IHK Frankfurt veröffentlicht Saisonumfrage Tourismus Herbst 2020: Halbierung des Jahresumsatzes bei über 90 Prozent der Reisewirtschaft erwartet – zwei Drittel des Gastgewerbes plant, Beschäftigtenzahl zu verringern

2. Dezember 2020

 

 

Rund 80 Prozent der Betriebe des Gastgewerbes und über 95 Prozent der Betriebe der Reisewirtschaft in Frankfurt und im Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis bewerten ihre derzeitige Geschäftslage als schlecht. Dies ist ein Ergebnis der Konjunkturumfrage zur Tourismuswirtschaft der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. „Das Gastgewerbe und die Reisewirtschaft leiden ganz besonders während der anhaltenden Corona-Pandemie unter den Auswirkungen der derzeit angeordneten Restriktionen und deren Folgen“, sagt IHK-Präsident Ulrich Caspar. Rund zwei Drittel der Betriebe des Gastgewerbes und über 90 Prozent der Betriebe der Reisewirtschaft rechnen darüber hinaus für 2020 mit einem Rückgang ihres Umsatzes von über 50 Prozent.

 

Die anhaltende Krise wird voraussichtlich auch deutliche Spuren in der Belegschaft der Tourismusunternehmen hinterlassen: So geben über zwei Drittel der Betriebe des Gastgewerbes und rund die Hälfte der Betriebe der Reisewirtschaft an, die Zahl ihrer Beschäftigten in der nächsten Saison verringern zu wollen. Das mag auch mit den schlechten Perspektiven mancher Betriebe zusammenhängen. Zwar geben die meisten Betriebe an, dass sie immerhin mit einer Rückkehr zur Normalität im zweiten Halbjahr 2021 oder erst nach 2021 rechnen. Doch bei über einem Viertel der Beherbergungsbetriebe fehlt derzeit der Glaube, dass es auch nach einer Corona-Krise eine Rückkehr zur Normalität geben wird.

 

„Die Umfrage macht deutlich, wie massiv die finanziellen Einbußen der Unternehmen im Jahr 2020 ausfallen werden. Für viele Betriebe wird es nach dem November-Lockdown finanziell extrem eng. Für die meisten Betriebe der Tourismusbranche ist es daher überlebenswichtig, dass die Unterstützungen der öffentlichen Hand weiter erhalten bleiben und die Corona-Impfungen beschleunigt durchgeführt werden, um zur normalen Geschäftstätigkeit schnellstmöglichst zurückkommen zu können. Eine Impfdauer über viele Monaten hindert die Unternehmen weiterhin, zur normalen Geschäftstätigkeit zurückzukehren. Die kommenden politischen Entscheidungen sollten die existenzbedrohenden Auswirkungen auf die Tourismusbranche stets im Blick haben“, betont Caspar.

 

Die Konjunkturumfrage zur Tourismuswirtschaft wird in der Regel zweimal im Jahr bei Unternehmen des Gastgewerbes und der Reisewirtschaft im IHK-Bezirk (Stadt Frankfurt, Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis) durchgeführt. Sie stellt eine Präzisierung zur allgemeinen Konjunkturumfrage im IHK-Bezirk Frankfurt am Main für die Tourismusbranche dar. Die Befragung ermittelt sowohl die Geschäftslage und die Geschäftserwartungen als auch Kennziffern wie Geschäftsrisiken, Entwicklung der Beschäftigtenzahlen und Umsätze. Bei der aktuellen Erhebung im Berichtszeitraum Mai bis Oktober 2020 sind insgesamt 160 Unternehmen – noch vor dem November-Lockdown – befragt worden.

 

Die allgemeine Stimmung der Unternehmen wird mit dem IHK-Geschäftsklimaindex ermittelt. Er stellt einen Querschnitt der aktuellen und zukünftigen Geschäftslage dar und liegt nach dem Konjunkturbericht Herbst 2020 der IHK Frankfurt bei allen Branchen im Bezirk bei 96 Punkten. Ein Wert von 100 stellt die Grenze zwischen positiver und negativer Gesamtstimmung dar. Bei den Beherbergungsbetrieben zeigt der Indexwert von 30 eine sehr schlechte Geschäftslage. Die Stimmung in der Gastronomie ist mit einem Indexwert von 35 nur unwesentlich besser. Nochmals deutlich schlechter ist die Stimmung unter den Unternehmen der Reisewirtschaft mit einem Geschäftsklimaindex von 15. Die Reisewirtschaft ist die am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Branche.

 

Alle Ergebnisse der Umfrage finden Sie unter: www.frankfurt-main.ihk.de/tourismusumfrage

 

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