Arbeitslosigkeit im Oktober 2020: Rückgang setzt sich fort

Im IHK-Bezirk Frankfurt am Main ist die Zahl der Arbeitslosen im Oktober 2020 im Vergleich zum Vormonat um 2,6 Prozent gesunken. Nach dem Rückgang um 2,2 Prozent im September 2020 kann damit ein abermaliger Abbau der Arbeitslosigkeit verzeichnet werden. Insbesondere in den Monaten unmittelbar nach dem Lockdown im März 2020 konnte man deutliche Zuwächse gegenüber dem Vormonat beobachten (Mai: +12 Prozent, April: +19 Prozent). Zuletzt pendelten sich die Zuwachsraten jedoch auf einem deutlich niedrigeren Niveau ein (August: +2,7; Juli: +5,5; Juni: +4,0 Prozent), um in den letzten beiden Monaten einen leichten Erholungskurs einzuschlagen.

 

Die zuletzt sinkende Arbeitslosigkeit ändert jedoch nichts an der unverändert hohen Betroffenheit des regionalen Arbeitsmarktes durch die Corona-Pandemie. Das zeigt sich beim Blick auf den längerfristigen Vergleich mit dem Vorjahresmonat Oktober 2019. Die Arbeitslosigkeit im IHK-Bezirk liegt die Hälfte (49,8 Prozent) über dem Vorjahreswert. Das entspricht einem Plus von rund 14.300 Arbeitslosen.

 

Aktuelle Arbeitsmarktzahlen aus dem IHK-Bezirk

Arbeitsmarkt im Oktober 2020
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Die Metropolregion FrankfurtRheinMain ist aufgrund ihrer Branchenstruktur stärker als andere Regionen von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hat die Auswirkungen deutschlandweit untersucht. Die besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Branchen sind – vor allem in Frankfurt – vergleichsweise stark vertreten. Diese Bereiche sind die Luftfahrt, Beherbergung, Gastronomie, Reisedienstleistungen, Kultureinrichtungen sowie Freizeit-, Unterhaltungs- und Sportbetriebe. Außerdem sind Teile des Handels und der Logistik unter den Leidtragenden.

 

Die Betroffenheit der Region zeigt sich auch beim Vergleich mit dem Landes- und Bundesdurchschnitt anhand der reinen Zahlen: In Hessen nahm die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2019 um geringere 32,4 Prozent und im Bund "nur" um 25,2 Prozent zu. Innerhalb des IHK-Bezirks lassen sich beim längerfristigen Vergleich der Arbeitslosigkeit mit dem Vorjahresmonat keine großen Unterschiede erkennen. Beim Blick auf die Arbeitslosenquoten liegen die beiden Landkreise Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis im Niveau jedoch weiterhin unterhalb der Stadt Frankfurt am Main. Beim Vergleich mit dem Vormonat September 2020 fällt der vergleichsweise geringe Rückgang im Main-Taunus-Kreis auf. Die Stadt Frankfurt am Main und der Hochtaunuskreis weisen stärkere Rückgänge auf.

 

Die Arbeitslosenquote im IHK-Bezirk sinkt leicht von 6,6 Prozent auf nun 6,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt merklich über dem Landesdurchschnitt in Hessen (5,6 Prozent) und auch oberhalb des Bundesdurchschnitts (6,0 Prozent). Ein Ausblick auf die Entwicklung in den kommenden Monaten fällt schwer. Zum einen gilt es, die Auswirkungen der Beschränkungen im November 2020 und vermutlich auch im Dezember 2020 abzuwarten. Zum anderen verschieben die Verlängerung der Kurzarbeit und die vertagte Wiederaufnahme der Insolvenzantragspflicht (bei Überschuldung) eine genauere Erfassung der tatsächlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den regionalen Arbeitsmarkt.

 

Die Neu-Anzeigen auf Kurzarbeit haben ihren Höhepunkt im April 2020 überschritten und sich aktuell auf einem niedrigeren Niveau eingependelt. Von einem Vorkrisenniveau sind sie jedoch weiterhin weit entfernt. Die mittlerweile vorliegenden Zahlen über die tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit geben einen Einblick in das Ausmaß der Betroffenheit von Betrieben und Arbeitnehmern. Im August 2020 (aktuellste Zahlen) waren demnach 7,7 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland in konjunktureller Kurzarbeit. Zum Höhepunkt im April 2020 bezog fast jeder fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Kurzarbeitergeld. Während der Finanzkrise 2008/2009 wurde mit einem Anteil von 5 Prozent im Mai 2009 der Höhepunkt der Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes erreicht.

 

 

Fazit

Mit den Zahlen zum Berichtsmonat Oktober 2020 lässt sich nach dem Vormonat abermals ein Rückgang der Arbeitslosigkeit beobachten. Sie befindet sich aber unverändert auf einem hohen Niveau. Die Metropolregion FrankfurtRheinMain – und damit auch der IHK-Bezirk Frankfurt am Main – sind aufgrund der Branchenstruktur besonders von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Ob der Rückgang der Arbeitslosigkeit ein nachhaltiger sein wird, ist derzeit schwierig einzuschätzen. Neben aufschiebenden Maßnahmen wie dem Kurzarbeitergeld bleiben insbesondere die Auswirkungen des "Lockdown light" im November und voraussichtlich auch Dezember 2020 abzuwarten.

 

Weitere Informationen

Pressemeldungen für den Agenturbezirk Frankfurt am Main

Pressemeldungen für den Agenturbezirk Bad Homburg (HTK und MTK)

 

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