Arbeitslosigkeit im November 2020: Kurzarbeit zieht wieder an

Im IHK-Bezirk Frankfurt am Main ist die Zahl der Arbeitslosen im November 2020 im Vergleich zum Vormonat abermals um 2,6 Prozent gesunken. Damit kann den dritten Berichtsmonat in Folge ein Abbau der Arbeitslosigkeit verzeichnet werden. Insbesondere in den Monaten unmittelbar nach dem Lockdown im März 2020 waren deutliche Zuwächse gegenüber dem Vormonat zu beobachten (Mai: +12 Prozent, April: +19 Prozent).

 

Die sinkende Arbeitslosigkeit ändert jedoch nichts an der unverändert hohen Betroffenheit des regionalen Arbeitsmarktes durch die Corona-Pandemie. Das zeigt sich beim Blick auf den längerfristigen Vergleich mit dem Vorjahresmonat November 2019. Die Arbeitslosigkeit im IHK-Bezirk liegt fast um die Hälfte (48,8 Prozent) über dem Vorjahreswert. Das entspricht einem Plus von 13.725 Arbeitslosen.

 

Aktuelle Arbeitsmarktzahlen aus dem IHK-Bezirk

 

Arbeitsmarkt im November 2020
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Die Metropolregion FrankfurtRheinMain – und damit auch der IHK-Bezirk – sind aufgrund ihrer Branchenstruktur stärker als andere Regionen von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hat die Auswirkungen deutschlandweit untersucht. Die besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Branchen sind – vor allem in Frankfurt – vergleichsweise stark vertreten. Diese Bereiche sind die Luftfahrt, Logistik, Beherbergung, Gastronomie, Reisedienstleistungen, Kultureinrichtungen sowie Freizeit-, Unterhaltungs- und Sportbetriebe. Außerdem sind Teile des Handels unter den Leidtragenden.

 

Die Betroffenheit der Region zeigt sich beim Vergleich mit dem Landes- und Bundesdurchschnitt: In Hessen nahm die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat November 2019 um geringere 31,2 Prozent und im Bund "nur" um 23,8 Prozent zu. Innerhalb des IHK-Bezirks lassen sich beim längerfristigen Vergleich der Arbeitslosigkeit mit dem Vorjahresmonat keine großen Unterschiede erkennen. Beim Blick auf die Arbeitslosenquoten liegen die beiden Landkreise Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis im Niveau jedoch weiterhin unterhalb der Stadt Frankfurt am Main.

 

Die Arbeitslosenquote im IHK-Bezirk sinkt leicht von 6,4 Prozent auf nun 6,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt merklich über dem Landesdurchschnitt in Hessen (5,5 Prozent) und auch oberhalb des Bundesdurchschnitts (5,9 Prozent). Ein Ausblick auf die Entwicklung in den kommenden Monaten fällt schwer. Zum einen gilt es, die Auswirkungen der Beschränkungen im November und Dezember 2020 abzuwarten. Zum anderen verschieben die Verlängerung der Kurzarbeit und die vertagte Wiederaufnahme der Insolvenzantragspflicht (bei Überschuldung) eine genauere Erfassung der tatsächlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den regionalen Arbeitsmarkt.

 

Die im November 2020 wieder ansteigenden Neu-Anzeigen auf Kurzarbeit deuten bereits auf das Risiko von wieder steigender Arbeitslosigkeit hin. Die Neu-Anzeigen auf Kurzarbeit hatten ihren Höhepunkt im April 2020 erreicht und befinden sich aktuell auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Seit August 2020 ist allerdings wieder ein leichter Anstieg zu beobachten, der im November 2020 aufgrund des neuerlichen Lockdowns deutlicher ausfiel. Im November 2020 wurden im IHK-Bezirk 778 Anzeigen auf Kurzarbeit bei den Arbeitsagenturen aufgegeben. Darin enthalten waren 5.950 Personen. Im August waren es noch 152 Anzeigen mit 2.601 Personen.

 

Fazit

Mit den Zahlen zum Berichtsmonat November 2020 lässt sich das dritte Mal in Folge ein Rückgang der Arbeitslosigkeit beobachten. Sie befindet sich aber unverändert auf einem hohen Niveau. Die Metropolregion FrankfurtRheinMain – und damit auch der IHK-Bezirk Frankfurt am Main – sind aufgrund der Branchenstruktur besonders von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Vieles deutet im Moment auf abermals steigende Arbeitslosenzahlen Anfang 2021 hin. Inwieweit sich diese Arbeitslosigkeit verfestigt, hängt vor allem von der weiteren Entwicklung der Infektionszahlen, der Wirksamkeit der Impfstrategie sowie dem damit verbunden Aufholprozess der regionalen Wirtschaft ab.

 

 

Weitere Informationen 

Pressemeldungen für den Agenturbezirk Frankfurt am Main 
Pressemeldungen für den Agenturbezirk Bad Homburg (HTK und MTK)


 

Ansprechpartner

Simon Peschges Wirtschaftspolitik und Metropolenentwicklung
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