Rechtsanwaltssuche, Rechtsanwaltshonorar

Wie finde ich einen geeigneten Rechtsanwalt oder Notar?


Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main erreichen fast täglich Anfragen ihrer Mitglieder, wie der richtige Rechtsanwalt für ein konkretes, rechtliches Problem zu finden ist. Die IHK aber darf, so gern sie diesem Verlangen ihrer Mitglieder auch nachkäme, aus rechtlichen Gründen keinen bestimmten Anwalt vorschlagen. Würde sie bestimmte Anwälte empfehlen - und die übrigen, vielleicht für diesen Fall ebenso oder gar besser geeigneten Anwälte damit benachteiligen, würden sich nicht genannte Anwälte - zu Recht - benachteiligt fühlen.

Aber oft ist es schon eine wichtige Hilfe, wenn man weiß, welcher Anwalt sich auf ein besonderes Problemfeld spezialisiert hat. Arbeitsrecht, Bauvertragsrecht, Wettbewerbsrecht, EDV-Recht - nicht jeder Anwalt kann sich mit jedem Gebiet gleich intensiv befassen. Fachanwälte und Anwälte mit speziellen Tätigkeitsschwerpunkten sind teilweise in den Gelben Seiten oder im Internet zu finden. Auch gibt es inzwischen im Internet die Möglichkeit, durch so genannte Anwaltssuchmaschinen den Rechtsanwalt, Steuerberater oder auch Wirtschaftsprüfer herauszufinden, der für eine bestimmte, individuelle Anfrage am besten geeignet ist (zu Links auf Suchmaschinen: siehe unten Anlage).

Hierüber informiert auch die Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main:

Die Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main hat einen Anwaltssuchdienst eingerichtet.

Bei der Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main erhält man auch den einen oder anderen Hinweis, unter welchen juristischen Fachbegriff das Problem fällt, das man hat. Und dazu ein paar Adressen entsprechender Anwälte.

Das deutsche Notarverzeichnis bietet jetzt die Möglichkeit einer kostenlosen bundesweiten Internetrecherche nach Notaren im ständig aktualisierten Deutschen Notarverzeichnis der Bundesnotarkammer, in dem alle Notare im Bundesgebiet verzeichnet sind. Eine Recherche nach individuellen Kriterien, vor allem nach Namen, Straßen oder Postleitzahlen, ist möglich.

Anlage: sonstige Anwaltssuchmaschinen:
Diese Suchservices sind meist kostenfrei und die Suche lässt sich oft vor allem regional eingrenzen – betreibt man sein Unternehmen also beispielsweise im südlichen Teil Frankfurts und möchte bequem dort einen geeigneten Rechtsbeistand finden, so wird dies meist durch eine Postleitzahlensuche ermöglicht. Die Suche lässt sich in den meisten Fällen auch anhand weiterer Kriterien (wie Name, Interessensschwerpunkte etc.) stark eingrenzen.

Selbstverständlich erhebt die folgende Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch ist die Liste nicht nach bestimmten Kriterien geordnet. Die IHK kann zuletzt weder eine Gewähr für die Qualität der Seiten sowie der darin gebotenen Inhalte noch für die dort ausgesprochenen Empfehlungen übernehmen. Die Suchservices, von denen einige wenige auch telefonisch erreichbar sind, sind mit dieser Telefonnummer (teilweise besondere, extra gebührenpflichtige Rufnummern) extra angegeben.


Anwaltssuchdienste im Internet:

www.0800fachanwalt.de (Telefon: 0800-3224269)

Die Besonderheit dieses Suchdienst ist, dass hier lediglich so genannte Fachanwälte, also Rechtsanwälte, die sich durch Zusatzprüfungen nach der Fachanwaltsordnung in bestimmten Gebieten – wie etwa Verwaltungsrecht, Sozialrecht oder Steuerrecht - besonders weitergebildet haben, aufgenommen werden. (Allerdings praktizieren viele Spezialisten auch ohne den Fachanwaltstitel, ohne die Prüfungen für diesen Titel abgelegt zu haben.)

www.anwalt24.de

www.advogarant.de

www.anwalt-suchservice.de

www.anwaltauskunft.de (Telefon: 01805-181805)

www.anwaltssuchdienst.de

www.interlex.de

www.123recht.net

www.mego.de

www.advocat24.de

www.jusline.de

www.rechtsanwalt.com

www.advo-find.de


_______________________________________________________

Was kostet eigentlich ein Rechtsanwalt?


Viele Unternehmer scheuen den Gang zum Anwalt aus Angst vor den Kosten. Aber ist diese Angst berechtigt? Rechtsklarheit ist grundsätzlich immer eine sinnvolle Investition, zumal diese Betriebskosten regelmäßig steuerlich abgesetzt werden können. Man sollte sich also Klarheit über die Höhe der zu erwartenden Anwaltskosten verschaffen.


Wird mit dem Anwalt keine Honorarvereinbarung getroffen, richten sich die Höhe der RA-Kosten für Aufträge seit dem 1.7.04 regelmäßig nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) (vorher galt die Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung (BRAGO)):



www.rechtsanwaltsgebuehren.de



Prozess-Kostenrechner



Maßgeblich für die Höhe der Anwaltsgebühren sind nach dem RVG und auch nach der alten BRAGO zwei Faktoren, nämlich wie hoch der Gegenstandswert (oder Streitwert) ist und wie umfangreich der Anwalt für seinen Auftraggeber tätig wird. Für jeden Gegenstandswert kann man anhand des RVG (Anlage zu § 13 RVG) die Höhe einer sogenannten vollen Gebühr (1,0 Gebühr) errechnen. Diese volle Gebühr fällt abhängig von den Tätigkeiten des Anwalts einmal, mehrfach oder auch nur teilweise an. Darüber hinaus gibt es noch Nebenkosten und Steuern.

Ein - etwas vereinfachtes - Beispiel: Ihr Kunde bezahlt eine Rechnung über 1.200 EURO nicht. Der Anwalt soll Sie beraten. Bei einem Gegenstandswert von 1.200 EURO beträgt eine volle Gebühr netto 85 EURO. Für eine Beratung fällt diese Beratungsgebühr - je nach Schwierigkeit und Aufwand - 0,1 bis 1,0 mal an, maximal also 85 EURO. Hinzu kommen meist Kopierkosten, eine Postkostenpauschale (höchstens 20 EURO) und die Mehrwertsteuer, zusammen also ca. 115 EURO. Wenn die Beratung kurz und einfach ist, kostet es etwa die

Hälfte dieses Betrages.


Bei einer Verbraucherberatung  kostet ein erstes Beratungsgespräch durch einen Rechtsanwalt höchstens 190 EURO. (RVG-VV 2102)


Wird der Rechtsanwalt noch weiter für Sie tätig, indem er z. B. den säumigen Kunden anschreibt, so entsteht keine Beratungsgebühr, sondern gleich eine Geschäftsgebühr. Die Geschäftsgebühr liegt zwischen 0,5 und 2,5. Dabei kann der Rechtsanwalt eine Gebühr von mehr als 1,3 nur fordern, wenn die Tätigkeit umfangreich oder schwierig war. In der Regel dürfte also eine 1,3 Gebühr anfallen. Diese Gebühr beträgt z. B. bei einem Gegenstandswert von 1.200 EUR  110,50 EURO.


Teurer wird es dann, wenn Sie diese Sache vor ein Amtsgericht bringen wollen. Dann erhält Ihr Anwalt eine 1,3 Verfahrensgebühr für die Vorbereitung und Einreichung der Klage und eine 1,2 Terminsgebühr für die mündliche Verhandlung. Die bisherige Beweisgebühr der BRAGO ist entfallen. Eine Vergleichsgebühr in Höhe von 1,0 entsteht, wenn vor oder in der Verhandlung ein Vergleich geschlossen wird. Da man den Vergleich oft schließt, wenn die Rechtslage oder die eigene Beweislage nicht ganz eindeutig ist, und ein Risiko besteht, dass man den Prozess auch verlieren könnte, würden in diesem Fall die folgenden Gebühren des eigenen Anwaltes entstehen: Verfahrensgebühr (1,3) 110,50 EUR, Terminsgebühr (1,2) 102,00 EUR, Vergleichsgebühr (1,0) 85,00 EUR zuzüglich Postpauschale von 20,00 EUR 50,80 EUR Mehrwertsteuer, also 368,30 EURO. Unterstellt ist hier der Fall, dass die Sache durch den Vergleich 50:50 ausgeht. Dann müssen Sie diese 368,30 EURO und die halben Gerichtskosten von den gewonnenen 600 EURO abziehen; es bleibt also nicht viel übrig.

Falls Sie aber keinen Vergleich schließen, sondern Sie den Prozess gewinnen, erhalten Sie die Anwalts- und Gerichtskosten vom Gegner erstattet (falls dieser Geld hat). Verlieren Sie jedoch, tragen Sie umgekehrt dessen Anwaltskosten. Hier ist das Verhältnis zwischen Aufwand und Kostenrisiko also schon deutlich anders. Bei kleinen Streitwerten sollten Prozesse also dann vermieden werden, wenn die Prozessaussichten unklar sind. Dann ist ein außergerichtlicher Vergleich unter Kaufleuten oft sinnvoller. Außerdem sind die Kosten für den Richter und etwaige Sachverständige und Zeugen in dieser Rechnung noch nicht berücksichtigt.

Bei hohem Gegenstandswert sieht die Rechnung schon deutlich günstiger aus. Nehmen Sie zum Vergleich den hundertfachen Streitwert. Hier steigen die Anwaltskosten zwar, aber nur in degressiver Form. Bei 120.000 EURO beträgt eine volle Gebühr zum Beispiel nicht 8.500 EURO, sondern nur 1.431 EURO. Eine ausführliche Beratung kostet also bis ca. 1.431 EURO, ein gerichtlicher Vergleich entsprechend dem oben dargestellten Beispiel ca. 5100 EURO (Gesamtkosten). Wichtig: Bei höheren Streitwerten geht der Prozess nicht selten in die Berufung oder gar in die Revision - und dann fallen dort weitere Gebühren an.

Darüber hinaus gibt es viele Details und abweichende Sonderregeln im RVG, die hier in Kürze nicht behandelt werden können. Deshalb ist es wichtig, den Anwalt gleich im ersten Gespräch auf die Kostenfrage und die potenziellen Kostenrisiken anzusprechen. Er ist zwar kein Prophet, kann aber für einen speziellen Fall sicher eine präzisere Einschätzung geben, als dies hier möglich ist. Und in manchen Fällen sind auch Honorarvereinbarungen möglich und sinnvoll.

Insbesondere bei hohen Streitwerten ist der Abschluss einer von den starren Sätzen des RVG abweichenden Honorarvereinbarung empfehlenswert. Es bietet sich hier die Abrechnung nach Stundensätzen an. Je nach Größe und Standing des Anwalts ist mit Sätzen zwischen 75,00 EURO und 400 EURO zu rechnen. Damit besteht auch bei hohen Streitwerten die Möglichkeit, die Gebühren insbesondere für eine Beratung "im Griff zu behalten".


 

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Christine Seitz Recht und Steuern
Telefon: 069 2197-1314Fax: 069 2197-1575
Frage der Woche

Kann mich ein Mitbewerber wegen eines Wettbewerbsverstoßes abmahnen?

Ja, auch Mitbewerber können eine Abmahnung aussprechen und Unterlassung bestimmter geschäftlicher Handlungen verlangen.

»mehr

Info-Video: Datenschutzerklärung - Informieren Sie Ihre User