Kein Warengeschenkgutscheinverfall nach einem Jahr in AGB

Die Beschränkung der Gültigkeit von Warengeschenkgutscheinen auf ein Jahr in Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ist nach einer Entscheidung des Landgerichts (LG) München I unangemessen und demnach rechtswidrig (Urt. v. 5.4.2007, Az. 12 O 22084/06). Die bayerischen Richter gaben einer Unterlassungsklage gegen den Onlineversand-Riesen Amazon.de statt. Die zeitliche Beschränkung sei auch nicht "durch die lange Verwaltung der Gutscheinkonten und die notwendige Bilanzierung" und dem daraus resultierenden erhöhten Verwaltungsaufwand gerechtfertigt, wie Amazon argumentiert hatte. Zum einen erfolge eine Einlösung der Gutscheine größtenteils bereits in den ersten Monaten, so dass ein unzumutbarer Verwaltungsaufwand nicht ersichtlich sei. Zum anderen "gehe es nicht an, dass "Amazon.de" einerseits Zinsen aus den noch nicht eingelösten Beträgen ziehen kann und andererseits dann von den verfallenen Beträgen profitiert", so das LG.