Bei Insolvenz haftet der faktische Geschäftsführer

Faktische Geschäftsführer einer GmbH sind gemäß § 64 GmbHG nicht nur zur rechtzeitigen Stellung des Insolvenzantrags verpflichtet, sondern haften auch, wenn sie diese Pflicht versäumen. Der Bundesgerichtshof stellt fest (BGH, Urteil vom 11. Juli 2005, AZ: II ZR 235/03): Für die Beurteilung, ob jemand faktisch wie ein Organmitglied (Geschäftsführer) gehandelt und als Konsequenz seines Verhaltens, sich wie ein nach dem Gesetz bestelltes Organmitglied zu verantworten hat, ist auf das Gesamterscheinungsbild seines Auftretens abzustellen. Danach ist es allerdings nicht erforderlich, dass der Handelnde den satzungsmäßig bestellten Geschäftsführer völlig verdrängt. Entscheidend ist vielmehr, dass er die Gesellschaft nach außen, d.h. Dritten gegenüber, maßgeblich leitet. Insoweit reicht die faktische Verantwortlichkeit für den kaufmännischen und finanziellen Bereich aus.

Urteil im Wortlaut: