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Gewerbesteuer

Jeder Gewerbebetrieb, der in Deutschland betrieben wird, unterliegt der Gewerbesteuer. Unter Gewerbebetrieb ist ein gewerbliches Unternehmen im Sinne des Einkommensteuerrechts zu verstehen. Hierunter fallen vor allem Handelsbetriebe, Betriebe der Industrie und des Handwerks, Banken, Versicherungen, Vermittlungstätigkeiten (z. B. eines Maklers oder Handelsvertreters) sowie Gaststättenbetriebe. Selbstständige Freiberufler (z. B. Ärzte, Rechtsanwälte, Ingenieure, Architekten, Steuerberater, Heilpraktiker, Krankengymnasten, Journalisten, Dolmetscher, Übersetzer) unterliegen dagegen – ebenso wie selbstständige Land- und Forstwirte – nicht der Gewerbesteuer (Abgrenzung zwischen Gewerbebetrieb, freiem Beruf sowie Land- und Forstwirtschaft enthält unser Merkblatt: Gewerbe – freie Berufe).



Berechnung der Gewerbesteuer

Die Berechnung der Gewerbesteuer ist sehr kompliziert. Sie richtet sich nach der Unternehmensform (Rechtsform). Für Einzelunternehmen und Personengesellschaften (z. B. GbR, OHG, KG) gelten andere Berechnungsmodalitäten als für Kapitalgesellschaften (z. B. GmbH, Aktiengesellschaften);


Ausgangsgröße für die Berechnung der Gewerbesteuer ist jeweils der einkommen- bzw. körperschaftsteuerliche Gewinn. Vom Gewinn ermittelt das Finanzamt den Steuermessbetrag und teilt diesen der Gemeinde, in der sich der Gewerbebetrieb befindet, mit. Die Gemeinde multipliziert den Steuermessbetrag mit dem vom Gemeindeparlament beschlossenen Gewerbesteuerhebesatz und setzt die Gewerbesteuer durch den Gewerbesteuerbescheid fest.


Aus dem Berechnungsschema für Einzelunternehmen und Personengesellschaften ergibt sich, dass diese keine Gewerbesteuer zahlen müssen, wenn der Gewerbeertrag den Freibetrag von 24.500 Euro nicht übersteigt. Für Kapitalgesellschaften gilt dieser Freibetrag nicht, da eine Kapitalgesellschaft auch für die Tätigkeit eines Gesellschafter-Geschäftsführers ein angemessenes Geschäftsführergehalt zahlen kann; dieses Gehalt mindert als Betriebsausgabe den Gewinn und somit die Gewerbesteuer. Personenunternehmen können dagegen an Unternehmer/Gesellschafter mit steuerlicher Wirkung keinen Unternehmerlohn zahlen.

 

Nach den Regelungen der Unternehmensteuerreform 2008 entfällt die Abzugsfähigkeit der Gewerbesteuer als Betriebsausgabe sowohl für Personenunternehmen als auch für Kapitalgesellschaften seit 1.1.2008. Um die dadurch entstandene Erhöhung der Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer auszugleichen, wurde für alle Gewerbebetriebe die Gewerbesteuermesszahl von 5% auf 3,5 % gesenkt.

 

Für Einzelunternehmer und Mitunternehmer einer Personengesellschaft besteht jedoch die Möglichkeit, die jeweilige tarifliche Einkommensteuer durch Anrechnung der Gewerbesteuer zu ermäßigen. Das erfolgt durch die Anrechnung des 3,8-fachen (bis 31.12.2007: 1,8-fachen) des Gewerbesteuermessbetrages. Die Anrechnung ist auf den Anteil der Einkommensteuer, der auf gewerbliche Einkünfte entfällt, beschränkt. Die Gewerbesteuerkompensation wird genau bei einem Hebesatz von 380 % erreicht. Das heißt bis zu diesem Hebesatz stellt die Gewerbesteuer keine zusätzliche Belastung dar.

 

Ansprechpartner

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Alfred Siegl Recht und Steuern stv. Geschäftsführer
Telefon: 069 2197-1329Fax: 069 2197-1483
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