Corona-Pandemie: Regionaler Arbeitsmarkt weiterhin deutlich betroffen

IHK-Bewertung

Im IHK-Bezirk Frankfurt am Main ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni 2020 im Vergleich zum Vormonat mit einem Plus von rund 4 Prozent erneut gestiegen. Wenn man die Vormonats-Anstiege im Mai (+12 Prozent) und April (+19 Prozent) betrachtet, deutet sich jedoch eine Verlangsamung bei der Zunahme der Arbeitslosigkeit an.​Arbeitsmarkt im Juni 2020

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Der längerfristige Vergleich mit dem Vorjahresmonat Juni 2019 zeigt jedoch, dass die Betroffenheit unvermindert hoch ist. Die Arbeitslosigkeit liegt etwa um die Hälfte (47 Prozent) über dem Vorjahreswert.

 

Innerhalb des IHK-Bezirks ist die Stadt Frankfurt am Main stärker vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen als die beiden Landkreise. Der Vergleich mit der Situation im Vorjahresmonat Juni 2019 zeigt einen Anstieg um 50 Prozent in der Stadt Frankfurt am Main, während er im Main-Taunus-Kreis mit 42 Prozent und im Hochtaunuskreis mit 38 Prozent etwas geringer ausfällt.

 

Im Ergebnis steigt die Arbeitslosenquote im IHK-Bezirk abermals – wenn auch in geringerem Umfang als zuletzt beobachtet – von 6,0 Prozent auf nun 6,2 Prozent. Im Mai betrug die Vormonatsänderung noch 0,6 und im April 2020 0,8 Prozentpunkte. Die Arbeitslosenquote liegt damit oberhalb des Landes- und auf dem Bundesdurchschnitt (5,7 bzw. 6,2 Prozent).

 

Auch wenn sich eine Verlangsamung bei der Zunahme der Arbeitslosigkeit andeutet, kann der entscheidende Wendepunkt am regionalen Arbeitsmarkt noch weit entfernt sein. Die dauerhaft verursachten Schäden durch das Herunterfahren der Wirtschaft werden sich teilweise erst Richtung Jahresende 2020/Anfang 2021 in Insolvenzen und damit verbundenen Arbeitsplatzverlusten bemerkbar machen. Die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht verschiebt die Erfassung der tatsächlichen Insolvenzzahlen. Viel hängt auch von der Geschwindigkeit und der Nachhaltigkeit des gestarteten Aufholprozesses der Wirtschaft hin zum Vorkrisenniveau ab.

 

Insbesondere die in Kurzarbeit befindlichen Arbeitsplätze scheinen zunächst gesichert. Inwieweit sich diese Beschäftigten am Ende tatsächlich arbeitssuchend melden müssen oder doch vollumfänglich vom Wiederanfahren der Wirtschaft profitieren können, gilt es in den nächsten Monaten zu beobachten. Das theoretische Bedrohungspotenzial ist groß: Im Zeitraum März bis Juni 2020 wurden von rund 15.000 Betrieben Kurzarbeit für insgesamt 251.000 Beschäftigte angezeigt. Das ist die sechsfache Menge der derzeit tatsächlich Arbeitslosen im IHK-Bezirk (rund 41.500).

 

Fazit

Die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den regionalen Arbeitsmarkt sind im Juni 2020 weiterhin deutlich spürbar. Die Arbeitslosigkeit liegt aktuell um die Hälfte (47 Prozent) über dem Vorjahresmonat Juni 2019. Die Meldungen der Kurzarbeit verlangsamen sich, jedoch bleibt das Bedrohungspotenzial hoch. Viel hängt von der Geschwindigkeit und der Nachhaltigkeit des gestarteten Aufholprozesses der Wirtschaft hin zum Vorkrisenniveau ab.

 

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