Corona-Krise erreicht regionalen Arbeitsmarkt

Die Auswirkungen der Corona-Krise machen sich im April 2020 erstmalig und deutlich am regionalen Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Arbeitslosigkeit im IHK-Bezirk Frankfurt am Main ist im April 2020 um rund 19 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen.

 

Arbeitsmarkt im April 2020
IHK-Bewertung

Im IHK-Bezirk Frankfurt am Main ist die Zahl der Arbeitslosen im April 2020 im Vergleich zum Vormonat mit einem Plus von rund 19 Prozent deutlich gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat April 2019 lässt sich ein noch deutlicherer Anstieg um etwa 27 Prozent beobachten.

 

Noch im Vormonat März 2020 ließen sich die anstehenden Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt nur anhand der explodierenden Anzeigen auf Kurzarbeitergeld erahnen. Die tatsächliche Arbeitslosigkeit war zu diesem Zeitpunkt gegenüber dem Februar 2020 sogar leicht gesunken.

 

Im April 2020 lagen im IHK-Bezirk Anzeigen auf Kurzarbeit von rund 10.200 Betrieben vor. Dahinter verbergen sich etwa 131.400 von Kurzarbeit betroffene Beschäftigte. Im März 2020 waren es rund 1.400 Betriebe mit etwa 65.000 Beschäftigten. Zum Vergleich: Im April 2019 waren im ganzen IHK-Bezirk nur 22 Personen in Kurzarbeit.

Innerhalb des IHK-Bezirkes ist die Stadt Frankfurt stärker vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen als der Main-Taunus-Kreis und der Hochtaunuskreis. Der längerfristige Vergleich mit der Situation im Vorjahresmonat April 2019 zeigt einen Anstieg um 28 Prozent in der Stadt Frankfurt, während er etwa im Hochtaunuskreis mit rund 22 Prozent geringer ausfällt.

 

Ausgehend von einem niedrigen Niveau machen die Arbeitslosenquoten einen deutlichen Sprung nach oben. Die Arbeitslosenquote im IHK-Bezirk steigt von 4,6 Prozent auf 5,4 Prozent. Sie liegt damit unterhalb des Bundes- und nur leicht oberhalb des Landesdurchschnitts (5,8 bzw. 5,2 Prozent).

 

Inwieweit sich diese erhöhte Arbeitslosigkeit verfestigt und sich derzeit in Kurzarbeit befindliche Beschäftigte in Zukunft tatsächlich arbeitssuchend melden müssen, hängt u. a. von den dauerhaft verursachten Schäden des Herunterfahrens der Wirtschaft, vom Umfang der beschlossenen Lockerungen und der Geschwindigkeit des Aufholprozesses ab.

 

Fazit

Die Corona-Krise hat im April 2020 den regionalen Arbeitsmarkt erreicht. Die Arbeitslosigkeit steigt deutlich gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat. Die Anträge auf Kurzarbeit von Betrieben und die Anzahl der im IHK-Bezirk davon betroffenen Beschäftigten sind explodiert. Inwieweit sich die Arbeitslosigkeit verfestigt und Kurzarbeiter tatsächlich in die Arbeitslosigkeit rutschen, hängt u. a. von der Lockerungspolitik und der Geschwindigkeit des Aufholprozesses ab.

 

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