caspar.

 

Zwar bleiben die Beschäftigungsrisiken gerade in kundennahen Wirtschaftsbereichen und exportorientierten Branchen, wie der Industrie, sehr hoch. Es gibt allerdings auch Branchen, in denen in der Krise noch Beschäftigung aufgebaut wird. Das gilt unter anderem für die Wirtschaftsbereiche Information und Kommunikation, Rechts- und Steuerberatungen sowie Wirtschaftsprüfungen, das Gesundheitswesen und die Bauwirtschaft. „Die Pandemie wird also nichts daran ändern, dass die Metropolregion FrankfurtRheinMain auch nach der Krise ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleiben und weiterhin Unternehmen und Arbeitnehmer anziehen wird. Die derzeitigen Herausforderungen – insbesondere bei der Mobilitäts- und Flächenpolitik – bleiben auch nach Überwindung der Krise bestehen. Damit die Unternehmen nach Ende der Pandemie durchstarten können und die Region auch künftig prosperiert, gilt es nach wie vor, die Verkehrsinfrastruktur auszubauen und die Knappheit an Wohn-, Gewerbe- und Industrieflächen zu beseitigen“, so Caspar abschließend.

 

Die vollständige Prognose finden Sie hier: https://www.frankfurt-main.ihk.de/standortpolitik/fachkraefte_demografie_arbeitsmarkt/studien_analysen/prognose/

 

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