Vorsicht vor offiziell aussehenden Rechnungen für Handelsregistereintragungen

Derzeit erhalten wieder viele Unternehmer Anschreiben, die einer Kostenrechnung für eine Handelsregistereintragung täuschend ähnlich sind. Diese enthalten z. B. Aktenzeichen, Landeswappen, behördliches Kassenzeichen und ein Layout in amtstypischer Aufmachung. In manchen Fällen ist als Zahlungsempfänger die Zentrale Zahlstelle Justiz in Hamm angegeben, die z.B. in Rheinland-Pfalz Rechnungen für das Amtsgericht Köln versendet. Im IHK-Bezirk Frankfurt am Main ist dies aber immer das Amtsgericht Frankfurt am Main, das als Zahlungsempfänger dessen Gerichtskasse angibt.

 

Die Täuschung läuft immer nach demselben Muster ab: Einige Tage nach der Eintragung ins Handelsregister erhalten Gründer einen Brief, der den Eindruck erwecken soll, er sei vom Amtsgericht ausgestellt worden. Der Gründer soll nun für die Eintragung ins Handelsregister einen Betrag zwischen 150 und 1.200 Euro bezahlen. Da die Handelsregistereintragung einer UG oder GmbH bei einer Bargründung 150 Euro beträgt, verlangen viele Betrüger genau diesen Betrag, um möglichst wenig Verdacht zu erregen.

 

Zudem versuchen manche Betrüger die Unternehmen in eine sogenannte Abo-Falle zu locken. Bei den versandten Formularen handelt es sich aber lediglich um Offerten für die Eintragung in ein meist nutzloses Adress- und Gewerbeverzeichnis (Hinweise im Kleingedruckten). Bezahlt das Unternehmen die Rechnung, hat es einen Vertrag abgeschlossen, der zu monatlichen Beiträgen verpflichtet.

 

Auch das Zahlungsziel gibt einen Hinweis auf eineTäuschung: Die Frist beträgt meist zwischen drei und sieben Werktagen. Das Zahlungsziel der offiziellen Rechnung der Amtsgerichte beträgt jedoch in der Regel 14 Tage.

 

Zweifelhafte Formulare sollten zur Prüfung an die IHK Frankfurt am Main gerichtet werden und keine voreiligen Zahlungen geleistet werden.

 

Ansprechpartner

Christine Seitz Recht und Steuern
Telefon: 069 2197-1314 Fax: 069 2197-1575