Arbeitsmarkt im Juli 2020: Arbeitslosigkeit steigt wieder stärker

IHK-Bewertung

Im IHK-Bezirk Frankfurt am Main ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli 2020 im Vergleich zum Vormonat mit einem Plus von rund 5,5 Prozent erneut gestiegen. Wenn man die Vormonats-Anstiege im Juni (+4,0 Prozent), Mai (+12 Prozent) und April (+19 Prozent) betrachtet, fällt der Anstieg nach einem kurzen Rückgang im Juni wieder stärker aus als im Vormonat – wenn auch nur geringfügig.

Arbeitsmarkt im Juli 2020

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Der längerfristige Vergleich mit dem Vorjahresmonat Juli 2019 zeigt die hohe Betroffenheit. Die Arbeitslosigkeit liegt um die Hälfte (49,5 Prozent) über dem Vorjahreswert. Das entspricht einem Plus von rund 14.500 Arbeitslosen. Etwas weniger als ein Drittel (28 Prozent) des Zuwachses der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahresmonat in Hessen insgesamt (+51.097 Arbeitslose) geht damit auf den IHK-Bezirk zurück.

 

Innerhalb des IHK-Bezirkes ist die Stadt Frankfurt am Main etwas stärker vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen als die beiden Landkreise. Der Vergleich mit der Situation im Vorjahresmonat Juli 2019 zeigt einen Anstieg von rund 51 Prozent in der Stadt Frankfurt am Main, während er mit 48 Prozent im Hochtaunuskreis und 44 Prozent im Main-Taunus-Kreis etwas geringer als in der Stadt Frankfurt ausfällt.

 

Im Ergebnis steigt die Arbeitslosenquote im IHK-Bezirk von 6,2 Prozent auf nun 6,6 Prozent. Sie liegt damit oberhalb des Landes- und des Bundesdurchschnitts (5,9 bzw. 6,3 Prozent).

 

Von einem Wendepunkt scheint der regionale Arbeitsmarkt noch weit entfernt zu sein. Die dauerhaft verursachten Schäden durch das Herunterfahren der Wirtschaft werden sich teilweise erst Richtung Jahreswechsel 2020/2021 in Insolvenzen und damit verbundenen Arbeitsplatzverlusten bemerkbar machen. Die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht verschiebt die Erfassung der tatsächlichen Insolvenzzahlen. Erst dann kann eine genauere Bestandsaufnahme erfolgen. Viel hängt auch von der Geschwindigkeit und der Nachhaltigkeit des gestarteten Aufholprozesses der Wirtschaft hin zum Vorkrisenniveau ab.

 

Die in Kurzarbeit befindlichen Arbeitsplätze scheinen zunächst gesichert. Inwieweit sich diese Beschäftigten am Ende tatsächlich arbeitssuchend melden müssen oder doch vom Wiederanfahren der Wirtschaft profitieren können, gilt es in den nächsten Monaten zu beobachten. Das theoretische Bedrohungspotenzial bleibt groß, auch wenn die Neu-Anzeigen in den letzten drei Monaten stark zurückgegangen sind. So wurden im Zeitraum März bis Juli 2020 von rund 15.300 Betrieben im IHK-Bezirk Kurzarbeit für nahezu 255.000 Beschäftigte angezeigt. Das ist fast die sechsfache Menge der derzeit tatsächlich Arbeitslosen im IHK-Bezirk (rund 44.000).

 

Fazit

Die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den regionalen Arbeitsmarkt sind im Juli 2020 weiterhin deutlich spürbar. Die Arbeitslosigkeit liegt aktuell um die Hälfte (49,5 Prozent) über dem Vorjahresmonat Juli 2019 und die Wachstumsrate nimmt nach dem Rückgang im Vormonat wieder zu. Die Meldungen der Kurzarbeit nehmen weiter ab, jedoch bleibt das Bedrohungspotenzial hoch. Viel hängt von der Geschwindigkeit und der Nachhaltigkeit des gestarteten Aufholprozesses der Wirtschaft hin zum Vorkrisenniveau ab.

 

Weitere Informationen 

Pressemeldungen für den Agenturbezirk Frankfurt am Main

Pressemeldungen für den Agenturbezirk Bad Homburg (HTK und MTK)

 

Ansprechpartner

Simon Peschges Wirtschaftspolitik und Metropolenentwicklung
Telefon: 069 / 2197-1508